Ein Baukran steht vor der Fassade des teilweise noch eingerüsteten Humboldt Forums in Berlin. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Bauvorstand vor dem Kulturausschuss - Das Humboldt-Forum hat keinen Zeitpuffer mehr

Der Zeitplan für die Eröffnung des Humboldt Forums im wiederaufgebauten Berliner Schloss ist noch nicht sicher. Die Terminpuffer seien aufgebraucht, bestätigte der verantwortliche Bauvorstand Hans-Dieter Hegener am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.

Es sei zwar nach wie vor möglich, im September 2019 in Betrieb zu gehen und im November oder Dezember zu eröffnen. Einen konkreten Termin könne man aber erst im Frühsommer nennen, so Hegener. Hauptproblem sei die boomende Baukonjunktur. Dadurch fehle es an Arbeitskräften.

Hegener widerspricht Grütters

Zuletzt hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) beteuert, sowohl bei den Finanzen als auch beim Zeitplan gebe es Puffer. "Die Eröffnung ist aus unserer Sicht nicht gefährdet", hatte sie nach einer Sitzung vom Stiftungsrat des Humboldt-Forums vor knapp zwei Wochen gesagt.

Ursprünglich hatte das neue Kultur- und Museumszentrum bereits am 14. September 2019 zum 250. Geburtstag des Namensgebers Alexander von Humboldt öffnen sollen. Später hieß es, man wolle Ende des Jahres etappenweise öffnen.

Eröffnungstermin für Landesausstellung wackelt

Derzeit bangt vor allem Berlin um die rechtzeitige Eröffnung seiner Landesausstellung in dem Haus. Die eigentlich ab September zugesagten Flächen können dem Bauvorstand zufolge erst ab Februar vollständig für den Aufbau der Ausstellungsarchitektur genutzt werden.

In dem für 600 Millionen Euro geplanten Bau sollen vor allem die ethnologischen und asiatischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gezeigt werden. Zudem ist ein breites Veranstaltungsprogramm geplant.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Es gibt Bauten, die sind für 40 oder 50 Jahre konzipiert, die werden zwischendurch zwei oder dreimal umgebaut, um dem jeweiligen modischen Stil nachzulaufen und es gibt Bauten, die überdauernd Jahrhunderte in ihrer Gestalt. Die sind bedeutungsstiftend und davon hat Berlin erkennbar zu wenig.

    Die wenigen Monate, um die es hier geht, sind vergleichsweise unbedeutend gegenüber dem Zeitraum, in dem das Gebäude bleibend in Berlin und über Berlin hinausgehend strahlt. Das ist vermutlich ein Denken, was vielen offenbar sehr fremd geworden ist. Kein festhaltendes Denken, sondern eines, das auf generationsübergreifende Inspiration setzt.

  2. 3.

    Die negative Einstellung des Schreibers zu diesem Vorzeigeprojekt schaut aus jeder Zeile. Ich finde den Wiederaufbau des Schlosses und die neue Konzeption großartig, weil es Berlin wieder seine Mitte und die Balance zum Berliner Dom und zur Museumsinsel zurückgibt und dem Projekt eine Neuausrichtung vorgibt. Ich freue mich jeden Tag mehr über diese Entscheidung und die beispielhafte Art der Planung und Durchführung. Das Konzept des Humboldforums ist einzigartig und gelungen. Es verdient nicht Neid und Missgunst, wie sie der Schreiber artikuliert. Jeder Berliner sollte stolz sein, über das was dort entsteht und wie das Leben wieder in Berlin Mitte zurückkehrt. Die Vermischung des Begriffes "Wiederaufbau des Stadtschlosses" mit dem Humboldtforum lässt erkennen, dass der Komentator nicht ganz den Sachverhalt durchdrungen hat. Hier besteht Nachbesserungsbedarf! Ich freue mich jeden Tag über den Anblick und spende gerne weiter!

  3. 2.

    Die Huldigung an den preußischen Soldatenstaat in Form dieses unsäglichen Neubau des "Stadtschloß" in der Mitte Berlins kommt in stocken. Einher gehen wird sicherlich auch eine Verteuerung, die, das der Stiftungsrat das Geld, welches in Spendenform fließen sollte, nicht mehr aufbringen kann, Steuerzahler in die Bresche springen werden. Frau CDU-Staatssekretärin für Kultur Gründers kümmerte sich lieber, im Einklang mit dem Linken Lederer, um die von Ihnen inszenierte Affäre Knabe, als sich um diesen "Bau" zu kümmern, denn die Probleme tauchen doch nicht jetzt erst auf, die waren doch schon länger vakant. Abermillionen an Steuergelder werden hier, wie am Flughafen Berlin-Brandenburg, unsinnig verbrannt.

  4. 1.

    wäre ja auch ganz etwas Neues, wennein Bau termingerecht fertig wird----

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