Gewinner des Medienpreis für Vielfalt AMIKO am 21.09.2018 (Quelle: rbb/Bartsch)
Bild: rbb/Bartsch

In eigener Sache - Politikformat "Deutschland3000" gewinnt Preis für Vielfalt

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat am Freitag fünf rbb-Produktionen in Berlin mit dem Medienpreis für Vielfalt AMIKO ausgezeichnet.

Das rbb-interne Netzwerk Vielfalt verleiht den Preis seit 2012 jährlich in den fünf Kategorien "Hörfunk kurz", "Hörfunk lang", "Fernsehen kurz", "Fernsehen lang" und "Online" an Beiträge, die sich auf originelle und differenzierte Weise mit dem Thema Vielfalt beschäftigen. Die Jury orientiert sich dabei an den Kriterien Originalität, differenzierter Umgang und am Bestreben, stereotype Sichtweisen aufzuheben. AMIKO bedeutet auf Esperanto Freund.

Kategorie Online

Den AMIKO 2018 in der Kategorie "Online" erhielten Hanne Bohmhammel, Alena Dörfler, Ángel Garcia Giménez, Thilo Kasper, Claire Cruse, Shalin Rogall, Simon Schneller und Eva Schulz für die "Deutschland3000"-Folge "Flucht 1945 und heute: 2 Generationen, 1 Schicksal (funk, 30. Januar 2018). "Intim, feinfühlig und brutal" habe das funk-Politikformat zwei Generationen zu Wort kommen lassen, die von ihren Flucht-Erfahrungen berichten, so die Jurybegründung: "70 Jahre liegen dazwischen. Das Trennende vereint. Ein Schicksal und die Erkenntnis: Erlebnisse verbinden und Geschichte wiederholt sich."

Kategorie Fernsehen

In der Kategorie "Fernsehen lang" erhielt Sally M. Jaber den AMIKO für ihren Doku-Reihe "Update – ein Wiedersehen auf Augenhöhe" (Redaktion Gesellschaft und Religion). "Ein Film nicht über Flüchtlinge sondern mit ihnen", begründete die Jury ihre Wahl. Sie lobte die "zum Teil sehr persönlichen Gespräche" über Krieg, Flucht und Selbstverwirklichung und die "ungewöhnliche und konsequente Bildsprache" von Autorin und Kamerateam.

Der AMIKO 2018 in der Kategorie "Fernsehen kurz" ging an Britta Steffenhagen und Joachim Rüetschi für ihren Abendshow-Beitrag "#MenToo" (30. November 2017). In knapp zwei Minuten stellten sich die Männer der Redaktion dem umgekehrten Sexismus als Belästigungs-Objekte zur Verfügung, so die Jury. Dabei gelinge es den Autoren, den Spieß umzudrehen und "zu demonstrieren, worum es im Alltag geht: Respekt, Augenhöhe, Professionalität."

Kategorie Hörfunk

Das Hörspiel "Damascus Requiem" (Kulturradio) von Fares Dahi, Alaa Al Haidar, Mohamad Halbouni und Alfred Behrens wurde in der Kategorie "Hörfunk lang" mit dem AMIKO 2018 ausgezeichnet. Die Produktion des Instituts für künstlerische Forschung der Filmuniversität Babelsberg entstand in Zusammenarbeit mit dem rbb-Kulturradio. Drei Syrer reflektierten in dem Hörspiel, was sie hinter sich gelassen hätten, so die Jury. Das sei "wortgewaltig und verstörend, Ohren öffnend und alle Sinne schärfend – das Protokoll eines Albtraums", lautete die Jury-Begründung. Im Rahmen des Seminars "Open Film University – Integratives Schreiben" unterstützt die Filmuniversität seit Herbst 2016 Geflüchtete dabei, sich auf ein Studium in den digitalen Medien vorzubereiten.

In der Kategorie "Hörfunk kurz" ging der AMIKO an Amelie Ernst für ihre Reportagereihe "Europa in Seenot" (Radioeins). "Die Reporterin reist trotz (aber auch wegen) der sinkenden öffentlichen Aufmerksamkeit in den vergangenen Jahren immer wieder an die europäischen 'Flüchtlings-Hotspots' und erzählt in ihren täglichen Live-Reportagen, was Einheimische, Geflüchtete und verbliebene Helfer aber auch Politiker beschäftigt", so die Jury. Ihr gelinge "eindringlich und anschaulich zu vermitteln, wie sich europäische und internationale Politik  und vor allem fehlende Entscheidungen auf die Menschen vor Ort auswirken."

Preis für kulturelle und religiöse Vielfalt, sexuelle Orientierung und Identität

Lobende Erwähnungen gab es bei der Preisverleihung für Fritz-Reporterin Meret Reh und ihr "Tagebuch Beirut" sowie für Ansgar Hocke und seine rbb24-Produktion "Obdachlose bauen sich ihre Traumstadt".

Mit dem AMIKO-Preis werden Beiträge der rbb-Programme prämiert, die sich mit kultureller und religiöser Vielfalt, sozialer Herkunft und Alter, sexueller Orientierung und Identität, Geschlechterdifferenz oder Menschen mit Behinderung beschäftigen.

Sendung: radioeins, 21.09.2018, 13.00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren