Außenansicht des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses der sowjetischen Militärspionageabwehr Leistikowstraße Potsdam (Quelle: Imago)
Bild: Imago

Ehemaliges sowjetisches Militärgefängnis in Potsdam - Mehr Geld für Gedenkstätte Leistikowstraße gefordert

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Potsdamer Gedenkstätte Leistikowstraße hat Stiftungsdirektor Axel Drecoll eine bessere Ausstattung für den Erinnerungsort gefordert. Seit der Eröffnung der Gedenkstätte seien knapp 73.000 Besucher in das ehemalige sowjetische Militärgefängnis gekommen.

Führungen für Besucher werden ausgebaut

"Die mit dem Erfolg gewachsenen Aufgaben im Bereich der Forschung und der Sammlung sowie eine moderne Vermittlungsarbeit erfordern in der Zukunft auch eine deutlich bessere personelle und finanzielle Ausstattung", sagte Drecoll am Montag. Bundes- und Landesregierung haben die Gedenkstätte in diesem Jahr mit knapp 300.000 Euro gefördert. 

Damit würden bislang unter anderem neben dem Betrieb und der Instandhaltung der Gedenkstätte die Stellen einer Pädagogin für die Führungen, eine wissenschaftliche Stelle und eine Mitarbeiterin in der Verwaltung finanziert, sagte die Historikerin und kommissarische Gedenkstättenleiterin Maria Schultz. Über Sondermittel seien Baumaßnahmen und weitere Forschungen finanziert worden. Notwendig seien aber etwa auch die Dokumentation im Archiv und die Entwicklung des Internet-Auftritts.

Für das kommende Jahr hätten Land und Bund die Finanzierung einer weiteren pädagogischen Kraft in Aussicht gestellt, so Axel Drecoll am Montag anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße. Somit könnten die Führungen für Besucher ausgebaut werden.

Pfarrhaus wurde zum Gefängnis

Der sowjetische Geheimdienst hatte das einstige Pfarrhaus in der Leistikowstraße 1945 zu einem Gefängnis umgebaut und darin bis zum Abzug der Sowjettruppen aus Deutschland Tausende Männer und Frauen inhaftiert. Die genaue Zahl der Häftlinge ist bis heute unbekannt. Bis 1955 wurden dort auch Hunderte Deutsche festgehalten und nach ihrer Verurteilung hingerichtet, in sowjetische Straflager oder andere Haftstätten gebracht.

Das Jubiläum der Gedenkstätte soll am kommenden Samstag mit einem Festvortrag des Bochumer Historikers Bernd Faulenbach und einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 3.12.2018, 19:30 Uhr

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