Archivbild: Wolfgang Völz. (Quelle: imago)
Video: Abendschau | 04.05.2018 | Joachim Rüetschi | Bild: imago

Nachruf auf Wolfgang Völz - Die unverwechselbare Stimme ist verstummt

Der Schauspieler Wolfgang Völz ist tot. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, starb er am Mittwoch im Alter von 87 Jahren in Berlin. Berühmt geworden war er durch seine Rollen in TV und Film und auch als Synchronsprecher, zuletzt von "Käpt'n Blaubär". Von Reiner Veit

Der Schnurrbart, diese markante Nase und die noch markantere Stimme werden von Wolfgang Völz noch lange in Erinnerung bleiben. Und diese Stimme, so unverwechselbar sie war, so wandlungsreich war sie. Ob als-Rolls-Royce-Chauffeur für den "Grafen Yoster", als Mario de Monti in der legendären ARD-Serie "Raumpatrouille Orion" oder als "Käpt'n Blaubär".

Bei allem was im deutschen Kino und Fernsehen Erinnerungswert hat, war Wolfgang Völz dabei: Ob "Stahlnetz", "Kriminalmuseum", "Charleys Tante", "Salto Mortale" oder "Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse". Erfolge verzeichnete Völz in Serie. Und Humor, den hatte Völz auch. Privat und im Job. So hatte er kein Problem damit - in Anspielung auf seine zahlreichen Rollen in deutschen Kinohits der sechziger Jahre - in der Edgar-Wallace-Parodie "Der Wixxer" mitzuspielen und auch in der Fortsetzung "Neues vom Wixxer" mitzumachen.

"Eine absolut linke Socke"

Angefangen hat der gebürtige Danziger am Theater, davor aber stand erstmal eine Bäckerlehre. Der Sozialdemokrat Völz spielte politisches Kabarett bei den "Stachelschweinen" und erklärte das augenzwinkernd mit den Worten: "Ich bin eine absolut linke Socke." Völz stand auf der Theaterbühne und vor Film- und Fernsehkameras, war im Kino Partner von Hans Albers, Gerd Fröbe und Dietmar Schönherr. Zeitlebens waren Schönherr und Völz eng befreundet.  

Synchronstimme von Walter Matthau und Käpt'n Blaubär

Obgleich Völz nie unterbeschäftigt war - pi mal Daumen war er in mehr als 600 Rollen unterwegs - fand er immer wieder Zeit für Synchronarbeit, verbrachte Tage und Wochen in Ton- und Synchronstudios. Denn seine einerseits unverwechselbare und dennoch sehr wandlungsreiche Stimme war gefragt, als deutsche Stimme für Peter Ustinov, Mel Brooks, Michel Piccoli oder Walter Matthau, um nur einige zu nennen. Dazu sprach Wolfgang Völz unzählige Hörbücher ein und übernahm Rollen in Hörspielen.

Die Leute hätten ihm manchmal vorgeworfen, er mache ja alles, Werbung, Fernsehen, Kinderplatten, Hörbucher, schilderte Völz und sagt dann, er habe immer ein anderes Prinzip gehabt: "Um keine Schwielen an der künstlerischen Seele zu haben, muss man immer arbeiten."

Schauspiel war für Völz Handwerk

In einem Spiegel-Gespräch bezeichnete sich Völz vor wenigen Jahren als "eine Art Mundhandwerker", für den der Beruf immer Handwerk war, nicht Kunst. Und Künstlerisches habe er nur gemacht, wenn es unbedingt sein musste. Und diese Haltung machte Wolfgang Völz zu einem großen Schauspieler, dessen Schauspiel große Kunst war - vielleicht weil sie es ja nie sein sollte.

Beitrag von Reiner Veit

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 9.

    I weiß dass er er kein Ur Berliner war, deshalb schrieb ich auch "richtiger" Berliner. Er konnte "richtig" Berliner sein, wenn er wollte. Und den Zusammenhang meiner Worte mit Juhnke und Pfitze haben Sie auch nicht richtig verstanden. Aber macht nichts.

  2. 8.

    W.Völz war kein Urberliner. Doch man könnte meinen er ist es und wir Berliner haben ihn steht’s Willkommen geheißen. Mir ist er besonders wegen seiner Stimmgewaltigkeit bei Käpt’n Blaubär in sehr guter Erinnerung geblieben und bleibt es für immer. R.I.P.

  3. 7.

    Graf Yoster läuft derzeit zu extrem Mitternächtlicher Stunde irgendwo im ö.r. TV. Ebenso wie einige wenige andere Highlights der sixties. Die ARD und ZDF hat einen Fundus an Material aus den 60 und 70 iger Jahren, was sie nicht veröffentlicht.
    W.V. nahm kein Blatt vor dem Mund, er war ein richtiger Berliner von altem Schrot und Korn. Pfitze, Juhnke sie alle reihen sich ein in diese alte West Berliner Liga.
    Völz war kein einfacher Mensch, aber zu gegebener Stunde war er sehr redselig.
    Der Mann hatte viel mehr zu bieten als nur Käptn Blaubär.

  4. 6.

    Mögen Sie in Frieden ruhen, und "Rücksturz zur Erde".

  5. 4.

    Ein schlimmer Verlust. Was wird jetzt bloß aus Käptn Blaubär??

  6. 2.

    Unser, Herzliches Beileid, für die Familie Völz. Wolfgang Völz, hinter lässt eine große Lücke aber er hinter lässt, auch,ein Lächeln im Gesicht, bei den Menschen, die an Ihn denken. Liebe Grüße Familie Doerk

  7. 1.

    Ich kenne ihn schon als Ossikind aus dem Westfernsehen. Habe ihn immer gern gesehen. RIP!

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