Die alte Kirchenglocke mit Hakenkreuz hängt am 12.12.2017 im Glockenturm der Wichernkirche in Berlin (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Bild: imago/Bernd Friedel

Ab 2019 in der Zitadelle Spandau - Glocke mit Hakenkreuz soll ins Museum kommen

Im Museum der Zitadelle Spandau in Berlin soll ab 2019 eine ehemalige Kirchenglocke mit Hakenkreuz ausgestellt werden. Die 1934 gegossene Glocke mit dem etwa 20 Zentimeter großen, eingefrästen Hakenkreuz war im November 2017 abgehängt worden, wie Pfarrerin Sigrid Jahr von der Evangelischen Kirchengemeinde Wichern-Radeland im Spandauer Ortsteil Hakenfelde am Donnerstag auf Anfrage bestätigte.

Glocke lagert derzeit im Archiv der Kirchengemeinde

Derzeit lagere das "zeitgeschichtliche Dokument" noch im Archiv der Kirchengemeinde. Unklar sei bislang, in wessen Auftrag das Hakenkreuz zu Beginn der NS-Zeit angebracht wurde.

Museumschefin Urte Evert sagte dem "Tagesspiegel" (Donnerstag), der Dauerleihgabevertrag über die Glocke solle im Januar 2019 unterzeichnet werden: "Ich habe vor, die Aufstellung dieses Zeitzeugnisses größer zu präsentieren." Beteiligt seien daran auch Studenten des Touro-College, die die NS-Zeit in Spandau erforschen, schreibt die Zeitung.

Die Kirchenglocke mit Nazi-Symbolik ist nicht die einzige, die in Berlin gefunden wurde. Im letzten Jahr wurde auch ein Geläut in der Philipp-Melanchthon-Kapelle in Rudow gefunden.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ihr pragmatisch anmutender Ansatz verfängt. Denn der unkritische Umgang mit bzw. die Fortsetzung der Nutzung von NS-Devotionalien o. -gegenständen ist im Gegensatz zur wissenschaftlichen, öffentlichen Thematisierung im Museum immer die schlechtere Wahl. Verdrängen, Ignorieren, Wegsehen waren nicht zufällig genau die Trittbretter, die der Terror von SA und NSDAP zum Erfolg verhalfen.

    Ihr Vorschlag ist ergo völlig deplatziert und wirkt reichlich unsensibilisert für den Umgang mit NS-Geschichte. Mehr noch, er erinnert stark an den von Rechtsextremen formulierten "Schuldkult" und die Einforderung der Beendigung eines solchen oder etwa der "Wende der Erinnerungskultur um 180°" (Bernd). Wie deutlich Sie hier Aufklärung und Aufarbeitung ablehnen, ist anschlussfähig an vorgenannte dazugehörige Organisationen, Vereine, Parteien, nicht zuletzt da das Feindbild der "Gutmenschen" wichtiger zu sein scheint als in diesem Fall die Glocke.

  2. 4.

    Ich musste auch gleich in diese Richtung denken.
    Als bekennender Neonazi (wenn ich denn einer wäre) würde ich mir nach dieser tollen Werbung das Museum gleich mal für einen Wallfahrtsbesuch in den Kalender notieren.
    Oder dort irgendeine Märtyrer-Demo anmelden.
    Irgendwie ungeschickt.

  3. 2.

    Jahrzehntelang hat das Hakenkreuz auf der Glocke niemand beachtet bzw. konnte es gar nicht sehen. Nun wird es schön ausgestellt, gut sichtbar für möglichst viele Besucher.

    Wer wird sich darüber freuen?

    Ich wiederhole mich gern: Das Problem mit guten Menschen ist nicht, daß sie gute Dinge wollen, sondern mit ihrem (naiven, selbstgerechten, ideologiegesteuerten, unüberlegten) Tun oft das Gegenteil von diesen erreichen.

  4. 1.

    Warum nicht in Haken(kreuz)felde bleiben? Einfräsung versiegeln und weiter ding-dong.

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