Vor der Chemnitzer Karl-Marx-Statue stehen zehn Wolfsskulpturen des Brandenburger Künstlers Rainer Opolka (Bild: imago/Wolfgang Schmidt)
Bild: imago/Wolfgang Schmidt

Aktion gegen rechten Hass und Gewalt - Brandenburger Künstler mahnt mit Wolfsfiguren in Chemnitz

Mit einer Aktion vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz will der Brandenburger Bildhauer Rainer Opolka gegen rechten Hass und Gewalt protestieren.

Bei dem eintägigen Projekt stellte er am Donnerstag zehn Bronzewölfe auf - als Anspielung auf AfD-Politiker wie Björn Höcke, erklärte Opolka. Fünf Wolfplastiken würden den Hitlergruß zeigen, einige würden angreifen, andere hätten Augenbinden und seien an der Leine.

Flankiert wird die Aktion mit Schildern, auf denen Sätze stehen wie "Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!".

Marx-Monument als symbolischer Ort

Opolka sieht seine Installation auch als Reaktion auf die aggressiven Proteste in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen Ende August durch Messerstiche. Ein Iraker und ein Syrer sitzen als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Nach der Tat zogen auch rechtspopulistische und rechtsextreme Demonstranten durch die Stadt. Einige griffen Ausländer an.

Ganz bewusst habe er den Platz vor dem Karl-Marx-Monument gewählt, sagte Opolka. An diesem symbolischen Ort, an dem vor wenigen Tagen der Hitlergruß gezeigt wurde, halte er nun Mahnwache. Dabei wolle er mit den Menschen ins Gespräch kommen. Chemnitz sei keine Stadt von Neonazis, betonte der Künstler. Es sei vielmehr "eine produktive, offene und tolerante Stadt".

Eine Wanderausstellung des Künstlers mit dem Titel "Die Wölfe sind zurück" war seit 2016 unter anderen in den Städten Berlin, Dresden und Potsdam zu sehen. Das Rudel der bis zu zwei Meter hohen Riesenwölfe aus Metall hatte nach Opolkas Angaben rund 250.000 Menschen erreicht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.09.2018, 05.00 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Der Wolf müsste nur den Wolf töten damit ihre Theorie stimmt.
    Den Deutschen gebürt die Ehre "weiße" Menschen massenhaft zu Tode befördert zu haben.
    Die anderen Mörder in dieser Welt seit 1850 brauchten keine Ns-Ideologie sie taten es aus Habgier, Mordlust und dem Bewusstsein der Überlegenheit der weißen "Rasse".
    Indochina, China, Algerien-NordAfrika.

  2. 5.

    Fällt diese Kunstaktion auch in den Verantwortungsbereich des Brandenburgischen Wolfsmanagements????

  3. 4.

    Ich sehe es ähnlich: In der Tat greift die Wolfsanalogie zu kurz. Eine Parallele besteht zwar darin, dass Wölfe sich per Rotte zusammentun, um anzugreifen, während ein einzelner Wolf ggf. eher reißaus nimmt, doch gerade die Nazi-Herrschaft mit ihrer Systematik der Erfassung, mit ihrer Systematik der Schikanierung und mit ihrer Systematik der industriell organisierten Tötung geht weit darüber hinaus.

    Genau das droht immer wieder unterzugehen.
    Zusammenrottungen von Menschen, die sich ggf. am Wolfsverhalten orientieren, gibt es zu allen Zeiten, auf allen Kontinenten und mit den fürchterlichsten Konsequenzen. Die Systematiken der beschriebenen Art, wo jeder doch nur "eine Amtshandlung" vollzog, die ist spezifisch deutsch. Spezifisch NS-deutsch. Und die ist nach wie vor in der Gänze unaufgearbeitet.

  4. 3.

    In diesem Punkt muss ich leider zustimmen. Wölfe sind wohl um ein Vielfaches harmloser als Nazis. Wölfe töten keine Menschen (kein einziger Fall belegt), Nazis schon (dutzende Fälle belegt).

  5. 2.

    Es wird immer absurder.

  6. 1.

    Die Gattung Wolf für so etwas zu missbrauchen ist ziemlich bescheuert. Es gäbe soviel andere phantasievolle Figuren für solchen Protest, warum ausgerechnet Wölfe? Zuviel Märchen konsumiert?

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