"DAU"-Mauerprojekt (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24

Nachgebaute Mauer in Berlin - Entscheidung zum "Dau"-Projekt fällt Ende September

Der Berliner Bezirk Mitte hat eine Entscheidung über das umstrittene Kunstprojekt "Dau" zum 28. September angekündigt. Das von den Organisatoren vorgelegte und modifizierte Konzept werde derzeit von der Verwaltung geprüft, sagte eine Bezirksamtsprecherin am Mittwoch in Berlin.

Im Rahmen des Kunstprojekts soll ab dem 12. Oktober eine knapp einen Kilometer lange Mauer ein Häuserkarree in Mitte umschließen. Die Veranstalter bezeichnen das Projekt als Sozialexperiment, bei dem Besucher unter anderem die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Den Plänen zufolge müssen Gäste ein Visum beantragen, um in den eingemauerten Bereich zu gelangen, und ihr privates Handy abgeben. Am 9. November - dem Tag des Mauerfalls - soll die Mauer symbolisch eingerissen werden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobte zuletzt das Projekt: Es könne "eine Zumutung sein für den einen oder anderen, aber es kann auch ein Weltereignis werden." DDR-Bürgerechtler hatten scharfe Kritik an dem Projekt geäußert.

Erst Berlin, dann Paris und später London

Bei "Dau" handelt es sich um eine Trilogie, die in der Bundeshauptstadt unter dem Titel "Freiheit" laufen soll. Ein zweiter Teil unter dem Titel "Gleichheit" soll dann in Paris und ein dritter ("Brüderlichkeit") in London folgen. "Dau" geht auf ein europäisches Film- und Performanceprojekt unter Leitung des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky zurück.

Sendung: Inforadio, 12.09.2018, 12.20 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Berlin hatte 3 Mauern in seiner Geschichte, abgesehen von Gebäuden. Die letzte war ein Symbol der Freiheitseinschrämkung und einer menschenverahtenden Ideologie mit über 100 Mauertoten. Das DAU Projekt dient nur der Selbstinszenierung. Ich bin dagegen.

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