Symbolbild: Ein Mitarbeiter geht im August 2016 durch einen Gang mit leeren Vitrinen im Ethnologischen Museum (Bild: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Erstmals in Geschichte der Institution - Ethnologisches Museum gibt Objekte an Indigene zurück

Das Ethnologische Museum Berlin gibt erstmals in seiner Geschichte Objekte aus seiner Sammlung an Vertreter des Herkunftslandes zurück. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wird die insgesamt neun Grabbeigaben aus Alaska nächsten Mittwoch (16. Mai) überreichen, wie die Stiftung am Mittwoch in Berlin mitteilte. John Johnson von der Chugach Alaska Corporation werde sie entgegennehmen.

Die Anfrage zur Rückgabe der Objekte sei die erste einer Herkunftsgesellschaft an das Museum gewesen, hieß es. Die Stücke waren in den 1880er Jahren durch den norwegischen Forschungsreisenden Johan Adrian Jacobsen nach Berlin gekommen, der im Auftrag des damaligen Königlichen Museums für Völkerkunde zu einer Sammelreise unterwegs war.

Hinweise auf Grabplünderung

Laut Stiftung deutet "alles darauf hin, dass die Objekte aus einer Grabplünderung und nicht einer genehmigten archäologischen Grabung stammen". Der Stiftungsrat habe daher im Dezember dem Beschluss zur Rückgabe der Objekte zugestimmt, hieß es weiter. Dies markiere "einen weiteren Schritt auf dem Weg der Kooperation des Museums mit indigenen Gruppen" aus der Region. Demnach war bereits 2015 eine Delegation aus Alaska nach Berlin gereist, um eine Zusammenarbeit bei kommenden Projekten anzuregen.

Sendung: Inforadio, 09.05.2018, 18 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Restitution sieht anders aus. Man könnte nämlich vermuten, dass vor geplanter, quasi "Best of"-Ausstellung im Humboldt-Forum bestimmte, offiziell belastete Stücke einfach "entsorgt", pardon, zurückgegeben werden. Mit Überzeugung hat das dann wenig zu tun, erst recht wenn man Herrn Parzingers Angaben zu vielem Raubgut folgt, man habe das ja nachweislich in der Vergangenheit offiziell erworben.

    Über Restitution u. Provenienzforschung können wir ja gerne einmal ernsthaft reden, wenn es um besagte Stücke im Stadtschloss geht. Ein kluger Vorschlag von Studierenden war, in diesem künstlich die Vergangenheit wieder aufleben lassenden Preußen-Glanz-und-Gloria-Prunkbau nur ebenso künstliche "Fake"-Ausstellungsstücke zu präsentieren. Wenn man das mit der Provenienz der Originalstücke kombiniert, wird daraus tatsächliche Restitution bzw. auch erst dann, wenn man die Herkunftsregionen/ -länder nicht zu (Dauer)Leihgaben nötigt und Restitution davon abhängig macht.

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