Die Mäzenin Erika Hoffmann sieht während eines Rundgangs durch das Albertinum in Dresden das Kunstwerk "Blaues Zimmer" von Isa Genzken an. Das Stück gehört zur Privatsammlung der Hoffmanns (Quelle: dpa / Oliver Killig)
Bild: (Quelle: dpa / Oliver Killig)

1.200 Werke von 1910 bis zur Gegenwart - Berlin verliert bedeutende Kunstsammlung an Dresden

Werke von Andy Warhol, Sigmar Polke und Pipilotti Rist - wer diese und andere Objekte noch in Berlin sehen will, sollte nicht mehr zu lange zögern. Die bedeutende Sammlung von Erika und Rolf Hoffmann geht nämlich nach Dresden - als Geschenk.  

Für Berlin ist es ein Verlust - den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist hingegen ein großer Coup gelungen. Sie bekommen die international bedeutende Privatsammlung von Erika und Rolf Hoffmann geschenkt, die bislang noch in den Sophie-Gips-Höfen in Berlin-Mitte zu sehen ist.

"Die Sammlung Hoffmann ist eine Ausnahmeerscheinung unter den großen privaten Kunstsammlungen der Welt", sagte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann am Freitag im Beisein von Erika Hoffmann. Mit der Schenkung erhalte Dresden einen bedeutenden Zuwachs im Bereich der zeitgenössischen Kunst, so Ackermann. Aber nicht nur das: Da viele der Künstler noch leben, verspricht sie sich auch mit Blick auf den weiteren Ankauf von Kunstwerken neue Verbindungen. Die Schenkung werde zu einer Weiterentwicklung der Sammlungen beitragen, erwartet die SKD-Generaldirektorin.  

Die Sammlung Hoffmann vereint rund 1.200 Werke von 1910 bis zur Gegenwart aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation sowie Film- und Videokunst. Die Arbeiten stammen unter anderen von Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Sigmar Polke, Frank Stella, Bruce Nauman, Pipilotti Rist und William Kentridge. Einige Objekte stammen aus der "War"-Serie von Nancy Spero, die sie unter dem Eindruck des Vietnam-Krieges schuf.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, die Mäzenin Erika Hoffmann und die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, in Dresden. (dpa / Oliver Killig)
Sie freuen sich über den Umzug der Sammlung nach Dresden: Sachsens Wissenschaftsministerin Stange, die Mäzenin Hoffmann und die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Ackermann.Bild: (dpa / Oliver Killig)

Ehepaar Hoffmann startete Sammlung 1968

Erika und Rolf Hoffmann hatten 1968 begonnen, zeitgenössische Kunst zu sammeln. Sie arbeiteten damals in der Familienfirma, dem Hemdenhersteller van Laack in Mönchengladbach. Andy Warhol porträtierte die Hoffmanns 1980 und gestaltete ihre Hemden für eine Modenschau in Manhattan. Die 79 Jahre alte Mäzenin Erika Hoffmann führte die Sammlung nach dem Tod ihres Mannes 2001 fort und erweiterte den Fokus in Richtung Osteuropa.

Mäzenin Hoffmann freute sich am Freitag über den Umzug ihrer Kunstschätze an die Elbe: "Ich bin überglücklich über dieses sehr schöne neue Zuhause und hoffe, dass das Dresdner Publikum das auch belebend annimmt", sagte Hoffmann. Sie ging auch auf den Umstand ein, dass sie und ihr Mann Anfang der 1990er Jahre mit dem Projekt einer Kunsthalle nach einem Entwurf von Frank Stella in Dresden gescheitert waren. Dafür gab sie nicht den Dresdnern die Schuld, sondern dem damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU). Mit Groll blicke sie aber nicht zurück. Für sie bestehe der Hauptreiz nun darin, dass sich ihre Sammlung in die Dresdner integriere.

Berliner können Werke noch eine Weile lang ansehen

Die Berliner indes müssen nicht schlagartig Abschied nehmen von der Ausstellung in ihrer Stadt. Die Werke sollen in den kommenden fünf Jahren sukzessive von der Spree an die Elbe umziehen und dort in allen 15 Museen der Staatlichen Kunstsammlungen aufgehen.

 

Sendung: Abendschau, 09.03.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Ich freue mich, daß Dresden eine solche Sammlung bekommt und sie nicht in Berlin bleibt.
    In Berlin wird doch alles hineingestopft, was gut und teuer ist auf Kosten anderer Bundesländer. Zu was benötigen die 4 Millionen Einwohner alleine 3 Opernhäuser, wo in reichen Gegenden in D, bei gleicher Bevölkerungszahl 1 Opernhaus ausreicht und die bezahlen dies auch noch selbst und halten nicht ständig die Hand auf bei anderen wie Berlin .

Das könnte Sie auch interessieren