Stephanie Rosenthal, Direktorin vom Martin-Gropius-Bau, sitzt im Lichthof der Einrichtung (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Video: Abendschau | 26.03.2018 | Petra Gute | Bild: dpa-Zentralbild

Martin-Gropius-Bau - Neue Direktorin will Zugang zu allen Museumsräumen freigeben

Als Erstes ließ Stephanie Rosenthal wieder die Sonne in den Lichthof des Martin-Gropius-Baus scheinen. Demnächst will sie das Museum aber noch weiter öffnen: Eine Art Jahreswerkstatt für Künstler wird es geben und Besucher sollen jeden Raum erkunden können.

Die erste Frau an der Spitze des Berliner Martin-Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, will das Ausstellungshaus stärker öffnen und zu einem Ort des kulturellen Austauschs machen. Mit Ateliers wolle sie Künstler ins Haus holen, die Besucher sollten durch innovative Ausstellungsformate von Zuschauern zu Teilnehmern werden, kündigte die neue Museumsdirektorin am Montag bei ihrer Antrittspressekonferenz an.

Rosenthal, 1971 in München geboren und die vergangenen zehn Jahre Chefkuratorin der Hayward Gallery in London, hat das renommierte Haus zum 1. Februar von dem langjährigen Direktor Gereon Sievernich übernommen. Ihr Programm soll an die Geschichte des Gebäudes anknüpfen und sowohl Archäologie wie auch das Zeitgenössische umfassen. Traditionelle Ausstellungen etwa von Gemälden sind zunächst nicht geplant.

Ein Künstler pro Jahr soll "in House" arbeiten können

Der 1881 eröffnete Gropius-Bau war früher ein Kunstgewerbemuseum und eine Schule. Daneben lag später das Gestapo-Hauptquartier der Nazis, die Berliner Mauer führte direkt am Haus vorbei. Schon die erste von Rosenthal selbst kuratierte Ausstellung greift dieses Thema auf: Die koreanische Künstlerin Lee Bul wird sich in "Crash" (29. September bis 13. Januar 2019) mit Fragen von Grenzen, nationaler Teilung und Diktatur auseinandersetzen.

Als erste Vertreterin im neuen Programm "In House" hat die US-Künstlerin Wu Tsang Anfang des Jahres ihr Studio im Gropius-Bau bezogen. In Performances, Filmen, Skulpturen und Installationen erforscht sie laut Rosenthal die Zustände von Verbundenheit und Dazwischen-Sein in der Gesellschaft. Künftig soll jedes Jahr ein Künstler die Möglichkeit bekommen, im Gebäude zu arbeiten und eigene Formate zu entwickeln.

Der Martin-Gropius-Bau (rechts oben) in Berlin-Mitte, steht an einem der letzten verbliebenen Stücke der Berliner Mauer, links vor die Ausstellung Topographie des Terrors (Quelle: Bildagentur-online/Schöning)
Bild: Bildagentur-online

Fenster im Lichthof sind wieder geöffnet

Die neue Chefin hat als erstes die riesigen Fenster des im Stil der italienischen Renaissance erbauten Hauses geöffnet. Der große Lichthof in der Mitte soll künftig zum Zentrum werden, von dem aus alle Ausstellungen erreichbar sind. Ab 2019 ist auch ein Tagesticket mit Zugang zu allen Räumen geplant. So sollte das Gebäude mit minimalen Eingriffen als "Gesamtorganismus" erfahrbar werden, so Rosenthal.

Das Ausstellungshaus gehört zu den Berliner Festspielen und damit zum Amtsbereich von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Pro Jahr kommen rund 500.000 Besucher.

Sendung: Abendschau, 26.03.2018, 19.30 Uhr

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