Archivbild: Musiker Ingo Insterburg während eines Konzerts in Metzingen, 19.07.2009. (imago/Jan Zawadil)
Video: rbb|24 | 29.10.2018 | Bild: imago/Jan Zawadil

Im Alter von 84 Jahren - Musiker und Komiker Ingo Insterburg in Berlin gestorben

Im April dieses Jahres war der Musiker und Komiker sogar noch auf Tour - jetzt ist Ingo Insterburg mit 84 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Zu seinem Vermächtnis gehört "Ich liebte ein Mädchen" - eines seiner bekanntesten Lieder.

Der Berliner Musiker und Komiker Ingo Insterburg ist tot. Er sei am Samstag mit 84 Jahren in einem Charlottenburger Hospiz gestorben, bestätigte sein Management am Montag dem rbb. Zuerst hatten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" und die "B.Z." berichtet.

Den Berichten zufolge war der Musiker im April noch mit seinem Partner "Black" auf Tour in Nordrhein-Westfalen gewesen. Danach ließ er sich wegen gesundheitlicher Probleme untersuchen. Insterburg starb nach kurzer und schwerer Krebserkrankung.

Ingo Insterburg (li.) und Karl Dall, Quelle: imago
Bild: imago

Kultstatus mit "Insterburg und Co"

Der Liedermacher hatte Ende der 1960er Jahre gemeinsam mit Comedian Karl Dall, dem Schauspieler Jürgen Barz und dem Autor Peter Ehlebracht die Band "Insterburg & Co" gegründet. Sie bestand von 1967 bis 1979. Diese erlangte Kultstatus mit einem neuen Typ von Unterhaltung auf die Bühne, der Vorbild für Comedians wie Otto und Mike Krüger war. Zu seinen bekanntesten Liedern gehört der Song "Ich liebte ein Mädchen". 

Noch heute parodieren unzählige Fans den Endlosreim in Youtube-Videos. Oft werde der Name Insterburg auch mit dem Hit "Kreuzberger Nächte" in Verbindung gebracht, so Nietsch. "Das ist aber ein großer Irrtum." Der Ohrwurm stamme vielmehr von den
Gebrüdern Blattschuss.

Als "Guitar-Ingo" mit Klaus Kinski auf der Bühne

Mehr als 55 Jahre stand Insterburg auf der Bühne. In seiner WG in der Uhlandstraße im alten Berliner Westen lebte er Zimmer an Zimmer mit dem inzwischen gestorbenen Schauspieler Klaus Kinski. Dessen Brechtballaden begleitete er musikalisch als "Guitar-Ingo", wie Kinski ihn auf der Bühne ankündigte. Auf Insterburgs Webseite kommentiert er die Zusammenarbeit mit Kinski: Vor dem Auftritt habe Kinski um den Anfangston gebeten, auf der Bühne habe er dann aber in einer ganz anderen Tonart als verabredet angefangen zu singen: "Das machte mir aber nichts und er dachte dann immer, daß er die richtige Tonart getroffen hätte. Aus pädagogischen Gründen ließ ich ihn auch in diesem Glauben. Manchmal wechselte er auch mitten im Lied die Tonart und ich immer hinterher. Das Publikum merkte aber nichts und dachte sicher, das wäre seine moderne Art, Brecht-Balladen zu singen."

Sein früherer Manager Nietsch bezeichnet Insterburg als "Musik-Tausendsassa". Unter anderen habe er Gitarre, Geige, Querflöte und Saxofon beherrscht - manche gleichzeitig. Zudem baute er skurrile Instrumente: eine Flöte aus einer Bürste, ein Saxofon aus einem Abwasser-Schlauch und ein Banjo aus einem Eimer. "Alles, was man zum Klingen bringen kann, das mach' ich", habe er gesagt.

Das habe ihm viel Bewunderung in seiner Branche eingebracht, so sein Manager. Vor
allem sei Insterburg aber eines gewesen: "ein hart arbeitender Mensch mit einem unglaublichen Musikgespür."

Sendung: Inforadio, 29.10.2018, 10.20 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Vor einigen Jahren hatte ich das Glück Ingo Insterburg hier in Berlin auf der Bühne zu sehen. Es war wirklich ein sehr witziger Abend mit kurzen Gedichten, skurilen Geschichten und schrägen Liedern. Das alles zum Teil auf selbstgebauten Instrumenten, immer mit viel Fantasie. Mit Ingo Insterburg ist uns ein echtes Original verloren gegangen. Schade.
    Viele Grüße lieber Ingo aus dem schönen Lichterfelde!
    Philipp

  2. 1.

    ..... und dann ging der Ingo zum Mars, ja das war's. Tschüss. War schön, deine Zeitgenossin gewesen zu sein.

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