Lana Del Rey während ihrer LA to the Moon Tour am 05.02.2018 in Atlanta. (Quelle: dpa/Robb Cohen)
Audio: Inforadio | 17.04.2018 | Magdalena Bienert | Bild: dpa/Robb Cohen

Konzertkritik | Lana Del Rey - Kaputte Beziehungen, wunderschön verpackt

Lana Del Reys aktuelles Album ist politisch wie nie, doch beim einzigen Deutschlandkonzert ließ sie einige kritische Titel aus. Am Montag präsentierte sie in Berlin ein Best-of-Programm ihrer bisherigen Alben - leider ohne Gänsehaut-Momente. Von Magdalena Bienert

Keiner trägt die Schwermut so schön spazieren wie die 33-jährige Elizabeth Grant alias Lana Del Rey. Ihren Durchbruch hatte sie 2012 mit ihrem zweiten Album "Born To Die", das sich weltweit mehr als fünf Millionen Mal verkaufte. Wunderschön verpackt besingt sie ihre Todessehnsucht, verarbeitet kaputte Beziehungen oder sogar den Selbstmord einer Freundin.

Auf ihrer aktuellen Platte "Lust for Life", mit dem sie nun auf Welttournee ist, ist die Sängerin politisch wie nie. Beim Konzert in Berlin fehlen allerdings Titel wie "When The World Was At War We Kept Dancing" ("Als in der Welt Krieg war, tanzten wir weiter"), in dem sie fragt: "Ist das jetzt das Ende einer Ära, ist das das Ende von Amerika?"

Stattdessen ist das Konzert in der Berliner Mercedes-Benz-Arena eine Art Best Of. Die Queen des Vintage-Pop, die offen zugibt, an Panikattacken und Depressionen gelitten zu haben, singt sich durch alle fünf Alben.

Palmen und Liegestühle auf der Bühne

Mädchen mit Blumenkränzen und Männer mit Blüten im Haar rasten beim ersten Takt aus. Lana Del Rey nimmt sich immer wieder Zeit, um sich bei den ihr vertrauten Gesichtern in der ersten Reihe zu bedanken, und wirft Kusshände. Auf den beiden Leinwänden neben der Bühne wird sie nur schwarz-weiß gezeigt. Sie trägt ein superkurzes Minikleid mit Folklore-Bestickung, schwarze Overknee-Stiefel, Seitenscheitel und tiefen Zopf. Der perfekte Retro-Look zum Sound.

Der Name der Tour "L.A. to the Moon" ist Programm: Rechts und links auf der Bühne stehen Palmen, eingebettet von großen Steinen, zwischen denen Grün sprießt - daneben zwei Liegestühle. Mittendrin ein Flügel und der Percussionist, am Rand Keyboarder und Gitarrist. Im Hintergrund plätschert eine Film-Bucht. Fehlen nur noch Flamingos.

Bühne verwandelt sich in Lagune

Wenn sich die Sängerin auf den Bühnenboden legt, sieht es auf den beiden Leinwänden aus, als würde sie am Strand vom Meer umspült (bei "Pretty When You Cry") oder der Boden funkelt türkis und verwandelt die Bühne zur Lagune.

Lana Del Rey während ihrer LA to the Moon Tour am 05.02.2018 in Atlanta. (Quelle: dpa/Robb Cohen)
| Bild: dpa/Robb Cohen

Lana Del Reys häufiges Blinzeln ist das einzig Hektische an ihr. Jeder Schritt, das Zurückstreichen der Haare - alles wirkt bedacht und kontrolliert. Hat auf dieser Bühne je ein Künstler 12.000 Menschen entertaint, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten?

Lana Del Rey, die personifizierte Schwermut, öffnet an diesem Abend freundlich und mit einer Seelenruhe auf der Bühne Fanpost, macht minutenlang Selfies im Graben, sammelt immer wieder Geschenke ein und - und das überrascht bei einer durchgetakteten Welttournee dann doch - sie erfüllt mehrmals Liedwünsche des Publikums und wirft so die Setlist durcheinander. Allerdings auch mal Texte, wie bei "Dark Paradise". Doch stimmlich, und das war schon mal anders, ist sie gut bei der Sache. Zwei Backgroundsängerinnen bieten Unterstützung.

Kein Hit der Sängerin fehlt

"Video Games", "Blue Jeans", "Summertime Sadness" – kein Hit fehlt. Am Ende kommt noch "Get Free" vom aktuellen Album "Lust for Life" - für diesen Sound wurde sie kürzlich von Radiohead verklagt und tatsächlich klingt ihr Song verdächtig nach Radioheads Hit "Creep".

So entrückt Lana Del Rey meistens wirkt, mit ihrem ebenmäßigen, faltenfreien Porzellangesicht, mit Augen, die nie mitlächeln, so nahbar gibt sie sich in Berlin. Verspricht, nicht wieder Jahre verstreichen zu lassen, ehe sie wieder auftritt, und bedankt sich mehrmals, dass so viele gekommen sind. Doch trotz all ihrer Hits: Gänsehaut-Momente oder pure Extase außerhalb der ersten Reihen kommen nicht auf. Aber schön anzusehen war's.

Beitrag von Magdalena Bienert

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    Man merkt schon wieder, das die Verfasserin dieses Textes sich überhaupt nicht mit Lana del Rey auskennt und wahrscheinlich willkürlich zum Konzert geschickt wurde. Es ist alles sehr oberflächlich und ohne bedacht geschrieben.
    Ps. Lana den Rey war vor 4 Jahren zuletzt in Berlin und nicht vor 2.

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