Terézia Mora auf der Frankfurter Buchmesse. (Quelle: imago/Becker)
Audio: Inforadio: 03.07.2018 | Mario Scalla | Bild: imago/Becker

Wichtigste deutsche Literaturehrung - Berliner Autorin Terézia Mora erhält Georg-Büchner-Preis

Die wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland geht auch in diesem Jahr nach Berlin: Terézia Mora, die seit 1999 dort lebt, erhält den Georg-Büchner-Preis. Mit ihren Romanen treffe sie "schmerzlich den Nerv unserer Zeit", urteilt die Jury.

Die Berliner Schriftstellerin Terézia Mora wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit.

Mora bekomme die Auszeichnung "für ihre eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst, die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint", heißt es in der Begründung der Jury. "In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terézia Mora Außenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit." Schonungslos nehme sie die Verlorenheit von Großstadtnomaden in den Blick und lote die Abgründe innerer und äußerer Fremdheit aus. Dies geschehe suggestiv, kraftvoll, bildintensiv und spannungsgeladen.

Müller gratuliert Mora

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gratulierte der Schriftstellerin zu der Auszeichnung. Mora gehöre zu den renommiertesten deutschsprachigen Autorinnen, erklärte er am Mittwoch laut einer Mitteilung. Sie stehe "mit ihrer zweisprachigen deutsch-ungarischen Herkunft für die Weltoffenheit" Berlins. 

Mora wurde in Ungarn geboren und wuchs zweisprachig auf. Seit 1990 lebt sie in Berlin. Für ihren Roman "Das Ungeheuer" bekam sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie erhielt auch eine Reihe anderer Auszeichnungen, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis (1999).

Auch 2017 ging der Preis nach Berlin

Übergeben wird der mit 50.000 Euro dotierte Preis am 27. Oktober 2018. Der Georg-Büchner-Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt vergibt ihn seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958) und Günter Grass (1965), Christa Wolf (1980), Elfriede Jalinek (1998) sowie zuletzt Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016) und im vergangenen Jahr der in Berlin lebende Lyriker Jan Wagner.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.  

Sendung: Inforadio, 03.07.2018, 10:20 Uhr

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