Slash und Axl Rose von Guns n' Roses live bei einem Konzert der 'Not in this Lifetime'-Tour in Madrid (Quelle: Geisler-Fotopress/dpa)
Bild: Geisler-Fotopress/dpa

Konzertkritik | Guns N' Roses in Leipzig - Danke für die Wiedergutmachung!

Im Juni traten Guns N' Roses im Berliner Olympiastadion auf, aber der Sound war so schlecht, dass viele Fans später ihr Geld zurückwollten. Auch rbb|24-Musikkritikerin Jule Kaden war damals sehr enttäuscht. Bei einem Konzert in Leipzig wurde sie nun entschädigt.

Konzerte sind etwas, das jeder sehr persönlich und subjektiv erlebt. Im Juni spielten Guns N' Roses ihr Berlin-Konzert im Rahmen ihrer ersten Tournee seit 25 Jahren in Original-Besetzung. Und dann spielte der Ton nicht mit.

Der Ärger war groß. Auch die rbb|24-Musikkritikerin Jule Kaden war enttäuscht. Und hatte im Text bereits angekündigt, einen Monat später in Leipzig bei einem weiteren Konzert der Tournee zugegen zu sein. Dort lief es jetzt deutlich besser, was sie spontan schon während des Konzerts von einer kleinen persönlichen "Wiedergutmachung" schreiben ließ:

Ein persönlicher Live-Eindruck

"Die Entscheidung, nach dem akustischen Desaster in Berlin meine Guns N‘ Roses-Karten für das Leipziger Konzert nicht zu verkaufen, hat zu großen Teilen etwas mit Vorband Nummer zwei, den Rival Sons aus dem sonnigen Kalifornien zu tun. Außerdem waren kurz nach dem Berliner Konzert die Kartenpreise zum Weiterverkauf auf ebay so lachhaft - eigentlich schon traurig.

Die Rival Sons haben trotz vermutlich ausgiebiger Nacht - Sänger Jay Buchanan hatte am Abend zuvor Geburtstag - richtig abgeliefert. Das Publikum war nicht textsicher, aber kopfwackel- und jubelfreudig. Der erste Voract - Tyler Bryant ebenfalls. Gute Einstimmung also. Mutter und ich also im Modus und vorfreudigst.

Axls Stimme knatscht manchmal, aber geschenkt

Und was soll ich sagen: Diesmal war der Tontechniker weder abwesend noch überfordert - Axl war gut verständlich, das in Berlin schmerzlich vermisste Gekrächze und typische "Ayyyyaaaaayyyyyy" schallte über die Festwiese und sorgte mehrmals für wohlige Kindheitserinnerungen und Gänsehaut zum Sonnenuntergang.

Okay, seine Stimme ist nicht mehr ganz so mächtig wie vor 30 Jahren, knatscht manchmal ganz schön, aber geschenkt. Axl hat funktioniert und ist deutlich euphorischer und mit größter jugendlicher Energie dreieinhalb Stunden über die Bühne gerannt.

Insgesamt wirkten alle besser gelaunt - harmonischer untereinander als Band, mit dem Publikum und dem ganzen Ort. Selbst das Axl-Rose-Gedächtnisbandana hatte seinen Auftritt - versteckt unter seinem verkehrtherum gedrehten Trucker-Käppi, dann unter einem schwarzen Filzhut - dazu Pilotenbrille.

Leipzig glich einem Festival mit gut gelaunten, beseelten Menschen, ausreichend Klos, vielen Bierständen und auch kulinarisch breitgefächerterem Angebot. Gab es in Berlin eigentlich mehr als Bratwurst und Brezel? Leipzig hatte unter anderem Langos, Knobibrot, Schwenkgrill, Schaschlik und Crêpes zu bieten.

Vor allem aber: Danke Rival Sons - und danke Guns N‘ Roses für diese Wiedergutmachung."

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text erhebt nicht den Anspruch einer ausgefeilten und kompletten Konzertkritik, sondern gibt lediglich den spontan - noch während des Leipzig-Konzerts - verfassten Eindruck der Autorin wieder, als kleinen Epilog zu dem viel diskutierten Konzert in Berlin.

Beitrag von Jule Kaden

Kommentar

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34 Kommentare

  1. 34.

    Auf großen Open Airs ist der Sound nie überall gleich. Als Beispiel: Ich war vor Jahren mit Freunden auf dem Nürnberger Zeppelinfeld bei den Stones. Ich stand in der Mitte des Platzes und hatte super Sound, mein Onkel war weiter hinten und hörte fast gar nix. Aber so ist das bei derart großen Veranstaltungen eben.

