Ein Zug in der Harry Potter Ausstellung (Quelle: rbb/Wilinski)
Video: Brandenburg aktuell | 13.10.2018 | Mark Albrecht | Bild: rbb/Wilinski

"Harry Potter"-Ausstellung in Babelsberg - Magie hinter dem Absperrband

Der Filmpark Babelsberg zeigt von Samstag an Kulissen, Requisiten und Kostüme aus den "Harry Potter"-Filmen. Wer auf große Mitmach-Action hofft, wird allerdings enttäuscht. Von Henrike Möller  

Es ist keine magische Fantasyworld und kein Themenpark - nein, "Harry Potter – The Exhibition" ist eine Ausstellung im klassischen Sinne. "Bitte nicht berühren" steht so auch vor einem Großteil der Filmkulissen. Den verbotenen Wald mit seinen Zentauren, Einhörnern und Riesenspinnen, das pinke Plüsch-Büro von Professor Umbridge, das Hippie-Turmzimmer von Wahrsagerin Sybill Trelawney – sie alle können lediglich hinter Absperrband begutachtet werden.

Reingehen können Besucher nur in Hagrids Hütte. Weil Hagrid ein Halbriese ist, sind viele Möbel in seinem urigen Zuhause überdimensional groß. Auch in den Sessel darf man sich reinsetzen und sich selbst dabei winzig wie ein Zwerg fühlen. Selbst aktiv werden können Besucher sonst aber nur beim Quidditchspielen – ein paar sogenannte Quaffels stehen bereit, um sie in eines von drei Toren zu werfen – und im Gewächshaus, wo Harry Potter und seine Freunde Kräuterkunde-Unterricht haben. Dort sind Alraunen in der Erde, magische Zauberpflanzen, die gegen böse Zauber helfen. Vorausgesetzt man pflegt sie richtig. Falls nicht, fangen sie an zu schreien. Es ertönt auch jedes Mal ein ohrenbetäubendes Quietschegeräusch, wenn ein Besucher eine Alraune am Schopfe aus dem Boden reißt.

Vor allem Requisiten sind zu sehen

Insgesamt ist die Harry Potter Ausstellung in neun Bereiche unterteilt. Es geht los mit dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors, dem Haus, in dem Harry Potter und seine Freunde untergebracht sind. Dort gibt es Schuluniformen zu sehen, Harrys Zauberstab und Original-Möbel aus den Filmsets wie die hölzernen Betten von Harry und seinem besten Freund Ron. Es folgen angedeutete Klassenzimmer der verschiedenen Unterrichtsfächer wie Zaubertränke, Verwandlung oder Verteidigung gegen die dunklen Mächte.

Einen Großteil der 1.600 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche nehmen aber Kostüme ein: Zauberumhänge, Alltagskleidung, Quidditch-Uniformen oder die dunklen Kluften der Todesser, der Anhänger des bösen Lord Voldemorts. Die Ausstellung endet in der Großen Halle, wo erneut Kostüme drapiert sind. Diesmal von einem besonderen Schulball, der einmal in Hogwarts stattgefunden hat – wann genau und in welchem Film, solche Infos können Besucher jeweils an den Schildern neben den Ausstellungsstücken nachlesen. Parallel dazu zeigen Monitore die passenden Szenen, in denen die ausgestellten Requisiten im Film vorkamen.

Die Schauspieler James (r) und Oliver Phelps, die in den Harry Potter Filmen die Weasley Zwillinge spielen, sind Gast der Pressekonferenz zur "Harry Potter" Ausstellung (Quelle: rbb/Wilinski)
James und Oliver Phelps (Spielten Fred und George Weasley) sind extra zur Ausstellungseröffnung nach Babelsberg gekommen. | Bild: rbb/Wilinski

Zeitreise zurück in die Vergangenheit

Für James und Oliver Phelps ist die Ausstellung wie eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Die beiden spielen in den Harry Potter Filmen die Zwillingsbrüder Fred und George Weasley. Sie sind extra zur Ausstellungseröffnung nach Potsdam-Babelsberg gekommen. "Wir haben gerade unter den Ausstellungsstücken die Karte des Herumtreibers gesehen. Sie hat eine Schlüsselrolle gespielt in der ersten großen Szene, die wir gedreht haben", erinnert sich James Phelps zurück. Sein Bruder berichtet begeistert von der Box mit Nasch-und-Schwänz-Leckereien aus "Weasleys zauberhafte Zauberscherze", dem Scherzartikelladen der beiden Zwillingsbrüder, die er in der Großen Halle erspäht hat.

Tatsächlich ist es beeindruckend, wie aufwendig und liebevoll die Filme produziert wurden. Auch der Detailreichtum ist bemerkenswert: ein Tagebuch vom jungen Voldemort, durchstochen mit einem Zahn eines giftigen Baselisken, eine Ausgabe der Zauberer-Tageszeitung "The Daily Prophet" und Süßigkeiten aus dem Zaubererstädtchen Hogsmeade. Harry Potter – The Exhibition ist vor allem eine Ausstellung zu den Filmen. Eine immersive Erfahrung, also eine, in die man komplett eintauchen kann, ist sie jedoch nicht.

Manche Tage sind schon ausverkauft

Trotzdem wird sie als Indoor-Ausstellung dem Filmpark Babelsberg wohl über die einkommensschwächeren Wintermonate hinweghelfen. Denn der Andrang ist groß: Trotz Ticketpreisen von knapp 20 Euro für Erwachsene und 14,50 Euro für Kinder sind die Tickets an einigen Tagen schon vergriffen. Filmpark-Geschäftsführer Matthias Voß erwartet eine sechsstellige Besucherzahl. "Für die Hotelerie und die Gastronomie ist das gut, eigentlich für ganz Postdam", sagt Voss. "Potsdam fällt im Winter ja sonst immer in eine Art Winterschlaf". Die Ausstellung wird voraussichtlich fünf Monate im Filmpark Babelsberg bleiben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.10.2018, 6:35 Uhr

Einblicke in die Zauberwelt von Harry Potter

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