Simon Rattle und Ehefrau Magdalena Kozena beim Abschiedskonzert des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Video: Abendschau | 24.06.2018 | Petra Gute | Bild: dpa/Jens Büttner

Goodbye, Sir Simon Rattle - Umjubeltes Abschiedskonzert in der Berliner Waldbühne

Zum letzten Mal hat Sir Simon Rattle am Sonntag als Chef die Berliner Philharmoniker dirigiert. Gemeinsam mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Magdalena Kozena, musizierte er in der Waldbühne. Und beim letzten Lied des Abends ging es dann lässig zu.

Mit einem umjubelten Open-Air-Konzert in der Berliner Waldbühne hat sich Sir Simon Rattle am Sonntagabend von seinem Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker verabschiedet. Solistin war seine Frau, die Mezzosopranistin Magdalena Kozena. 

Abschied mit einem Bier in der Hand und "Berliner Luft"

Die Philarmoniker hatten einen farbenfrohen, brillanten Abschied angekündigt. Auf dem Programm standen neben Werken von George Gershwin, Gabriel Fauré, Aram Chatschaturjan und Ottorino Respighi zahlreiche Lieder aus Joseph Canteloubes "Chants d'Auvergne", gesungen von Kozena. Die Liedsammlung sei ein "idealer Programmpunkt für die sommerliche Naturkulisse der Waldbühne", so die Philharmoniker.

Als Zugabe erklang u.a. "Pomp And Circumstances" von Edward Elgar. Zum Abschluss spielten die Philharmoniker "Das ist die Berliner Luft", während Sir Simon Rattle mit einem Glas Bier in der Hand locker durch das Orchester ging und sich von den Musikern einzeln per Handschlag verabschiedete. Die Blechbläser hatten zuvor als Gag weiße Lockenperücken aufgesetzt.

Rund 20.000 Klassik-Fans trotzten Kälte und Nieselregen, um Rattles Abschiedskonzert zu erleben. Wegen der großen Kartenachfrage hatten die Philharmoniker die Generalprobe am Samstag zusätzlich als Konzert für das Publikum angesetzt.

Ein Abschied nur für kurze Zeit

Rattle war 2002 Nachfolger von Claudio Abbado an der Spitze des Orchesters geworden. Er ist seit einem Jahr Chef beim London Symphony Orchestra. In Berlin wird Kirill Petrenko, aktuell bei der Bayerischen Staatsoper, zur Spielzeit 2019/20 Rattles Position übernehmen.

Der Abschied von Simon Rattle ist übrigens nur einer auf Zeit: Bereits im März wird der Brite erneut mit den Philharmonikerin Berlin auftreten - dann allerdings als Gastdirigent.

Sendung: Inforadio, 24.06.2018, 9 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Seit Jahrzehnten nun bewundere ich die Art, wie Sir Simon Musik zu vermitteln und sie zu einem gegenständlichen Erlebnis zu gestalten weiß. Ob im Saal oder vor dem Bildschirm: Es war immer spannend, immer eine neue Wahrnehmung, auch bei bekannteren Werken. Schön, wie Sir Simon die Musiker dort abholt, wo sie sind, und als Mittler zwischen Orchester und Publikum wirkt – ohne Starallüren, wohl aber mit ansteckendem Enthusiasmus und großer Begabung. Der Auftritt mit seiner Ehefrau Magdalena war ein krönender Abschluss, herzlichen Dank für diese glanzvollen und doch familiären Momente und für all die Jahre, die uns Sir Simon mit viel Können, Initiative und Sympathie erfreut hat. Tröstlich, dass man ihn nicht ganz vermissen muss! Bis es soweit ist, weiterhin alles Gute - privat wie beruflich!

  2. 1.

    Habe das Konzert soeben im Fernsehen verfolgt. Abgesehen von der tollen Musik und dem tollen Orchester machte es Spass, Simon Rattle zuzuschauen. Grosse Klasse. Etwas wehmütig musste ich dabei an unser Orchester im Staatstheater Cottbus und die Querelen mit dessen Chef denken.

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