Die Berliner Autorin Inger-Maria Mahlke bei einem Pressetermin. (Quelle: dpa/Arne Dedert)
Audio: Inforadio | 09.10.2018 | Inger-Maria Mahlke | Bild: dpa/Arne Dedert

Auszeichnung für "Archipel" - Deutscher Buchpreis geht an Berliner Autorin Inger-Maria Mahlke

Drei Familien auf Teneriffa, über 100 Jahre miteinander verwoben, trotz unterschiedlichster Herkunft: Mit ihrem Roman "Archipel" überzeugte die Berliner Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke in diesem Jahr die Jury des Deutschen Buchpreises.

Die Berliner Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018. Die Auszeichnung für ihren Roman "Archipel" gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Montagabend in Frankfurt bekannt.

Ein "eindrückliches Ereignis"

Die Auszeichnung für den Teneriffa-Roman "Archipel" begründete die Jury am Montagabend mit vielen schillernden Details, die das Buch zu einem "eindrücklichen Ereignis" machten. Im Zentrum stehen drei Familien von Großbürgertum bis zur Dienerschaft, bei denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. 

Das Besondere an Mahlkes Roman: Sie erzählt die Geschichte rückwärts. Von der Rückkehr der jungen Rosa nach Teneriffa im Jahr 2015 führt Mahlke die Erzählung zurück bis ins Jahr 1919, in dem Rosas Großvater geboren wird. Nach und nach werden die Verbindungen zwischen den Familien klarer, erklären sich Verbitterungen und Verletzungen. Fast beiläufig geht Mahlke dabei auch auf die Geschichte Teneriffas ein.

Preis geht erstmals seit fünf Jahren an eine Frau

Die 1977 in Hamburg geborene Autorin, wuchs in Lübeck auf und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit auf Teneriffa. Sie studierte an der Freien Universität Berlin Jura und arbeitete zuerst am Lehrstuhl für Kriminologie, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

Mit dem Preis wird zur Auftakt der Frankfurter Buchmesse die beste literarische Neuerscheinung des Jahres in deutscher Sprache prämiert. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass eine Frau die wichtigste Auszeichnung der Branche gewinnt. 

Außer Mahlke waren noch Maria Cecilia Barbetta ("Nachtleuchten"), Maxim Biller ("Sechs Koffer"), Nino Haratischwili ("Die Katze und der General"), Susanne Röckel ("Der Vogelgott") und Stephan Thome ("Gott der Barbaren") nominiert gewesen. Die Preisträgerin wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben insgesamt 199 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2017 und dem 11. September 2018 erschienen sind. 

Sendung: Abendschau, 08.10.2018, 19.30 Uhr

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