Kat Frankie bei einem Konzert an der Volksbühne Berlin am 27.03.2018 (Quelle: Imago/Roland Owsnitzki)
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Audio: Inforadio | 28.03.2018 | Susanne Bruha | Bild: Imago/Roland Owsnitzki

Konzertkritik | Kat Frankie in der Volksbühne - Raus aus der Singer-Songwriter-Schiene, rein ins Pop-Geschäft

Die aus Australien stammende Berlinerin Kat Frankie ist eigentlich Singer-Songwriterin. Auf ihrem neuen Album geht sie neue Wege in Richtung Pop. Das kam in der Volksbühne am Dienstagabend gut an. Von Susanne Bruha

Es ist ein Abend geballter musikalischer Frauenpower made in Berlin. Als Vorband hat Kat Frankie Charlotte Brandi eingeladen. Die Sängerin macht mit ihrem Duo "Me and My drummer" gerade Pause und zeigt, dass es auch ohne Drummer, dafür mit zwei Kolleginnen an Gitarre und Cello geht.

Auch Kat Frankie macht auf ihrem neuen Album "Bad Behavior" etwas Neues: Sie hat die Akustikgitarre an den Nagel gehängt, eine Band zusammengestellt und Synthesizer für sich entdeckt. Mit "The Saint" vom zweiten Album tritt zu Konzertbeginn zunächst die komplett in rot gekleidete Band auf.

Mit Einsatz des Schlagzeugs betritt Kat Frankie die Bühne. Auch sie in roter Bluse und roter Hose. Sogar ihre glatten, schulterlangen Haare sind dunkelrot gefärbt. Mit strengem Mittelscheitel, vor allem aber betörender und kraftvoller Stimme, nimmt sie den Saal sofort für sich ein.

Frankie strotzt vor Selbstbewusstsein

Kat Frankie ist keine dieser in sich gekehrten Singer-Songwriterinnen. Die Australierin wird in diesem Jahr 40 Jahre alt und strotzt vor entspanntem Selbstbewusstsein. Den ganzen Abend lang spielt sie kein Instrument, sondern tanzt, dirigiert den eigenen Gesang, klatscht ihre Lieder, dreht sich dabei im Kreis. Kat Frankie wirkt total nahbar, lacht und feiert ihre Songs, die auf dem neuen Album richtig poppig geworden sind.

Im Mittelteil der Show spielt Frankie drei Songs ganz alleine ohne die Band, aber mit ihrem neuen Lieblingsspielzeug: einer Loop-Station. Mit der befindet sie sich hörbar noch in einer Kennenlernphase. Dennoch frickelt sie ziemlich lässig und selbstbewusst einfach mal drauf los.

Überhaupt lässt die Australierin ihr Publikum mit sichtlicher Begeisterung an den Effekt-Spielereien teilhaben, die sie mit diesem Album für sich entdeckt hat. Zwei Lieder lang klingt ihre Stimme wie die eines Mannes und der Effekt ist so überzeugend, dass sie bei "Back to life" gleich ein bisschen männlich aussieht.

Funktioniert auch im Club

Kurz vor Ende fordert Kat Frankie ihr Publikum auf, aufzustehen. Denn nicht nur der nächste Song "Headed for the Reaper" ist richtig gut tanzbar. Das ist auch das Fazit des Abends: Kat Frankie befindet sich deutlich auf dem Weg raus aus der Singer-Songwriter-Schiene, rein ins Pop-Geschäft. Vielleicht sieht man sie ja demnächst auf einem Stehkonzert im Club. Funktionieren würde es.

Beitrag von Susanne Bruha

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ohweh, mit einer Loopstation. Kann doch jeder, der nur annähernd musikalisch ist und texten kann - also nichts herausragendes, neues, tolles..... Langeweile ohne künstlerisch, musikalischer Kreativität.

  2. 2.

    Leider nicht gut recherchiert. Kat Frankie hat mit einer Loop Station angefangen Musik zu machen. Es gab schon vor 5 Jahren Konzerte, bei denen sie kein anderes Instrument außer derselbigen benutzt hat. Sie ist bekannt und geschätzt dafür - also leider keine Kennenlernphase.

  3. 1.

    Ich habe kann das neudeutsche Gefasel "Singer-Songwriter" nicht mehr lesen, hören, ertragen.
    Mensch, das sind Liedermacher, sonst nix. Ausser dass sie ihren Lebensmüll in Text - und Musik auf Hipster abladen, ist da doch jeder nichts mehr.
    Lieder mit Inhalt waren mal wertvoll, aber heute nüscht als Therapiegelaber.

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