Ein Auszug aus dem Film "Zur Sache, Schätzchen" (1968) mit den beiden Hauptdarstellern Uschi Glas und Werner Enke, in der May Spils die Regie führte (Bild: Deutsche Kinemathek)
Bild: Deutsche Kinemathek

69. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale widmet Retrospektive deutschen Regisseurinnen

"Selbstbestimmt" und ausschließlich weiblich - zumindest von Seiten der Regie - ist die Retrosprektive der im Februar 2019 stattfindenden 69. Berlinale in Berlin. Leinwandschwerpunkt sind die Perspektiven von Filmemacherinnen und ihren meist weiblichen Protagonisten in der Zeit von 1968 und 1999, wie die Internationalen Filmfestspiele Berlin am Dienstag mitteilten. "Die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit in der Filmbranche ist bis heute aktuell geblieben", sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Für ihn seien die Filme und ihre Macherinnen "Aktivistinnen", dank derer "sich das weibliche Filmschaffen selbstbewusst" entfaltete.

Insgesamt knapp 30 Spiel- und Dokumentarfilme aus dem damaligen Osten und Westen sollen im Rahmen von "Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen" gezeigt werden. Weitere 20 kurze bis mittellange Filme laufen zusätzlich im Einzelprogramm sowie als Vorfilme.

Retrospektive blickt auf Ost und West

Das Filmschaffen habe sich im Westen im Zuge der Studentenbewegungen von 1968 sowie der Neuen Frauenbewegung und dem Neuen Deutschen Film entwickeln können, heißt es in der Mitteilung. In der DDR hingegen seien Filme innerhalb des staatlich gelenkten Studiosystems und der 1946 gegründeten volkseigenen Deutschen Film AG (DEFA)entstanden. Diese habe schon in den 1950er Jahren ersten Frauen die Möglichkeit gegeben, Regie zu führen - wenn auch überwiegend für Kinder. Ab den 1960er Jahren hätten die Regisseurinnen den Fokus auf den sozialistischen Alltag gelegt.

Filme in der Retrospektive

Zu sehen sind autobiographisch inspirierte Filme wie Jutta Brückners "Tue recht und scheue niemand - Das Leben der Gerda Siepenbrink" (BRD 1975) oder Marianne Rosenbaums Nachkriegsdrama "Peppermint Frieden" (BRD 1983), das den Alltag der Nachkriegszeit aus Kindersicht in einem kleinen Dorf zeigt. Petra Tschörtner zeigt in ihrer Doku "Berlin - Prenzlauer Berg. Begegnungen zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990" (D 1991) den Aufbruch in der Wendezeit. Auch "Zur Sache, Schätzchen" von May Spils, mit dem Uschi Glas berühmt wurde, wird Teil der Retrospektive sein.

Anfang Februar werden einige der Macherinnen auf großer Leinwand ihre Filme präsentieren und über das Filmemachen von damals sprechen. Mit dabei sind unter anderem die Regiseurinnen Iris Gusner, Helke Misselwitz, Evelyn Schmidt. Zur Retrospektive soll ein Buch mit Essays und Illustrationen, das ebenfalls den Titel "Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen" haben soll.

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