ARCHIV - Die Teilnehmerin einer Friedenskundgebung in Berlin hält ein beleuchtetes Herz mit der Grafik "Schwerter zu Pflugscharen". (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Brandenburger Künstler Herbert Sander - Schöpfer von "Schwerter zu Pflugscharen" gestorben

Die Grafik "Schwerter zu Pflugscharen" war wohl sein berühmtestes Werk. Jetzt ist der Brandenburger Künstler Herbert Sander im Alter von 79 Jahren gestorben.

ARCHIV - Der Brandenburger Künstler Herbert Sander, aufgenommen am 13.06.2014 während der Auszeichnung mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg. (Quelle: dpa/MAZ/Lisa Sander)
Herbert Sander wurde 2014 der Verdienstorden des Landes Brandenburg verliehen. | Bild: dpa/MAZ/Lisa Sander

Damals habe er den Nerv der Zeit getroffen und als Künstler Position bezogen, würdigte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch Sanders Werk. Er habe der Friedenssehnsucht Hunderttausender eine Plattform gegeben, die der Militarisierung der DDR skeptisch gegenüber standen. Das Symbol sei zudem überaus klug ausgewählt gewesen, weil es sich auf ein Kunstwerk bezogen habe, das die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt habe und "gegen das die DDR-Führung nicht Front machen konnte".

2014 mit Landes-Verdienstorden geehrt

Sander, der im thüringischen Nordhausen geboren wurde, schuf den Angaben zufolge die Grafik im Auftrag der Kirche nach der weltberühmten Plastik, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt hatte. Als Aufnäher wurde sie in den 1980er Jahren Symbol der DDR-Friedensbewegung. Nach der Wende beschäftigte sich Sander mit den Spuren jüdischen Lebens in Brandenburg und erarbeitete die erste künstlerische Dokumentation von mehr als 60 jüdischen Friedhöfen im Land.

2014 wurde Sander mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Nach Angaben des Kleinmachnower Heimatvereins starb Sander bereits am 4. Januar. Der Künstler wohnte zuletzt in der Nachbargemeinde Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark).

Sendung: Brandenburg aktuell, 10.01.2018, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es war ein gutes Motiv und wurde in Ost und West benutzt. Es traf den Nerv der Zeit. Viele der neuen Bürgerrechtler in der DDR haben es benutzt, wenn es gegen die DDR ging. Sie traten für Frieden ein und gegen die Raketennachrüstung. Ich sehe sie noch im Fernsehen, wenn es gelang irgendwo ein Lager für Kriegsgerät zu entdecken, dass in andere Länder verkauft werden sollte. Geschrei und die Forderung nach "Schwerter zu Pflugscharen!" Als sie dann als Abgeordnete in den Bundestag oder in Landtage einzogen, war von ihrer Haltung zum Frieden nichts mehr zu spüren nach dem Motto: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Die Namen fallen mir alle nicht mehr ein, aber Markus Meckel, Thierse, Gauck sind mir noch präsent.

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