Collage zu städteplanerischen Entwürfen unterschiedlicher Teams für das Haus der Statistik - links: Teleinternetcafé Treibhaus, rechts: COBE Berlin Studio Sörensen (Bild: BSM/Gregor Lehmann)
Bild: BSM/Gregor Lehmann

Wettbewerb zum Haus der Statistik - Kreatives Durcheinander vs. geradlinige Häuserberge

Da waren's nur noch zwei: Beim Wettbewerb zur Umgestaltung des Quartiers am Haus der Statistik gibt es zwei Finalisten. Beide haben ziemlich unterschiedliche Ideen für das Areal. Bis Mitte Februar können interessierte Bürger die Vorschläge kommentieren.

Im Wettbwerb zur Umgestaltung des Areals am Haus der Statistik hat es eine Vorentscheidung gegeben: Zwei der Architekturbüros sollen ihre Entwürfe noch einmal überarbeiten, ein drittes wurde aussortiert. Das teilte die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) mit. Die Planungsgemeinschaften Teleinternetcafe + Treibhaus Landschaftsarchitektur (Entwurf 1) und Cobe Berlin + Studio Sörensen (Entwurf 2) sollen ihre Entwürfe nun noch einmal überarbeiten.

Bürger können sich bis Mitte Februar einbringen

Der erste Entwurf zeichnet sich durch mehrere Höfe aus, die von unterschiedlich hohen und breiten Häusern umgeben sind. Auch drei Turmbauten sind geplant, die das bestehende Gebäude allerdings nur geringfügig übertreffen sollen.

Der zweite Finalist will den bestehenden Häuserriegel durch parallel gestellte, langgestreckte Gebäude ergänzen, deren Dachhöhen variieren. Zwischen Neu- und Altbau soll eine lange, zusammenhängende Freifläche entstehen.

Sämtliche Entwürfe waren schon unter Bürgerbeteiligung entstanden. Bis zum 15. Februar können Interessierte sich nun zu der favorisierten Planung äußern. Die Pläne können beim Fachbereich Stadtplanung in der Müllerstraße eingesehen und auch kommentiert werden. Der Siegerentwurf soll in einigen Wochen präsentiert werden, hieß es. Ein genauer Termin wurde jedoch nicht mitgeteilt.

Bezahlbare Wohnungen und Ateliers neben Behörden

Der ehemalige Sitz der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik der DDR steht seit 2008 leer und wurde mittlerweile entkernt. Der bestehende Bau besitzt eine Bruttogeschossfläche von 46.000 Quadratmetern und soll nach historischem Vorbild saniert werden. Zudem sollen weitere 70.000 Quadratmeter in Neubauten geschaffen werden.

In dem neuen Quartier soll unter anderem das Bezirksamt Mitte einziehen, von dem ein Teil derzeit zur Miete im nahegelegenen Nachbau des DDR-Hotels Berolina untergebracht ist. Außerdem sollen 300 bezahlbare Wohnungen entstehen, günstige Flächen für Künstler und soziale Initiativen sowie öffentliche Kultureinrichtungen.

Fertigstellung bis 2024

Das Haus der Statisitk wurde 1970 als Teil der neuen Mitte Ost-Berlins fertiggestellt, einem Prestigeprojekt der DDR-Führung, zum dem auch weitere Gebäude wie das ehemalige Haus des Lehrers samt Konkgresshalle oder der Hotelturm am Alexanderplatz gehören. Nach der Wende ging der Gebäudekomplex in Bundesbesitz über.

2017 schlossen sich die WBM, das Bezirksamt Mitte, die Senatsbauverwaltung, die landeseigene ImmobilienmanagementGesellschaft (BIM) sowie die von Künstlern angeschobene Genossenschaft Zusammenkunft Berlin zusammen, um das Areal zu kaufen und neu zu entwickeln. Eine Fertigstellung ist für 2024 angepeilt.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Der Entwurf mit den Höfen ist wirklich mal etwas komplett neues für diese Ecke von Berlin und gerade deswegen gut. Wenn man sich das riesige Areal mit DDR-Wohnblöcken (wie sie überall im Osten stehen könnten) dahinter ansieht, wird schnell klar, dass solche langgezogenen Freiflächen zwischen Riegelgebäuden eigentlich nie dafür geeignet sind, sich länger dort aufzuhalten.

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