Szene aus der neuen Amazon Serie (Quelle: Amazon Prime)
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Audio: Fritz | 09.11.2018 | Anna Wollner | Bild: Amazon Prime Video

"Beat": Neue Serie aus und über Berlin - Von Ekstase und Gewalt

Drogen in Berliner Technoclubs? Standard. Ausgeschlachtete Leichen an der Decke - eher nicht. Die deutsche Amazon-Serie "Beat" steckt beides zusammen in ein Drehbuch und erzählt eine düstere Geschichte, in der für Hoffnung wenig Platz zu bleiben scheint.  

"Beat", wie Robert Schlag von allen genannt wird, ist Promoter im Kreuzberger Club Sonar und gibt der Berliner Technoszene dort, was sie will: Wummernde Technomusik und viele Drogen.

Nachdem das Sonar einen neuen stillen Teilhaber bekommt, tanzt auf einmal die biedere Jungpolizistin Emilia vom Geheimdienst "EDI" auf der Tanzfläche des Clubs. Sie will Beat als Spion anwerben, um den neuen Teilhaber Vossberg, gespielt von Alexander Fehling, dranzukriegen. Der steht im Verdacht, ganz tief im illegalen Waffenhandel zu stecken. Als dann auch noch zwei leblose und ausgeschlachtete Körper in weißen Leinentüchern über der Tanzfläche hängen, hilft Beat ihr bei den gefährlichen Ermittlungen. Schnell wird klar: Bei den Leichen an der Decke handelt es sich um Flüchtlinge, denen die Organe entfernt worden sind.

Unterkühlte Atmosphäre

Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Krabat") inszeniert "Beat" nach dem Drehbuch von Autor Norbert Eberlein mit vielen düsteren Bildern und in unterkühlter Atmosphäre. Zusammen mit der szenetypischen Techno-Musik rutscht der Zuschauer in eine komplexe Welt zwischen dem wilden Berliner Nachtleben und brutaler organisierter Kriminalität. Die Serie wirkt schnell, hart und aufgeregt.

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| Bild: Amazon Prime Video

Berlin als Drehort

Die Schauplätze sind dabei an vielen verschiedenen Orten in Berlin verteilt. Das Kraftwerk in der Köpenicker Straße in Kreuzberg diente etwa als Kulisse für den Technoclub, zudem wurde am Kottbusser Tor gedreht. Aber auch die Hackeschen Höfe in Mitte oder die Rötgenbrücke in Charlottenburg gehörten zu den Drehorten.

Top-Besetzung, kontrastreiche Story

Film-Expertin Anna Wollner von Radio FRITZ hat "Beat" schon geschaut und war vor allem von der authentischen Besetzung überzeugt: "Jannis Niewöhner (Jugend ohne Gott, Saphierblau), der die Hauptrolle "Beat" spielt, legt zum ersten Mal sein Image als Teeniestar ab und ist erwachsen geworden. Karoline Herfurth, die Lehrerin Lisi Schnabelstedt aus "Fack Ju Göthe" und Alexander Fehling aus "Homeland" als stiller Teilhaber Vossberg sind auch dabei."

Drogen-Beat-Organhandel-Techno-Berlin
Bild: Amazon Prime Video

Die Story habe sie nach fünf geschauten Folgen noch als leicht verworren wahrgenommen, sagt Anna Wollner - was dem kontrastreichen Pogramm zwischen Berliner Clubwelt und Flüchtlingen als lebende Organbanken geschuldet sein dürfte. Die Serie stellt einen Zusammenhang zwischen der Partyszene und dem Kreislauf menschenverachtender Geschäfte dar, was schließlich bis zum kriminellen Organhandel mit Flüchtlingen führt.

Wer einen Einblick in das Nachtleben der Hauptstadt will, bekommt mit "Beat" ein nicht ganz  unrealistisches Bild, in dem Menschen wie Duracell-Hasen berauscht zu Techno raven. Gleichzeitig erzählt die Serie mit Hilfe von düsteren Bildern die verworrenden Geschäfte der Personen hinter dem Geschäft mit menschlichen Organen. Die Serie steht seit heute kostenplichtig bei Amazon Prime zur Verfügung.

Sendung: Fritz, 9.11.2018,  

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Verworren finde ich die Serie gar nicht. Ganz im Gegenteil. Sehr spannend und euphorisch. Ich bin sehr begeistert. Die erste deutsche Serie die es wirklich mit ausländischen aufnehmen kann.

  2. 2.

    Na dann will ich mal hoffen, das diese Serie genauso schnell im öffentl. Rechtlichen TV ausgestrahlt wird, wie Babylon Berlin. Denn Amason Prime ist für mich keine Option.

  3. 1.

    Hört sich schon so krank an. Hauptsache extrem und abartig. Selbst Anne Wollner hat die Story nach 5 Folgen noch als verworren wargenommen. Da kann ich mir vorstellen wie die Serie beim neutralen Zuschauer ankommen wird.

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