    Die Gunners haben extrem abgeliefert und auch Spaß an der Sache. Ich stand an verschiedenen Stellen, Sound war überall in Ordnung. Stimmung war ok, hab ich aber schon besser erlebt. Das kann man der Band aber nicht vorwerfen.

    Klasse Konzert! Danke Leipzig

  2. 33.

    Das klingt wie Kampftrinken - Suppe rein und los - ich hoffe du warst nicht einer von denjenigen die vom Konzert nichts mehr mitbekommen haben weil sie stockend voll waren. Bei manchen Leuten fragt man sich warum sie viel Geld für Konzertkarten ausgeben aber vom Konzert nichts mehr mitbekommen. Da würde ich mich lieber in die Kneipe nebenan setzen und mich voll laufen lassen. Das bitte nicht persönlich nehmen, ist halt immer wieder eine Beobachtung welche ich auf den unterschiedlichsten Konzerten erlebt habe. Schade eigentlich.

  3. 32.

    Das seit Jahren beste Rockkonzert bei perfektem Wetter! Guns&Roses waren perfekt und 3,5 Stunden Powerrock von der Bühne sind schon eine Ausnahme im Live-Betrieb! Slash an der Leadgitarre hat wieder einmal bewiesen, dass er zu den Großen der Rockwelt gehört. Sein Duett mit Gitarrist Richard Fortus zum Klassiker Wish You Were Here war ein absolutes Highlight. Richard Fortus hat belegt, dass er so manchen Leadgitarristen anderer Bands glatt in die Ecke stellen kann.

    Die Stimmung war echt toll. Die alten Klassiker der Band beherrschte das Publikum und so wurde Axl Rose wurde würdig „begleitet“.

    Die Versorgung mit Getränken etc war schon gut gelungen. Auch der Sound war sauber und vom Toningenieur gut abgestimmt. Binnen der ersten 15 Minuten wurde kleine Schwächen über das Pult ausgepegelt.

    Als Berliner bin ich froh, dass ich mich für die Festwiese in Leipzig entschieden und die längere Anreise in Kauf genommen habe.

  4. 31.

    Wartezeiten gab es aber schon am Bierstand ( 20 Min. und mehr). Die Mädels zapften das Bier in schlafwandlerischer Manier. Da muss der Hahn glühen, wenn da hunderte durstiger Kehlen warten. Da brauch´s kein Schaumkrönchen oben drauf. Suppe rein und ab!

  5. 30.

    In welcher Ecke von Leipzig hatten Du und Suse denn rumgestanden, lachhaft der Band die Schuld zu geben. Ich stand 10Reihe von der Bühne, und es war von der ersten bis zur letzten Sekunde absolut megaspitzenmäßig!!! Hoffentlich gibt es bald wieder Konzerte in Deutschland und hoffentlich bleiben dann die Nichtfans, Ahnungslosen,Arroganten und Ignoranten zu Hause und kaufen den wahren Fans nicht die Tickets weg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!und an die aufdringlichen Frauenbetatscher und- Rempler ... Nein heißt Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  6. 29.

    Was soll das bitte für ein Akzent oder Dialekt sein, den Sie in Ihren Anführungszeichen wiedergeben oder beherrschen Sie selbst die deutsche Sprache nicht? Vielleicht lag es auch an Ihnen, dass "Ostdeutschland" nicht nett zu Ihnen war...

  7. 28.

    Vorab...ich hatte auf Grund der schlechten Kritiken eigentlich keine Lust nach Leipzig zu fahren. Dann so was. Ein Konzert was alles übertraf. Sound gut, Vorbands gut. 3 1/2 Stunden ein Feuerwerk. Einfach nur genial. Die Musiker sprühten ein Dynamik aus, dass es eine Freude war.Dazu gute Stimmung wo man hingeschaut hat. Ein großes dickes Lob an den Veranstalter mit dem Park and Ride System. Wir waren nach Abschluss des Konzertes in 30 min wieder auf der Autobahn. Da bin ich bei anderen Konzerten noch nicht mal vom Parkplatz runter. So eine Organisation habe ich persönlich noch nicht erlebt.

  8. 27.

    Das Konzert war einfach nur der Hammer !!! 3.5 Std. absolute Höchstleistung.
    Es hat sich wirklich gelohnt !!!

  9. 26.

