Archivbild: Juli Zah bei einem Kulturempfang in Berlin. (Quelle: imago/Gottschalk)
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Audio: Inforadio | 10.10.2018 | Dominik Lenz | Bild: imago/Gottschalk

Auf Vorschlag der SPD in Brandenburg - Erfolgsautorin Juli Zeh soll Verfassungsrichterin werden

Neue Perspektiven für Juli Zeh: Die Schriftstellerin soll Richterin am Brandenburger Verfassungsgericht werden. Dabei ist die 44-Jährige gleich mehrfach qualifiziert - als promovierte Juristin und als Autorin des Brandenburg-Romans "Unterleuten".

Die Erfolgsautorin Juli Zeh soll Richterin am Brandenburger Verfassungsgericht werden. Das bestätigte die SPD-Landtagsfraktion am Mittwoch dem rbb.

Die gebürtige Bonnerin, die seit 2007 im Havelland lebt, hat Jura in Passau und Leipzig studiert und ist promovierte Völkerrechtlerin. Am obersten Landesgericht müssen bis zum Sommer sechs Richterstellen neu besetzt werden. Dabei kann auch die SPD drei Vorschläge machen. Zeh, die selbst SPD-Mitglied ist, soll demnach als Berufsrichterin am Verfassungsgericht arbeiten.

SPD kann drei Vorschläge machen

Der Brandenburger Landtag hat bereits mehrmals auch prominente Laien als Verfassungsrichter gewählt, darunter den DDR-Bürgerrechtler Florian Havemann (1999 - 2009), Sohn des DDR-Dissidenten Robert Havemann.

Derzeit ist auch der Regisseur Andreas Dresen am Verfassungsgericht tätig, allerdings als Laienrichter. Am Dienstag hatte die Linke bereits die Richterin am Sozialgericht in Neuruppin, Kathleen Heinrich-Reichow, als Kandidatin vorgeschlagen.

Fiktives Brandenburger Dorf zum Leben erweckt

Juli Zeh gilt seit Jahren als eine der renommiertesten deutschen Autorinnen. Der Durchbruch gelang der heute 44-Jährigen bereits 2001 mit dem Roman "Adler und Engel", der nicht zuletzt um das Völkerrecht kreist. Bis heute folgten weitere zehn Romane und fiktive Texte sowie diverse Essays, Vorlesungen und Kinderbücher, Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten.

Ebenfalls sehr erfolgreich ist Zehs vor zwei Jahren erschienener Brandenburg-Roman "Unterleuten". Dieser spielt in einem fiktiven Dorf in der Uckermark und schildert die Konflikte zwischen Einheimischen und Zugereisten.

"Unterleuten", so die Autorin, stehe nicht so sehr für ein realistisches Dorf, sondern für unsere Gesellschaft und die Frage, was uns als Gesellschaft noch zusammen hält: "Ob es überhaupt noch einen Überbau gibt, eine Idee von Gemeinschaft, oder ob wir alle zu Individualisten geworden sind, auch im Sinne von egoistischen Entscheidungen, die wir treffen, weil wir diese Ideen nicht mehr haben."

Der rbb machte aus "Unterleuten" ein Hörspiel in zwölf Teilen.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Die Brandenburger Meinung ist wir machen alles alleeeeeeene, wen man uns das Geld dafür gibt,........

  2. 6.

    War diese Dame aus Brandenburg denn wenigstens bei Stasi?

  3. 5.

    @DasOmen und @meesta: Sehr gute Replik! Vielen Dank!

    Da bin ich jetzt aber mal sehr gespannt auf die Antwort von [Besorgter Bürger] ...

  4. 4.

    Kann man diese sogenannten christlichen Typen mögen? Ein Möchtegern vor dem Herrn, von dieser Sorte hatten wir genügend. Bewahre uns, wer auch immer, vor solchen Menschen.

  5. 1.

    Das ist eine ganz tolle Idee. Wieder ein Westimport, als ob es keine ostdeutschen Personen für diesen Job gibt. Ich nenne das Postengeschacher.

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