Vier Inderinnen tanzen auf dem Umzug des Karneval der Kulturen im Jahr 2017 (Quelle: Simon Becker / Le Pictorium)
Audio: Inforadio | 14.05.2018 | Julia Vismann | Bild: MAXPPP

Start diesmal an der Yorckstraße - Der Karneval der Kulturen zieht andersrum durch die Stadt

Der "Karneval der Kulturen" will am kommenden Pfingst-Wochenende wieder Hunderttausende Berliner auf die Straßen locken. Doch eine wichtige Neuerung gibt es beim Umzug: Die Multikulti-Parade mit mehr als 4.000 Teilnehmern in 68 Gruppen wird am Pfingstsonntag nicht wie bisher vom Hermannplatz über die Hasenheide, Gneisenau- und Yorckstraße nach Kreuzberg ziehen - sondern genau andersherum.

"Damit soll der Umzug vom Straßenfest rund um die Amerika-Gedenkbibliothek entzerrt werden", sagte Karnevals-Leiterin Nadja Mau sagte. Startpunkt ist an der Yorck-Ecke Großbeerenstraße.

In diesem Jahr nur drei statt vier Bühnen

Erstmals zieht der Karneval in diesem Jahr unter der finanziellen Obhut des Senats durch die Straßen Berlins. Das Fest wird mit 830.000 Euro aus dem Mitteln der Kulturverwaltung gefördert. Der Senat wolle damit "Kontinuität und Verlässlichkeit" des Festes sichern, sagte Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert am Montag.

Geplant sind auch strengere Zugangskontrollen. Sobald 75 Prozent der Kapazität erreicht sind - rechnerisch sind das zwei Personen pro Quadratmeter - sollen je nach Lage einzelne Zugangsstraßen gesperrt werden. Das Straßenfest vom 18. bis 21. Mai wird etwas abgespeckt: Es werde nur noch drei statt wie im Vorjahr vier Bühnen geben. Die Anzahl der Stände bleibt allerdings gleich: 300 von ihnen bieten wieder Leckerbissen und Kunstgewerbe aus aller Welt.

Sendung: Abendschau, 14.05.2018, 19.30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Von einem Plan, die Fahrbahn mindestens für 183 Tage pro Jahr für Feste zu nutzen, wüsste ich nichts ...

  2. 7.

    Die Straße ist in Gehweg und Fahrbahn(en) unterteilt. Und mit Sicherheit ist die Fahrbahn zum Fahren geschaffen worden. Festwiesen sind für Feste. Können Sie belegen, dass die Straße in erster Linie für Feste gedacht sind?

  3. 6.

    Ich würde da klar unterscheiden zwischen den Marathon-Veranstaltungen, bei denen die Straßen vollkommen abgesperrt sind, keinerlei Durchlass mithin ist und Straßenfesten andererseits, wie der Karneval der Kulturen einer ist. Da kommen Sie immer durch, wenngleich auch anders als sonst, Kein bloß beiseite stehendes Publikum, was die Sperr-Wirkung sogar noch vergrößert.

    Auf Läufe, Rennen und Marathon-Veranstaltungen, bei denen eine Stadt zur bloßen Hintergrund-Kulisse wird, kann m. E. gut verzichtet werden. Da reicht dann für eine internationale Übertragung eine bloße filmische Einblendung einer Berlin- (oder Potsdam-)Kulisse. Straßenfeste beziehen sich dagegen aktiv auf die Umgebung, sie tauchen ein in sie und ein Hinein- (und Hinaus-)GEHEN ist jederzeit möglich.

    Nirgendwo steht geschrieben, dass der Straßenraum der schnellstmöglichen Fortbewegung dienen muss, nur der Fortbewegung an sich. Das wäre ansonsten ein krasses Missverhältnis in Bezug auf die Stadt.

  4. 5.

    Ich stimme Ihnen zu. Und wenn es gar nicht anders geht, könnte man ja diese Feste pp. auf das Tempelhofer Feld verlegen. Dafür sollte es gut sein, wenn dort schon nicht mal am Rand Wohnungen gebaut werden dürfen.

  5. 4.

    .... wo er recht hat, hat er recht. Ganz übel finde ich persönlich die ganzen div. Rundfahrten oder Marathons, da kann man gar nicht mehr von A nach B kommen.

  6. 3.

    Wenn einem das kulturelle Leben in Berlin nicht gefällt (für das die Stadt übrigens bekannt und berühmt ist - und zwar seit jeher), sollte man vielleicht darüber nachdenken, ins leere Umland zu ziehen ... Da hat man schön seine Ruhe und der Bus wird sicher bei seinen Touren über Stock und Stein nicht gestört.

  7. 2.

    So ist das nun mal: Die Straße ist zuallererst zum Leben da und nicht zum schnellstmöglichen Fortbewegen.
    Schließlich können diejenigen, die vor und nach ihrer Arbeit dort stundenlang ihre Zeit verbringen wollen/müssen nicht nachrangiger betrachtet werden als diejenigen, die in Minutenschnelle dort durchrauschen und denen die gerade gewählte Fahrbahn doch herzlich egal ist.

    Jede Stadt, die etwas auf sich hält, kann darum nur Einladungen aussprechen zu noch mehr StraßenLEBEN. Aus 1 %iger wirklicher lebendiger Nutzung können da, was die Nutzung an Wochentagen angeht, ruhig 10 % werden. - Wer die simple und unrealitisch schnellstmögliche Fortbewegung sucht, kommt woanders auf seine Kosten: Los Angeles fällt mir ein oder Städte in Scheichtümern, die auf "große weite Welt" machen und doch nur techn. Funktionsapparate sind.





  8. 1.

    Ob man sich in dieser Stadt wenigstens mal an einem Wochenende normal bewegen kann? Ohne Sperrungen, ohne Umleitung, ohne BVG Ausfälle wegen immer anderen Veranstaltungen? Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, einen Großteil dieser Wochenendveranstaltungen ins leere Umland zu verlegen. Wenn,s interessiert, der geht auch dorthin. Die Herthafans wollten ja auch alle nach Ludwigsfelde.

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