Eine 64-Jährige posiert halbnackt für die Erstsemestler der Film- und Fernsehakademie in einer katholischen Kirche in Kroatien (Bild: dpa/Mratinovic)
Bild: dpa/Dubrovacki Dnevnik

Erstsemestlerinnen sorgen für Ärger in Kroatien* - Hochschule entschuldigt sich für Nacktszenen in Kirche

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie entschuldigt sich für einen Fauxpas ihrer Studentinnen: Die Erstsemestlerinnen der Hochschule haben einen Film in einer Kirche in Kroatien gedreht. Dabei fotografierten sie eine Frau vor dem Altar - barbusig. 

Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) hat sich für die Nackt-Aufnahmen in einer Kirche in Kroatien entschuldigt. Die Aufnahmen machten Erstsemestlerinnen der Hochschule während eines Fotoshootings in der Küstenstadt Dubrovnik. Die DFFB wolle sich "von ganzen Herzen bei der Kirche und den Bürgern von Dubrovnik entschuldigen", teilte der Direktor Ben Gibson am Donnerstag auf der Internetseite der Hochschule mit. 

"Es passiert leider manchmal, dass jungen Filmmachern, die ihre ersten Schritte unternehmen, grundsätzliche Fehler unterlaufen, die andere Menschen unbeabsichtigt verletzen oder angreifen, wie in diesem Fall", heißt es in der DFFB-Mitteilung. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass drei Studentinnen der Berliner Hochschule eine 64-jährige Frau mit nackter Brust in einer Kirche und anderen historischen Stätten der Adriastadt fotografiert und gefilmt hatten. Unter anderem äußerten sich ein katholischer Bischof und ein Professor der Universität Dubrovnik kritisch zu dem Aufnahmen. 

"Schönheit der Frau unabhängig vom Alter"

Zuerst hatte die lokale Zeitung "Dubrovacki dnevnik" über das Fotoshooting berichtet. In den Medienberichten begründen die Filmemacherinnen ihre Aktion damit, dass sie die Schönheit der Frau unabhängig von ihrem Alter zeigen wollten. Ziel des Filmes sei "die Zerstörung von Tabus und der Grenze zwischen Vergangenheit und heutiger Zeit" gewesen. Die DFFB habe über die Besonderheiten der drehenden Szenen und den Drehort zuvor nichts gewusst. 

Die genauen Hintergründe der umstrittenen Aufnahmen sollen nun hochschulintern geprüft werden. Die Studentinnen seien am Donnerstag auf dem Heimweg nach Berlin. Der halbstündige Film soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. 

Sendung: Abendschau, 08.03.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 15.

    Falsch ja, Sie haben mich einfach falsch verstanden, obwohl das mit halbwegs vorhandenen biologischen Kenntnissen gar nicht möglich ist. Das Heranzoomen überlasse ich Ihnen.

  2. 14.

    Falsch. Einfach mal das Bild heransumen, dann werden Sie die rechte Hand der Frau sehen,wie sie den Rock hebt und festhält, mit nichts darunter. Reine Provokation, mehr auch nicht.

  3. 13.

    Das ist Quark, weil Filmemacherinnen nur die weibliche Form ist.
    Man kann keine männlichen Filmstudenten als "-innen" bezeichnen.

  4. 12.

    Die Stadt ist wg. "Games of Thrones" berühmt geworden und Nacktdrehs wurden dort explizit wg. der Religiösität der Bewohner abgelehnt. Kein Mensch kann mir erzählen, dass die Filmstudenten rein "zufällig" extra dorthin gefahren sind. Respektlose, aufmerksamkeitsheischende Aktion. Und seit wann sitzen Brüste unter dem hochgehobenen Rock?

  5. 11.

    Halleluja! Endlich mal was los in der Kirche! Ich werde noch katholisch!

  6. 10.

    Aha! Soso!
    Auf der einen Seite soll ein harmloses Gedicht wegen angeblichem Sexismus gegenüber Frauen von einer Hausfassade verschwinden, auf der anderen Seite soll die Schönheit der Frauen gezeigt werden. Barbusig vor dem Altar einer Kirche. Kann mir mal einer sagen, was die Frauinnen eigentlich wollen?

  7. 9.

    Selbstverständlich sind die weiblichen Brüste etwas ganz natürlich, wenn mann keine 'schlechten Gedanken' dabei bekommt. Um diese zu zeigen braucht frau aber nicht auch noch den Rock zu lüften und die Schenkel zu öffnen, wie auf dem Bild zu sehen. Das ist dann keine Kunst mehr, sondern reine Provokation.

  8. 8.

