Dauerausstellung "Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933 bis 1945" (Quelle: Gedenkstätte Stille Helden)
Bild: Gedenkstätte Stille Helden

Umzug in den Bendlerblock - Gedenkstätte "Stille Helden" am neuen Ort eröffnet

Die "Stillen Helden" sind nach Berlin-Tiergarten umgezogen. Die Ausstellung über Menschen, die während der NS-Zeit Juden geholfen haben, war bislang in der ehemaligen Blindenwerkstatt in der Rosenthaler Straße zu sehen. Am neuen Standort konnte sie erweitert werden.

Die deutsche "Gedenkstätte Stille Helden" ist umgezogen. Die Ausstellung erzählt die Lebensgeschichten von Menschen, die während der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 verfolgten Juden halfen und Widerstand gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung leisteten. Seit Dienstag ist sie in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin-Tiergarten zu sehen.

Die Gedenkstätte war seit ihrer Gründung 2008 in den Räumen der ehemaligen Blindenwerkstadt Otto Weidt neben den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte untergebracht. Hier arbeiteten während der Zeit des Nationalsozialismus hauptsächlich blinde und gehörlose Juden unter dem Schutz des Bürstenfabrikanten Otto Weidt.

Für den neuen Standort im Bendlerblock wurde die Gedenkstätte erweitert und umgestaltet.

Porträt von zehn Helfern

Die Dauerausstellung porträtiert zehn Helfer und informiert über die Zwangslage der Verfolgten angesichts der drohenden Deportationen - sowie über den Entschluss Einzelner, sich durch Flucht in den Untergrund der tödlichen Bedrohung zu widersetzen.

Von den 1933 rund 500.000 Juden in Deutschland konnten 300.000 auswandern. 160.000 wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Bis zu 12.000 tauchten unter, von denen etwa jeder Zweite überlebte - davon rund 1.900 allein in Berlin.

Grütters: "Beispiel für Zivilcourage"

Bekannt sind die Namen von über 3.000 Menschen, die ihnen dabei halfen, Schätzungen gehen von insgesamt bis zu 20.000 aus. "Sie zeigen, was möglich gewesen wäre, als die meisten Deutschen nichts dagegen unternommen haben", betonte der Leiter der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Johannes Tuchel.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte die Gedenkstätte zur Erinnerung an jene Menschen, die unter hohem persönlichen Risiko verfolgte Juden schützten und damit ein vorbildliches Beispiel für Zivilcourage und menschliche Solidarität gaben". Dafür habe es lange Zeit viel zu wenig Aufmerksamkeit gegeben.

Sendung: Abendschau, 13.02.2018, 19:30 Uhr

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