    Für dieses Konzert hat sich jeder Cent gelohnt! Meine Gruppe war durchweg total begeistert! Von der miesen Stimmung in Berlin war nichts zu merken. Slash war der absolute Wahnsinn und auch Axl klang toll. Das eine Stimme nach 3h nachlässt ist logisch und er ist wie gesagt keine 20 mehr. Dennoch hat er toll gesungen und gekreischt :D. Alles in allem hat die Band super harmoniert und einfach abgeliefert!

  10. 25.

    Hallo, ich weis ja nicht wo du deine Getränke geholt hast (Kaufland,Aldi im Zentrum), aber auf dem Gelände der Festwiese musstest du nirgendwo lange warten, weder bei Getränken noch beim Essen. es waren mehr als genug Stände vorhanden und selbst die Aushilfen waren gut bei der Arbeit. Die Eingänge zu den Stage`s waren auch normal auffindbar wenn man weiß das die Stage`s vorn an der Bühne beginnen und die Zugänge nun mal seitlich sind. Es standen auch genug rot bekleidete Ordner am jeweiligen Zugang. Wenn ich nicht selbst auf dem Konzert gewesen wäre und alles erlebt hätte, würde ich dir ja vielleicht glauben, aber so nicht.

  11. 24.

    Hallo, das Konzert war Großartig!! Besser als München. Auch der Sound!!! Jedoch die Organisation war das schlechteste aller Zeiten!! Eingänge von den jeweiligen Stage’s nicht findbar!! Catering(Getränkeausschank) das schlimmste was ich je erlebt habe!!!Vor-Band’s total ale verpasst da man!! Und nicht nur Ich fast eine 3/4 Stunde am Getränkestand angestanden hat wo nur Aushilfen in allen Tätigkeiten gearbeitet haben!! Mindestens 60% Ausschankverlusst und der Frust für den Besucher!!MDR-Jump!!!So was geht gar nicht!!

  12. 23.

    Die Band war ausnahmslos Mega! Sound war perfekt für ein Event dieser Dimension - Leipzig hat geliefert!!
    Riesen Dank an alle Organisatoren und nettenHelfer dieser Rockshow! Das die Gunners rund 30 Jahre älter als zu "Appetite" Zeiten sind , dafür können sie nichts - das sie aber noch genauso gut und in vielen Dingen noch besser als damals sind - schon.
    Sie haben die komplette Klaviatur des Rock professionel mit Spass und Freude für UNS abgespielt. Zwei grossartige Vorband s- welche genauso wie die Gunners musikalisch wie auch optisch auf die Erfinder des Genres hinwiesen - wurden trotz ihrer starken Auftritte von Axl und Kollegen an die Wand gespielt. Wir sind aus Ulm gekommen und sagen Leipzig - dich loben wir . Noch für die Erbsenzähler: 1h GnR hat 25 € gekostet,Mick hat in Stuttgart vor 1 Woche dafür 127€ genommen- für den schlechtesten Platz! Und - Jens aus Dräsdn und Susi aus Allstedt geht doch das nächste Mal mit dem Main Stream zu Ed Sheeran , da könnt ihr zusammen wuiseln

  13. 22.

    Lieber Rene,
    ich bin regelmäßiger Konzertgänger und ich habe schon sehr viel gesehen und sehr viel gehört. Ich glaube schon, dass ich in der Lage bin zu erkennen, ob die Tontechnik stimmt oder nicht. Ich war z.B. bei Depeche Mode (mehrmals), Udo Lindenberg (mehrmals), Deep Purple, Iron Maiden, Status Quo etc.
    Ich brauche auch keinen glasklaren Sound wie aus der Anlage. Ein Konzert ist für mich ein besonderes Erlebnis. Das von den Guns war aber keins. Es war wie gesagt am Anfang ganz schlecht und es wurde dann zum Glück besser. Der Funke wollte aber nicht wirklich überspringen. Ich bleibe dabei! Es war werder gut noch richtig schlecht. Und man kann gern versuchen die 3,5 h vorzuschieben, um den schlechten Sound unter den Teppich zu kehren. Die Ärzte haben früher auch locker 3 h und mehr gespielt mit dem Unterschied, dass der Sound gestimmt hat ;-))).

  14. 21.

