ARCHIV - Blick auf Berlin-Mitte mit dem Bode-Museum zwischen der Spree und dem Kupfergraben, aufgenommen am 16.06.2016 aus einem Forschungs-Zeppelin des Helmholtz-Zentrums (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Bild: dpa/Bernd Settnik

Weltkulturerbe droht Verkehrsinfarkt - Protest gegen Reisebusse auf der Museumsinsel

"Weltkulturerbe wird zum Busbahnhof" - unter diesem Motto protestieren Anrainer der Berliner Museumsinsel gegen den Bau von Busparkplätzen. Schon jetzt werde die unter Unesco-Schutz stehende Spreeinsel täglich von Dutzenden Reisebussen verstopft, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung. Wegen der Ausbaupläne des Landes Berlin drohe sich die Situation weiter zuzuspitzen.

Auch Humboldt-Forum hat sich dem Protest angeschlossen

Zu der Initiative haben sich unter anderem das künftige Humboldt-Forum im Berliner Schloss, der Berliner Dom, die Staatlichen Museen zu Berlin und die Zentral- und Landesbibliothek zusammengeschlossen. Immer wieder habe man das Gespräch mit dem Berliner Senat gesucht, ohne Erfolg, hieß es.

Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr erklärte dagegen, man sei noch in Gesprächen. "Unser Wunsch ist es, dass im Umfeld des Humboldt-Forums und der Museumsinsel keine Busse über eine längere Zeit parken und damit das Stadtbild stören", versicherte er. Am 16. Oktober wollen die Anrainer bei einem Pressegespräch über ihre Alternativvorschläge informieren.

Sendung: Abendschau, 27.09.2018, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wenn ich eine längere Bahnfahrt hinter mir habe, freue ich mich, eine gewisse Strecke zu Fuß zu gehen, anstatt bis zum allerletzten Meter mit Verkehrsmitteln befördert zu werden. Die Kutscherei der Bustouristen von Eingang zu Eingang, bei Auslauf nur auf den Autobahn-Raststätten und als Dreingabe dann das Durchschleusen durch dasjenige, was das Programm bietet, widerspricht damit m. E. nicht nur dem quasi natürlichen Bewegungsdrang von Menschen, im Grunde ist das m. E. eine Kulturbarbarei übelsten Ausmaßes.

    Die Kulturgüter - auch der Berliner Museumsinsel als eingetragenes Welterbe - sind viel zu kostbar, als dass sie jener Art von Touristen überantwortet werden sollten, die eine Annäherung zu Fuß schon als Beschwernis betrachten. Denn die Welterbebauten der Museumsinsel entfalten ja gerade ihren Wert durch fußläufige Annäherung, bis dann der Eintritt darin quasi "das Finale" bedeutet.

    Alles spricht für Stellplätze außerhalb der Museumsinsel.

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