Archivbild: Das Palais am Festungsgraben in Berlin-Mitte (imago/Ulli Winkler)
Bild: imago/Ulli Winkler

Prunkvoller Bau in Berlin-Mitte - Ideengeber streiten um das Palais am Festungsgraben

Der prunkvolle Bau aus dem 18. Jahrhundert macht etwas her. Doch was aus dem Palais am Festungsgraben in Berlin-Mitte werden soll, ist umstritten. Drei Konzepte sind in der engeren Auswahl – aber auch ein alter Vorschlag wird abermals eingebracht.

Die Begehrlichkeiten um das Palais am Festungsgraben in Berlin-Mitte halten an. Am Mittwoch meldete eine Initiative um den Zukunftsforscher Rolf Kreibich erneut ihr Interesse an, das historische Gebäude neben dem Deutschen Historischen Museum Unter den Linden als ein Haus für die Vereinten Nationen zu nutzen.

Der Vorschlag war bei den Beratungen des zuständigen Steuerungsausschusses allerdings schon gescheitert. Über die Zukunft des landeseigenen Gebäudes soll in den kommenden Monaten entschieden werden.

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hatte vor einem Jahr ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren für das Palais ausgeschrieben. Der Steuerungsausschuss mit Vertretern aus den Senatsverwaltungen und dem Bezirk Mitte wählte zuletzt drei von ursprünglich knapp einem Dutzend eingegangenen Konzepten aus.

Entscheidung steht noch aus

Laut einem Bericht des "Tagesspiegels" favorisiert Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) ein Konzept des landeseigenen Immobilienkonzerns Berlinovo, der aus dem Palais "ein offenes Haus für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Veranstaltungen" machen will. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) setze sich hingegen für ein Konzept des benachbarten Maxim-Gorki-Theaters ein, das sich mit Flucht und Schutz beschäftigt. An der Entwicklung dieser Idee waren mehrere Initiativen beteiligt wie die Hochschulplattform für Geflüchtete "Kiron". Die Humboldt-Universität hat zudem ein "Forum für Religionsfragen" vorgeschlagen.

Die abschließende Entscheidung steht nach Angaben der Finanzverwaltung noch aus.

Derzeit vor allem Standort für Büros

Das Palais am Festungsgraben ist Baujahr 1751 und gehört zu den Schmuckstücken des Landes Berlin. Es war Sitz des preußischen Finanzministeriums und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als "Haus der Kultur der Sowjetunion" neu eröffnet. Seit der Wiedervereinigung ist das repräsentative Haus vor allem ein Bürostandort. Das "Theater im Palais" übernahm 1991 einige Räume im Erdgeschoss. Lange gab es hier auch ein Restaurant und die "Tadshikische Teestube". Die zog 2013 in die Oranienburger Straße um.

Sendung: Abendschau, 04.04.2018, 19.30 Uhr

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