    Axels Stimme hat in den Jahren doch ein wenig nachgelassen, ok Schwamm drüber - ich werde ihn trotzdem immer lieben! Sein Blick in die Kamera ist einfach unschlagbar. Mädels, ihr wisst von was ich rede ;-) Im Gegensatz zu München wurden zu viele lang(weilige)same Songs gespielt. Die Vorbands waren wie auch schon in MUC grausam. Warum nicht Greta van Fleet als Stamm-Vorband nehmen? DIE Newcomer 2018! Zur Abwicklung: Ganz großes Kompliment an Leipzig, Einlasskontrollen extrem flott und freundlich, da kann sich München ne Scheibe von abschneiden.

  15. 20.

    Die Kollegin ist in der Tat noch relativ jung, aber man kann doch problemlos Livemitschnitte anschauen, auch von Konzerten aus den 1960er oder 1970er Jahren. Und selbst wenn jemand schon vor 30 Jahren live bei einem GnR-Konzert dabei war, bleibt die klangliche Erfahrung eine persönliche, subjektive. Und wird teilweise sogar noch von so etwas wie verfälschenden Erinnerungen geprägt.

  16. 19.

    Muss Frau Kaden 100 Jahre alt sein, um eine langweilige alte Männer Band kommentieren zu dürfen? Ich hätte mich auch auf das kulinarische Angebot verlegt, anstatt mich mit den Rock-Opas auf und vor der Bühne zu befassen...

  17. 18.

    Wie schön, das es so verschiedene Meinungen zu einem Ereignis gibt, was offensichtlich hier alle Kommentatoren Live vor Ort wahrgenommen haben...
    Zu Herrn Jens Pfeiffer // Susi aus Allstedt (Wo?): Jeder ist verschieden und nimmt solche Ereignisse anders wahr; Sie waren jedenfalls beide nicht wirklich auf diesem Event. Im übrigen hätte Sie Ihr Ticket deutlich günstiger erwerben können; muss man sich nur vorher drum bemühen und etwas Zeit investieren. Und auch wird sich auch Ihre Stimme in den letzten 25 - 30 Jahren verändert haben; insofern wenn wie Mr.Rose man im Rock´n Roll tätig ist, bleibt halt "etwas" an dem Timbre auf der Strecke. Das war zu erwarten und muss hier nicht kritisiert werden. Darüber hinaus gibt es jetzt die "Appetite for.." als Remastered Version. Das wäre doch was für Sie - einfach zu Hause in Dresden od. Allstedt bleiben und "in Ruhe" hören und können dann schön "abpesten" -....und schön das Sie vorher gegangen sind!

  18. 17.

    Hat Frau Kaden nicht nach dem letzten Konzert auf Radio Eins behauptet, sie hätte 1993 noch in die Windeln gemacht? Und nun kann sie sich an Axls Stimme von vor 30Jahren erinnern? Welche Rolle spielt die kulinarische Auswahl bei einem Konzert? Und lässt sich der Sound auf einer Wiese mit dem in einem Fußballstadion vergleichen? Der rbb hat gerade bei Radio Eins eine Menge guter Musik Redakteure, also bitte keine halbwissenden Nachwustalente über Bands schreiben lassen, denen die Geschichte unmöglich bekannt sein kann. Nach dem Stones Konzert war ich nicht immer einer Meinung mit den Radio Kommentaren von M.C Lücke aber er hatte wenigsten ausreichend Hintergrundwissen, um seine Meinung begründen zu können...

  19. 16.

    Sie können sagen und schreiben, was Sie wollen. Aber es gibt nun einmal auch gewisse Regeln, die in diesem Fall mit Anstand (wir nennen es Netiquette) zu tun haben. Und wenn es bei Ihnen dazu gehört, jemanden zu beleidigen, wenn Sie ihn/sie kritisieren, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn wir uns dagegen entscheiden, dass auf unserer Webseite freizugeben.
    Und über den (blöden) Praktikantenvergleich schauen wir mal nachsichtig hinweg. Es gibt erfahrungsgemäß auch ziemlich gute und talentierte Praktikanten.

  20. 15.

    Schön wars! Zum Glück war Axl diesmal bei Stimme.Fast so gut wie das Berlin Konzert! Ich meine natürlich nicht das aus diesem Jahr, sondern das von 1992 ;) Hat sich vollends gelohnt die weite Reise, auch Rival Sons gefielen mir mit ihrer sehr von Led Zeppelin beinflussten Musik! Leider auch einige Dumpfbacken aus Dunkeldeutschland gesichtet,die mit ihrer Sindy oder Mandy an der Hand grimmig drein schauten und offensichtlich keinen Spass haben wollten.
    Der Eintrittspreis von 160 Euro war trotzdem zu hoch!

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