Archivbild: Menschen laufen durch das Treppenhaus des Ephraim-Palais in Berlin (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: Inforadio | 28.12.2018 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Absprachen zwischen Museen laufen - Kostenfreier Museumstag in Berlin könnte ab 2020 kommen

Der Berliner Senat arbeitet nach Angaben von Kultursenator Klaus Lederer derzeit an dem geplanten kostenfreien Museumstag. "Wir sind wild entschlossen, dieses Ziel umzusetzen", sagte Lederer der Deutschen Presse-Agentur, wie diese am Freitag mitteilte. Wegen der hohen Kosten für das Projekt könnte es allerdings frühestens ab 2020 umgesetzt werden.

"Wir arbeiten daran, dass es mit dem nächsten Doppelhaushalt 2020/21 eine finanziell abgesicherte Lösung gibt", sagte der Linken-Politiker der "Berliner Morgenpost". "Wir reden gerade mit den Häusern, was sie leisten können und wie sie etwas bieten können, was dann auch das Publikum anspricht."

Viele offene Fragen

Die Kosten für den Landeshaushaushalt bezifferte Lederer in der "Morgenpost" auf einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Ziel ist Lederer zufolge, nicht nur regelmäßige Museumsgänger finanziell zu entlasten, sondern auch Menschen zu erreichen, die sonst den Weg in die Museen "schwerer finden". Den kostenlosen Eintritt in Museen hatte sich die Koalition im Koalitionsvertrag vorgenommen.

Unklar ist allerdings, ob die Museen nur Stadtbewohnern oder auch Touristen kostenfrei zugänglich sein sollen. Auch der Umfang steht noch nicht fest: Im Interview sagte Lederer, denkbar sei ein Tag pro Monat.

Berlin kann nur über Landesmuseen entscheiden

Ebenfalls noch geklärt werden muss die Frage, welche Museen mitmachen. So sei es sinnvoll, sich mit den Bundesmuseen und den Häusern der Stiftung Preußischer Kulturbesitz abzustimmen, sagte Lederer. Weder Berliner noch Besucher würden unterscheiden, ob sie in ein Bundes- oder ein Landesmuseum gehen.

Zu den Landesmuseen gehören beispielsweise das Märkische Museum in Mitte, das Museumsdorf Düppel oder das Ephraim Palais. Die Museen der Museumsinsel und auf dem Kulturforum gehören hingegen zur Stiftung Preussischer Kulturbesitz.

Andere Länder können mitreden

Bei der Ankündigung der Pläne für einen eintrittsfreien Museumstag hatte der Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bereits Zustimmung signalisiert. Er wies aber auch darauf hin, dass dafür Absprachen mit dem Bund und den anderen Bundesländern notwendig seien.

Bisher haben Besucher in Berliner Gedenkorten wie der Topographie des Terrors, dem Haus der Wannseekonferenz und der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie den meisten Bezirksmuseen freien Eintritt.

Die Debatte um einen kostenfreien Museumstag hat deshalb auch besondere Brisanz, weil derzeit auch um die Eintrittspreise für das Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss gerungen wird. Der Bund will die Dauerausstellungen für das künftige Kulturzentrum zumindest in den ersten drei Jahren kostenlos machen. Ob Berlin mit seiner Landesausstellung dem Beispiel folgt, ist laut Lederer noch offen.

"Wir sind darüber in intensiven Gesprächen mit dem Bund", sagte er. "Natürlich wollen wir keine Zweiklassengesellschaft zwischen den Ausstellungen des Bundes und des Landes. Aber es braucht Lösungen, die alle Beteiligten stemmen können."

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2 Kommentare

  1. 2.

    In vielen Ländern (auch USA) gängige Praxis...

  2. 1.

    Braucht Berlin einen "wild entschlossenen" Kultursenator? - Das Vorhaben finde ich gut.

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