Randy Crawford bei einem Live-Konzert
Audio: Inforadio | 08.05.2018 | Susanne Bruha | Bild: imago stock&people

Randy Crawford im Admiralspalast - Wohlfühlabend mit dem "Lucky Girl"

Randy Crawford wird oft in einer Reihe mit Aretha Franklin oder Nina Simone genannt. Der ganz große Durchbruch blieb ihr zwar verwehrt, dennoch gehört sie zu den erfolgreichsten Jazz-und Soulsängerinnen der Welt. Jetzt sang sie im Berliner Admiralspalast. Von Susanne Bruha 

Es war im neuen Jahrtausend immer ruhiger geworden um die sowieso eher zurückhaltende Randy Crawford. Ihr letztes Album "Feeling Good" ist 2006 erschienen, und mit dem ist die Soulsängerin jetzt nochmal auf Deutschlandtour. Ruhig und gediegen startet der Abend im Berliner Admiralspalast. Die Band spielt zunächst ohne Randy und gibt einen Vorgeschmack auf den Abend mit feinstem Jazz. Als die 66-Jährige die Bühne betritt, sieht das Publikum eine alt gewordene Frau, sie trägt die Haare kurz und grau und ein rot-gemustertes Batikkleid, schwerfällig setzt sie sich auf einen Hocker. 

An der Stimme ist das Alter vorbeigegangen

Mit dem ersten Lied "One Hello" aus dem Jahr 1982 begibt sich der Saal auf eine Zeitreise drei Jahrzehnte zurück. Stimmlich ist Crawford überhaupt nicht gealtert. Mit ruhiger Art und heller Stimme holt sie das Publikum erstmal runter, raus aus dem Alltag, rein in eine Entschleunigung für die Ohren. Crawfords Musik ist Soul-Jazz zum Zuhören, die Texte sind tiefromantisch, der Sound dabei völlig kitschfrei. Unaufgeregt im Midtempo tief aus der Körpermitte schöpft Randy ihre Lieder und zielt mit ihnen tief in die Bäuche ihres Publikums - das die Frage "Just feeling good with me this evening?" nur noch butterweich mit "Yeah!" bestätigen kann.

Crusaders-Gefährte Joe Sample ist mittlerweile tot

Das Album "Feeling Good" hatte Crawford zusammen mit Joe Sample produziert, der Mitgründer der Crusaders ist vor drei Jahren gestorben. Nach seinem Tod habe sie sich die Haare kurzgeschnitten, erzählt die Sängerin. Seitdem würden sie einfach nicht mehr wachsen. Trotz Schicksalsschlägen, Randy Crawford spricht von sich als "Lucky Girl": Zwar sei das Musikgeschäft hart, aber es sei nun mal ihr Beruf, und sie habe immer gern Musik gemacht. Es klingt nach Abschied.  

Demut und Strenge

Dann lobt sie die Band und vor allem den Admiralspalast, der sei ja so ein schönes Theater, wenn nur ihre Mutter hier "ihr Baby" singen sehen könnte. Alles was Crawford sagt, sagt sie voller Demut und Dankbarkeit. Es sei denn, sie gibt dem Pianisten Anweisungen, dann wird sie schon mal strenger: Mal soll der relaxen, mal aufwachen und einfach Spaß haben. Der Mann am Flügel gibt sich alle Mühe, das Publikum dankt es und feiert nicht nur, aber eben auch die Hits "Street Life" oder "Wishing on a star".

"Lasst uns nach Hause gehen"

Nach anderthalb Stunden Liebes- und Lebensliedern verabschiedet sich Randy Crawford mit den Worten "Gut jetzt, lasst uns nach Hause gehen", man sähe sich doch hoffentlich wieder in der Zukunft ...?

Ja, gern.

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Aus finanziellen Gründen konnte ich leider am Konzert nicht teilnehmen, Das Album“Feeling Good“ wird meiner Meinung nach völlig unterschätzt. Wenn ich Stimmungsschwankungen habe, höre ich zuerst Nina Simone. Sie holt mich mit ihrer Stimme wieder herunter. Anschließend genieße ich diese wunderbare Stimme von Randy Crawford mit Liedern, wie: Lovetown, All Night Long, End of the Line und natürlich Feeling Good. Es ist wie eine Therapiestunde.

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