Collage - oben links: María Cecilia Barbetta (dpa/Arno Burgi), oben mittig: Maxim Biller (dpa/Swen Pförtner), oben rechts: Nino Haratischwili (dpa/Erwin Elsner), unten links: Inger-Maria Mahlke (dpa/Arne Dedert), unten mittig: Stephan Thome (dpa/Erwin Elsner), unten rechts: Susanne Röckel (Jung und Jung/Gerald von Foris)
Audio: Kulturradio | 11.09.2018 | Paul Sonderegger | Bild: v.l. oben: dpa/Arno Burgi, dpa/Swen Pförtner, dpa/Erwin Elsner, unten: dpa/Arne Dedert, dpa/Erwin Elsner, Jung und Jung/Gerald von Foris

Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 - Viele Frauen, gern aus Berlin - oder Nicht-Muttersprachler

Sechs Autorinnen und Autoren können sich Hoffnungen auf den Deutschen Buchpreis 2018 hoffen. Auffällig in diesem Jahr: Erstmals sind die Frauen in der Überzahl, drei der Nominierten leben in Berlin - und drei haben eine andere Muttersprache als Deutsch.

Die Jury des Deutschen Buchpreises hat ihre diesjährige Shortlist bekanntgegeben. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt am Main mit. 

Unter die letzten sechs haben es demnach vier Frauen und zwei Männer geschafft: Maria Cecilia Barbetta, Maxim Biller, Nino Haratischwili, Inger-Maria Mahlke, Susanne Röckel und Stephan Thome. Damit sind die Autorinnen auf der Shortlist erstmals in der Überzahl. 13 Mal wurde der Deutsche Buchpreis bislang verliehen - sieben Mal an einen Mann, sechs Mal an eine Frau.

Drei Nicht-Muttersprachlerinnen nominiert

Für drei der sechs Nominierten ist Deutsch nicht die Muttersprache: Maria Cecilia Barbetta ist Argentinierin und besuchte in Buenos Aires eine deutsche Schule. Maxim Biller kam in Prag zur Welt, seine Eltern stammten aus Russland. Nino Haratischwili ist gebürtige Georgierin. Bislang hat eine Nicht-Muttersprachlerin den Deutschen Buchpreis erhalten: Melinda Nadj Abonji setzte sich 2010 mit "Tauben fliegen auf" durch. 

Drei Nominierte wohnen in Berlin: Barbetta, Biller und Mahlke. Haratischwili lebt in Hamburg, Röckel in München und Thome in Taipeh.

"Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen", umschrieb Jurysprecherin Christine Lötscher in Anlehnung an ein berühmtes Zitat von William Faulkner die sechs Bücher. Alle folgten "fabulierend, spekulierend, verspielt" auf ganz unterschiedlichen Spuren der Vergangenheit.

Der Gewinner der wichtigsten Auszeichnung der Branche wird am 8. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse gekürt. Der Sieger erhält 25.000 Euro. Die restlichen Finalisten bekommen 2.500 Euro.

Vor knapp vier Wochen hatte die Jury unter 199 Titeln eine erste Longlist von 20 Titeln erstellt. Im vergangenen Jahr gewann der österreichische Schriftsteller Robert Menasse mit seinem Roman "Die Hauptstadt" die Auszeichnung. 

Die nominierten Romane

"Nachtleuchten" von María Cecilia Barbetta
"Sechs Koffer" von Maxim Biller
"Die Katze und der General" von Nino Haratischwili
"Archipel" von Inger-Maria Mahlke
"Der Vogelgott" von Susanne Röckel
"Gott der Barbaren" von Stephan Thome

Sendung: Inforadio, 11.09.2018, 12:55 Uhr

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