Blick auf den Platz vor der Amerikagedenkbibliothek (Quelle: dpa, Tim Brakemeier)
Video: rbb Aktuell | 19.06.2018 | Bild: dpa

Neben Amerika-Gedenkbibliothek - Berlins Zentral- und Landesbibliothek kommt nach Kreuzberg

Das jahrelange Hickhack scheint beendet: Der Neubau für Berlins Zentral- und Landesbibliothek soll direkt neben der Amerika-Gedenkbibliothek entstehen. "Alles lief auf diesen Standort hinaus", so der Kultursenator. Doch schnell geht es jetzt trotzdem nicht.

Der Neubau der Zentral- und Landesbibilothek Berlins (ZLB) soll in Kreuzberg direkt neben der Amerika-Gedenk-Bibliothek (AGB) entstehen. Das erklärte der Senat am Dienstag und beendete mit der Entscheidung eine jahrelange Hängepartie.

An dem Standort unweit des Halleschen Tores könnten, so Kultursenator Klaus Lederer (Linke), alle derzeit parkähnlich anmutenden Teile des Gesamtareals bebaut werden, "inklusive Parkplatz und Park".  Zum AGB-Bau könnten dann, so der Senator, ein oder zwei Bauten hinzu kommen. Auch das derzeitige Gebäude der Amerika-Gedenkbibliothek solle genutzt werden. Wie genau das aussehe, sei aber später die Aufgabe von Architekten.

Zunächst müsse ein Bedarfsprogramm erstellt werden. Außerdem liefen ab 21. August die Partizipationsprozesse an. Dann müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Erst später, so Lederer, gebe es einen neuen Rahmenterminplan für die künftige Zentrale Landesbibliothek. Er gehe von einem Baubeginn Mitte der 20er Jahre aus. Die Dringlichkeit sei ihm aber bewusst."Wir brauchen diese Bibliothek wirklich", sagte Lederer. Denn die Zustände an den jetzigen Standorten würden immer unzumutbarer. Aber ein paar Jahre werde es noch dauern.   

"Alles lief auf diesen Standort hinaus"

Das jahrelange Gezerre um einen Platz, an dem die bisherigen Standorte der Zentral- und Landesbibliothek zusammengelegt werden können, findet nun ein vorläufiges Ende. Zuletzt waren noch das Marx-Engels-Forum in Mitte und der jetzt gewählte Standort bei der AGB diskutiert worden. Auf diesen hat sich der rot-rot-grüne Senat jetzt auf Vorschlag von Kultursenator Lederer (Linke) hin geeinigt.

Lederer begründete die Wahl vor allem mit der hohen Akzeptanz des Standortes, der idealen Verkehrsanbindung und auch der Tatsache, dass durch die Standortwahl auch die Einbindung der Amerika-Gedenkbibliothek nicht neu geklärt werden müsse. "So lief alles auf diesen Standort hinaus", sagte Lederer.

Baubeginn könnte 2026 sein. Vorher muss allerdings noch die Finanzierung geklärt werden. 270 Millionen Euro sollte der Bau ursprünglich maximal kosten. 2016 waren es schon 360 Millonen Euro gewesen. Inzwischen sind unter anderem die Baupreise in der Hauptstadt deutlich angestiegen.

Gewinnerentwürfe für Berliner Zentralbibliothek: Entwurf der Architekten und Oberholzer und Miebach aus Zürich (Quelle: dpa)So sollte die Zentrale Landesbibliothek (ZLB) auf dem Tempehofer Feld aussehen

Die bisherige Variante der ZLB platzt aus allen Nähten

Seit der Wiedervereinigung wurde nach einem Ort gesucht, an den die gesamte Berliner Zentral- und Landesbibliothek passt. Denn die bisherige Zentral- und Landesbibliothek ist mit mehr als 3,6 Millionen Besuchern die meistbesuchte Kultureinrichtung Berlins und gemeinsam mit der Amerika-Gedenkbibliothek, der Berliner Stadtbibliothek und einem großen Außenmagazin auf drei Standorte verteilt. Wer fächerübergreifend recherchieren muss, pendelt deshalb mitunter zwischen den Häusern.

Der Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek, einst Lieblingsprojekt des Senats und speziell des früheren Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), sollte einst auf dem Tempelhofer Feld entstehen. Durch den Volksentscheid im Jahr 2014, der eine Bebauung des Feldes verbot, zerschlug sich dieser Plan. Seither waren verschiedene Orte in der Stadt gehandelt worden. Den Vorschlag, die Bibliothek im Humboldtforum, also im Berliner Schloss in Mitte unterzubringen, hatte der Senat verworfen.

Auch das ICC war zwischenzeitlich im Gespräch und das frühere Ethnologische Museum in Berlin-Dahlem. Die damals noch präsente Piratenpartei brachte gar das Gelände des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit in der Normannenstraße ins Spiel.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    tja, dann hat berlin vielleicht 2016 nach 100 jahren wieder eine zentralbibliothek. die letzte und einzige in berlins geschichte gab es ganz kurz vor 1920. durch die Neubildung der Verwaltung in groß-berlin endete der zenralismus 1926. seitdem gibt es in berlin keine zentralbibliothek und auch keine zentrale landesbibliothek und keine landesbliothekszentrale, nur eine landesbibliothek. was das "zenral- und" davor soll, versteht kein mensch.

  2. 1.

    Puh, da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Party-Meister Wowereit wollte das Ding auf das Tempelhofer Feld stellen, wenn ich mich recht erinnere.

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