Der Spezialist für Spezialeffekte im Film, Gerd Nefzer, lacht während eines Fototermines am 26.01.2018 und wird dabei von künstlichem Nebel umwabert. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg Aktuell | 01.03.2018 | Julia Baumgärtel | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Gerd Nefzer "Blade Runner 2049" - Potsdamer Special-Effects-Künstler für Oscar nominiert

Wenn Harrison Ford auf der Leinwand im Meer versinken, beim Dreh aber nicht frieren soll, dann ist das ein Fall für Special-Effects-Künstler Gerd Nefzer. Für seine Arbeit am Set von "Blade Runner 2049" wird der Potsdamer am Sonntagnacht womöglich mit einem Oscar ausgezeichnet. Von Clara Ehrmann

Wir können nicht im Meer drehen? Kein Problem – dann bauen wir einfach ein Wasserbecken. Ein riesiges. In etwa 50 mal 50 Meter. Gerd, machste oder? So oder ähnlich muss es in Hollywood am Set von "Blade Runner 2049" zugegangen sein. Und Gerd Nefzer, dem Special-Effects-Künstler aus Potsdam, blieb nichts anderes übrig:

"Das sollte möglichst spektakulär aussehen", erzählt Nefzer. Harrison Ford sollte im Meer versinken. "In einer stürmischen See, in einem großen Bus, der untergeht." So wurde ein riesiges Wasserbecken gebaut, nach konkreten Anforderungen für die Dreharbeiten: "Das musste natürlich für einen Harrison Ford auch sicher sein und auch so bequem wie möglich. Also das Wasser wurde dann auch beheizt. Der Mann ist ja auch nicht mehr ganz jung. Das war eine große Herausforderung. Also das war viel, viel Arbeit."

Fortsetzung des Achtziger-Blockbusters

Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Der Schwabe Gerd Nefzer, mittlerweile Wahl-Potsdamer, ist für seine Spezialeffekte bei dem Film für einen Oscar nominiert. "Blade Runner 2049" ist die Fortsetzung des Blockbusters aus den Achtzigern. In der Hauptrolle ist diesmal Ryan Gosling zu sehen, der 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Filmes einem Geheimnis auf der Spur ist. Dabei trifft er auf einen früheren, für drei Jahrzehnte vermisst geglaubten Blade Runner, gespielt von Harrison Ford.

Das Wasserbecken, in dem Ford versinkt, ist nicht der einzige Effekt, den Nefzer für "Blade Runner 2049" gemacht hat: "Von ganz kleinen Lagerfeuern, Feuern, über ein großes Farmhaus das brennt. Über viel Atmosphäre, Regen, Schnee, Wind. Also es war wirklich fast alles dabei."

In der Oscar-Nacht wird es spannend

Diese Feuer-, Wasser- und Wetter-Effekte belohnt die Academy in der Nacht von Sonntag zu Montag vielleicht ja mit einem Oscar. Nefzer ist zusammen mit drei anderen internationalen Kollegen nominiert. Mit ihnen spaziert er dann in L.A. über den roten Teppich.

Nefzer freut sich auf eine "tolle Show": "Allein schon mit der Limousine vorzufahren. Über den roten Teppich zu laufen mit meiner Frau. Und man trifft dann auch alte Bekannte. Unser Regisseur ist da. Und ein paar andere Freunde aus der Branche."

Ein spannender Abend für Nefzer. Schließlich sind die Oscars die höchste Auszeichnung, die man in der Filmbranche so bekommen kann. Und dann auch noch als Nicht-Amerikaner. Da könnte man nervös werden. Man, ja. Aber nicht Gerd Nefzer.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren