Die Rapper Kollegah und Farid Bang bei der Echo-Preisverleihung am 12.04.2018 in Berlin (Quelle: imago/Kern)
Bild: imago/Kern

Protestwelle nach Echo-Verleihung - Kollegah und Farid Bang wegen Volksverhetzung angezeigt

Den umstrittenen Rappern Kollegah und Farid Bang droht offenbar ein Verfahren wegen Volksverhetzung. Ein Mann aus Hamburg habe bei der Polizei Gütersloh Strafanzeige gegen die Musiker und den Vorstandschef der Bertelsmann-Tochter BMG, Hartwig Masuch, gestellt, berichtet das Bielefelder "Westfalen-Blatt".

Gewaltverherrlichung, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus

Kollegah und Farid Bang wird im Zusammenhang mit ihrem Album "JBG3" Gewaltverherrlichung, Frauenfeindlichkeit und auch Antisemitismus vorgeworfen. Trotzdem wurden sie Mitte April mit dem Echo-Musikpreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung sorgte für viel Protest und Empörung, zahlreiche renommierte Künstler gaben ihre eigenen Preise zurück.

Die Bertelsmann Music Group (BMG) mit Sitz in Berlin hatte die Zusammenarbeit mit den Rappern zunächst ruhen lassen, gegenüber dem "Westfalen-Blatt" erklärte BMG sie nun für beendet. Zugleich betonte die Plattenfirma demnach, sie halte alle geäußerten Vorwürfe gegen Vorstandschef Masuch für unbegründet. Weiter hieß es: "Bertelsmann distanziert sich von jeder Form von Antisemitismus und Diskriminierung."

Ermittlungen in Berlin?

Dem Bericht zufolge überprüft der Staatsschutz in Bielefeld die am Bertelsmann-Konzernsitz in Gütersloh gestellte Anzeige. Eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde erklärte, die Ermittlungen könnten wegen des Tatortprinzips auch in Berlin geführt werden.

Sendung: Inforadio, 24.04.2018, 15:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

20 Kommentare

  1. 20.

    Die Bertelsmänner wollten sich wohl mal so richtig progressiv und anti-spießig zeigen und haben sich mit ihrer Heuchelei ein gigantisches Eigentor geschossen. Recht so.

  2. 19.

    Keine Ahnung, was für eine Verschwörung Sie da vermuten - die Regeln, wie eine Echo-Nominierung und -Auszeichnung zustande kommen, werden hier recht transparent und ausführlich erklärt: http://www.echopop.de/pop-q-a/

  3. 18.

    Na mal sehen, ob vor Gericht Volksverhetzung Bestand hat und wie man sich solide mit einer Kunstform auseinandersetzt. Warum hat der Anzeiger nicht auch gleich die Leute mit angezeigt, die die Auszeichnung vorgeschlagen haben? Und warum werden von den Journalisten diese nicht benannt sondern anonym vom Echo geredet?

  4. 17.

    Damit hat man ja jetzt scheinbar genug getan. Politik muss weiterhin nichts unternhemen. Als ob Antisemitismus von diesen beiden Rappern kommen würde. Die haben mit ihrer Szene bestens kommerziell verdient und die aber nicht "geschaffen".

  5. 16.

    Genau hier befürchte ich, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Es wurde von Anfang an keine Diskussion geführt. Was passierte war eine mediale Hetzjagd. Ich habe sehr viele Berichte über das Thema gelesen, extrem schlecht recherchiert. Keiner hat sich ehrlich mit der Thematik Battlerap oder gar Hip Hop beschäft, eine Kunstform, die hierzulande nicht akzeptiert wird. Von verstehen wollen wir gar nicht erst sprechen. Nun will die Politik diese Kunstform zensieren. Das gabs doch schonmal vor langer Zeit. Komisch das sich hierrüber keiner beschwert.

  6. 14.

    Selbstverständlich ist der Rap an sich eine Kunstrichtung. Persönliches Gefallen oder Nichtgefallen kann da nicht ausschlaggebend sein.

    Die Frage, die sich mir stellt:
    Ist Kunst grenzenlos, wie das hin und wieder behauptet wird, sodass sofort von Einschränkung in die Kunstfreiheit gesprochen wird, wenn es um Grenzen geht oder hat Kunst in der Tat Grenzen?

    Wäre Leni Riefenstahls "Triumph des Willens" - ein von der Methodik her zweifellos bahnbrechender Film - nach heutiger Lesart nun preisverdächtig oder nicht, wenn wir bedenken, dass es sich um eine Glorifizierung des NS-Parteitags in Nürnberg gehandelt hat?

    Können wir uns den Luxus leisten, eine völlig sinnlose Schießerei im Halbsekundentakt mit einem Preis zu ehren, wenn das filmtechnisch brillant daherkommt oder gibt es doch eine Anfrage nach dem Inhalt, die mehr ist als die bloße Einordnung, ob das Gesamtkonzept irgendwie schlüssig ist?

    Eine OFFENE Diskussion wäre vonnöten.

  7. 13.

    Erster älterer Mensch mit Verstand hat gesprochen. Finde es mega gut das auch mal eine andere Generation sich zu Wort meldet. GRÜZe

  8. 10.

    Ich gebe ihnen vollkommen Recht. Was soll auch eine Generation, die zu Hauf in die Konzerte von H. Fischer rennen, mit Begrifflichkeiten wie "Battlerap" anfangen.
    Denken die doch, dass in Fischers Texte sich das wahre Leben spiegelt.
    Sicher, die Texte von Kollegha & Co. sind grenzwertig - aber mehr sind sie nicht.
    Letztlich liegt es an jeden Einzelnen, wie er die Texte deutet. Ich (62) höre darin nichts antisemitisches oder gar judenverachtendes. Für mich sind es Texte, die den Zeitgeist abbilden und der ist nun mal so.
    Das wir diesen ändern müssen, liegt in unserer Hand.
    Jetzt aber für den Zustand der Welt Kollegha & Co. verantwortlich zu machen, halte ich für überzogen.
    Bauernopfer, mehr nicht.

  9. 8.

    So,so jeder Rapsong ist also rassistisch, antisemitisch? Bin zwar kein Fan dieser Musik, doch weiß ich, das es genügend echt gute Songs gibt, besonders die von Frauen gesungenen.

  10. 7.

    Die Antwort ist doch sehr einfach: unsere junge Generation ist geradezu versessen auf diese Stilrichtung. Fette Bässe und der wahre Hintergrund des Rap( USA )an sich tun sein übriges. Nur muß unterschieden werden zw. RAB und dem Gangsta RAB. Bei letztgenannten sagt der Name schon alles.

  11. 6.

    Das wirkt alles nur noch scheinheilig so nach dem Motto Upps die da draußen haben was gemerkt, jetzt müssen wir retten was noch geht!

  12. 4.

    Das Problem sind nicht die beiden Rapper. Das eigentliche Problem ist, dass deren "Kunst" nachgefragt wird, und vor Allem von wem.

  13. 3.

    "Bertelsmann distanziert sich von jeder Form von Antisemitismus und Diskriminierung."

    ui.... jetzt auf einmal?!?

  14. 2.

    So langsam wirds lächerlich. Ist die Zeile geschmacklos? Aber sowas von. Aber der grösste Fehler ist doch, zu glauben, dass der geneigte Leser mit der Thematik Battlerap was anfangen kann. Rap und Hip Hop war schon immer der Spiegel der Gesellschaft und ist die authentischste Form der Musik. Wie vesagt, die beiden haben mit der Zeile übers Ziel geschossen aber hätte sich nur jeder, der sich jetzt darüber aufregt, so Alarm bei richtigen Antisemitismis gemacht. Einfach scheinheilig!

  15. 1.

    In Zukunft sollte man sich die Texte besser kritischer anhören und nicht jedem ob Boschido oder sonstwen den ECHO geben.

Das könnte Sie auch interessieren