Die Engländerin Charlotte Wührer, studentische Stadtschreiberin in Berlin (Quelle: dpa, Nina Zimmermann)
Bild: studierendenWERK Berlin

Erste studentische Stadtschreiberin - Charlotte Wührer setzt sich auf Denglisch mit Berlin auseinander

Ein ganz neues Deutsch hat Charlotte Wührer auf Lager - und das hat nun auch die Vergabejury für den neuen studentischen Stadtschreiberposten überzeugt: Denglisch. Am Montag präsentiert Charlotte Wührer ihre ersten Einträge.

Die Engländerin Charlotte Wührer ist Berlins erste studentische Stadtschreiberin. Am Montagabend sollten ihre ersten Texte auf einem Literaturblog erscheinen, kündigte nun die Sprecherin des Studierendenwerks, Jana Judisch, an.

Mit dem neuen Stadtschreiberprojekt "Berlin Stories" soll die Sicht von Studenten auf Berlin gezeigt werden. Wührer wird mindestens ein Semester lang ihre Eindrücke und Gedanken zur Stadt veröffentlichen und auf verschiedenen Lesebühnen vortragen.

Die Schreiberin ist nun eine studentische Mitarbeiterin

Die 27-Jährige studiert "English Studies" an der Freien Universität, ist Autorin und Übersetzerin. In ihren Texten schreibt die Tochter deutscher Eltern auf "Denglisch", einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Diese Besonderheit habe die Jury überzeugt, erläuterte Judisch. Beworben hatten sich 51 Studenten von zehn Hochschulen.

Stadtschreiber gibt es in verschiedenen deutschen Städten. Meist ist das Amt mit einem Literaturpreis oder -stipendium oder auch einer kostenlosen Wohnung verbunden. Wührer habe für ihren Job als Stadtschreiberin einen Arbeitsvertrag als studentische Mitarbeiterin beim Studierendenwerk bekommen, erläuterte Judisch.

Die Jury hatte außerdem zwei Bewerberinnen mit einer lobenden Erwähnung bedacht: Dana Vowinckel und Peregrina Walter. Alle drei sollen am 5. Juni bei der Berlin Stories-Auftaktlesung in der coffebar c.t. auf der Universitätsstraße nahe Unter den Linden auftreten .

Sendung: Kulturradio, 14.05.2018, 15 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 11.

    DEnglish finde ich überhaupt nicht gut, dann lieber weltweit English als einheitliche Sprache, wenn dann aber US English. Bei einigen Anglizismen kann einem schlecht werden.

  2. 10.

    Natürlich verändert sich Sprache. Jedoch muß man nicht jede Entwicklung gut heißen oder gar mitmachen. So manche Veränderung zeugt leider von der geistigen Verflachung der breiten Masse. Das hat die deutsche Sprache nicht verdient.

  3. 9.

    Nicht nutzen? Welche Sprache nutzten Sie für Ihren Kommentar?
    Viel Glück bei der Suche der Lösung.

  4. 8.

    Na ja, bei aller Kritik: Das beste Gegenmittel gegen derartige sprachliche Verhunzungen wäre ein liebevoller Umgang mit der Sprache. Das ist nicht unbedingt der einfachste und unkomplizierteste.

    Im Grunde genommen hat es immer schon einen Unterschied zwischen der mündlichen und schriftlichen Sprache gegeben: Reden, wie der Schnabel gewachsen ist, auch fern aller grammatikalischer Regeln, im anderen: Wegen des Anspruchs auf Nachlesbarkeit die Worte in etwas anspruchsvollere Form gebracht.

    Die klassische "Politiker-" und "Technokraten-Sprache" kommt oft genug glattgeschliffen daher und im Internet wird eine Sprache nachlesbar eingestellt, die zumindest beim späteren Nachlesen nur noch einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

    Verkehrte Welten.

    "Eimer*Innen" trifft es übrigens recht gut, sprach doch neulich jemand karikierend von "dem Fels" und "der FelsIn". Mein Liebling in dieser Hinsicht sind "vorherrschende" und "vorfrauschende Verhältnisse".



  5. 7.

    Sprache hat sich schon immer verändert. und denglish soll deutsch nichht ersetzen, es ist eine weitere Srache. Und wer heute die Sprache von Goethe oder Schiller liest, fragt sich auch, was die damals wohl eingeworfen haben. Jede Zeitepoche entwickelt die Sprache dementsprechend weiter. Die Dichter- und Denkersprache deutsch bleibt aber für die Ewigkeit. Man kann sie lesen, doch nicht mehr wirklich nutzen.

  6. 6.

    Jetzt auch egal, die deutsche Sprache ist sowieso im Eimer*innen.

  7. 5.

    Ich bin über diesen Kommentar ausgerechnet von Ihnen sehr überrascht und freue mich umso mehr über ihn. Danke. Sie sprechen mir aus dem Herzen.

  8. 4.

    Ich kann aber Denglisch nicht mehr hören, wird übrigens von Dt., die falsch Englisch sprechen, produziert - möchte sie das jetzt extra noch künstlich erzeugen? Was soll der Quark?

  9. 3.

    Ich gestehe zwar English als Internationale Sprache an, doch gerade unsere schöne deutsche Sprache gerät zunehmend ins Abseits. Auch der Werteverfall durch unzureichende (Schul)Bildung nimmt seinen Lauf.

  10. 2.

    ... was keiner braucht.

  11. 1.

    Für mich ist das recht ambivalent: Eine Mischung kann kreativ sein und sie kann auch problematisch sein. Das ist eher eine Frage des Ausmaßes und der Geschwindigkeit.

    Die wenigsten treffendsten Ausdrücke unserer Muttersprache sind wirklich hierzulande entstanden, die meisten Ausdrücke kamen durch jeweils neueste Umstände aus anderer Kulturen hinzu. Das ist die Toilette, die den übelriechenden und vom Haus verbannten "Ab-Ort" ersetzte, das ist Tara im Geschäftlichen zwischen Brutto und Netto, beim Sofa und beim gegessenen Joghurt nicht wesentlich anders.

    Brainstormung, als vorab ungerichtete Ideensammlung und Teamwork, wo es sich tatsächlich um eine hierarcheifreie Zusammensetzung einer Gruppe handelt, wäre seitens des Englischen zu nennen.

    Weshalb aber ein "Date" das Treffen ersetzen, weshalb ein situationsunspezifisches "Ticket" die Eintrittskarte, Fahrkarte und Parkkarte ersetzen soll, vermag ich nicht recht einzusehen.

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