    Hallo Fernando, Sie haben Recht, im Teaser sind uns einmal die "StudentInnen" durchgerutscht. Das hat auch nichts mit der Qualität, sondern eher mit der Gewohnheit zu tun, deshalb ja dieser Versuch des Perspektivwechsels. Da werden wir auch in Zukunft weiter dran arbeiten. Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis

    Bei den "Filmmachern" handelt es sich dagegen um ein Zitat, das ändern wir natürlich nicht.

  9. 7.

    Offenbar engagieren sich auch Berlins Jugendämter für "die Zerstörung von Tabus und der Grenze zwischen Vergangenheit und heutiger Zeit" ;) @rbb Ein Bericht zu der unten zitierten Broschüre und deren Intention würde mich sehr interessieren. Ich bin durchaus offen dafür an meinem eigenen Verhalten zu arbeiten, um gewaltfreier zu leben. Leider gibt es immer wieder Berichte über Kirchen, die darauf hindeuten, dass Gewaltfreiheit zu leben dort nicht die oberste Priorität zu geniessen scheint. "Außerdem sei gerade eine Broschüre „mit Handlungsempfehlungen für die Berliner Jugendämter zur Intervention bei Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen in traditionell-patriarchalen Familien“ erarbeitet worden." (https://leute.tagesspiegel.de/friedrichshain-kreuzberg/intro/2018/03/08/35989/)

  10. 6.

    Ist doch sehr gut gelungen: "Ziel des Filmes sei "die Zerstörung von Tabus und der Grenze zwischen Vergangenheit und heutiger Zeit" gewesen." Die Selbst-Entschuldigung "von ganzen Herzen bei der Kirche und den Bürgern von Dubrovnik entschuldigen" des HochschulDirektors krönt die Enttabuisierung mit einem Sahnehäubchen ;) Als Bürger von Kreuzberg und getaufter Christ rufe ich den Studierenden zu: "hier gerne JEDERZEIT - die leeren verstaubten Kirchen brauchen eine Modernisierung hin zur Orientierung an Menschenrechten statt diskriminierender Praktiken wie z.B. bei der Einstellung von Mitarbeitenden!" Ich erinnere mich noch an den Widerstand der Kirchen bezüglich der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien, in denen ihnen dann sogar Ausnahmen zugestanden wurden, um weiter diskriminieren zu dürfen. Sehr gut, wenn sich Studierende damit auseinandersetzen. Weiterhin viel Spaß mit dem Projekt.

  11. 5.

    Sie pauschalisisieren also alle muslimischen Menschen und rechnen diese einem kollektiven ideologischen Kanon zu? Dann ist das offener antimuslimischer Rassismus - Rassismus ist immer noch keine Meinung. Ihnen geht es demnach themenfern nicht um die mögliche Empörung einiger Menschen, sondern nur um die von Ihnen ganz bestimmten Menschen zugeschriebene, um gegen diese zu hetzen.

    Zum Thema hätte gepasst, zu hinterfragen, welches Bild Christ*innen von Schönheit haben können: Ist Schönheit so einzigartig individuell, wie diese Studierenden wohl hervorheben wollten oder soll sie angeblich nur ein langweiliger oberflächlicher Aspekt sein, der gesellschaftlich tradiert wird und der der Individualität die Normativität, der Selbstverwirklichung den Uniformismus entgegensetzt? Aber wie gesagt, ist ja nicht Ihr Thema...

  12. 4.

    Man vergisst bitte nicht, dass Brüste eigentlich dafür da sind, ein Kind zu ernähren. Nur die Gesellschaft hat Brüste sexualisiert und ein Tabu daraus gemacht. Eigentlich etwas völlig Natürliches ...

  13. 3.

    Auch bei jungen Filmmachern müsste es heißen: jungen Filmmacherinnen.

    Ich bin wahrlich kein Feminist, es geht mir hier ums Prinzip.

  14. 2.

    Das zu schreiben:

    * Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Deshalb nutzen wir an diesem Tag die weibliche Form, wenn wir Gruppen von Menschen meinen - zum Beispiel "Berlinerinnen" anstatt "Berliner", wie es sonst üblich ist. Was das Ganze soll, erklären wir hier.

    ,aber den Artikel dann so beginnen zu lassen:
    Die Deutsche Film- und Fernsehakademie entschuldigt sich für einen Fauxpas ihrer "Studenten"

    statt "Studentinnen ",

    zeigt die Qualität mit der hier vorgegangen wird. Ich möchte ungern alle Artikel durchgehen, aber dies ist sicher nicht der einzge Fehler. Wollte nurmal darauf hinweisen.

    Beste Grüße

  15. 1.

    Man stelle sich dies Aktion in einer Moschee vor! Den Aufschrei unserer Empörungsbeauftragten hätte ich zu gerne gesehen.

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