Der ehemalige Wohnsitz von Achim und Bettina von Arnim: Schloss Wiepersdorf in Teltow-Fläming. (Quelle: dpa/Herrmann)
Audio: Inforadio | 25.06.2018 | Dominik Lenz | Bild: dpa/Eventpress Herrmann

Noch kein neuer Betreiber gefunden - Künstler protestieren für Erhalt von Schloss Wiepersdorf

Vor der Schließung der traditionsreichen Künstler-Residenz Schloss Wiepersdorf (Teltow-Fläming) wollen am Montagabend mehrere Künstler protestieren. Ehemalige und aktuelle Stipendiaten des Hauses treffen sich dafür im Brecht-Haus in Berlin-Mitte. Die Schriftsteller, Maler und bildenden Künstler wollen damit auf die unklare Situation des Hauses aufmerksam machen.

Das Schloss Wiepersdorf soll wegen Renovierungsarbeiten ab 31. Juli mindestens für anderthalb Jahre geschlossen werden. Noch ist aber unklar, wie es danach weiter geht. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steigt als bisherige Betreiberin aus. Ein neuer Betreiber ist noch nicht gefunden.

Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Künstler befürchten Kommerzialisierung

Der Finanzausschuss des Potsdamer Landtags hatte sich zwar fraktionsübergreifend hinter das Haus in seiner jetzigen Form gestellt, bei Stiftung und Brandenburger Kulturministerium herrscht allerdings Stillschweigen über die weiteren Pläne. Das kritisieren die Künstler. Sie fürchten eine Kommerzialisierung und bemängeln, dass sie selbst in den Prozess nicht einbezogen werden.

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) hat sich bereits dafür ausgesprochen, das Schloss Wiepersdorf (Teltow-Fläming) als Künstlerresidenz zu erhalten.

Seit Jahrzehnten können sich Künstler unter anderem beim Land Brandenburg um ein Stipendium in Schloss Wiepersdorf, dem einstigen Wohnsitz der Dichter Achim und Bettina von Arnim, bewerben. Das Anwesen wurde schon in der DDR als Arbeits- und Erholungsstätte genutzt. Damals verbrachten auch berühmte bSchriftsteller wie Anna Seghers, Christa Wolf oder Arnold Zweig hier teils mehrere Wochen.


Sendung: Inforadio, 26.06.2018, 07:00 Uhr
 

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Viel zu einfach gestrickt Ihr Kommentar. Nur wenige Künstlerinnen haben einen gewissen Matktwert erreicht( siehe den Genialen Gerhard Richter o.andere). Und wieso soll dieses wunderschöne Haus nicht weiterhin Menschen mit Kunst und Sachverstand vorbehalten bleiben? Die Idee ist doch sehr einleuchtend. Oder soll daraus etwa eine Nobelherberge für gut Betuchte daraus entstehen? Aber dazu fehlt ja der Golfplatz.

  2. 2.

    Ein Haus mit dieser Geschichte zur Option zu stellen, passt wunderbar nach Brandenburg, da ist eben vieles möglich. Angesichts der hohen Ausgaben für Bankenrettungen und EU-Projekte wäre es eine Schande, wenn Schloss Wiepersdorf weichen müsste. In einer schwachen Region ist Wiepersdorf ein Leuchtturm-Projekt und bietet auch Arbeitsplätze für die dort lebenden Menschen.

  3. 1.

    Dann müssen die Künstlerinnen und Künstler sich eben zusammentun und das Anwesen kaufen, sofern verkäuflich. Dann lernen die auch mal, welcher Aufwand mit dem Betrieb einer solchen Immobilie verbunden ist. Ich verstehe dieses Anspruchsdenken nicht, dass die Leute sich ins gemachte Nest setzen wollen, und sich gefälligst irgendjemand kümmern soll. Am besten noch mit dem Geld anderer Leute. "Selber machen" lautet die Devise.

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