Collage v.l.n.r.: Sven Regener, Leadsänger der Band Element of Crime; die Legende: Bob Dylan; die Musikerin Amy Mcdonald werden 2019 in Berlin zu sehen sein. (Quelle: dpa)
Audio: Inforadio | 07.01.2019 | Hendrik Schröder | Bild: dpa

Vorschau auf die ersten Monate - Ausblick auf das (Pop)-Konzertjahr 2019

In den ersten Wochen des Jahres liegt die Konzertszene in Berlin erfahrungsgemäß eher brach. Danach erwarten Konzertgänger in der Hauptstadt aber aufregende Monate, etwa mit Ozzy Osbourne oder Herbert Grönemeyer. Von Hendrik Schröder

Starten wir den kleinen Konzertausblick mit Laing, die spielen noch diesen Monat, am 31. Januar im Astra und ihr Bandname bedeutet so viel wie: "Heißer Scheiß, der an Deinem Schuh kleben bleibt". So definieren die vier Musikerinnen von Laing zumindest selbst ihren Bandnamen. Nach einigen Umbesetzungen und einer Pause sind Laing jetzt zurück mit ihrem Elektrosound, der viel Mut zum Pop hat, aber auch einen gewissen Tiefgang. Vor allem live hat die Band ihren Reiz - wie im November im Kreuzberger Lido zu sehen - denn ein Laing-Konzert ist ob der abgefahrenen Kostüme, Requisiten und Choreografien schon eher eine Performance denn einfach eine Musikdarbietung.

Totgesagte leben länger

Im Februar kommt dann Ozzy Osbourne. 20 Mal totgesagt, ein Mal fast wirklich gestorben, eine Existenz zwischen Witzfigur und lebender Legende. Ende 2018 ist Ozzy tatsächlich 70 Jahre alt geworden. Hätte er vor sechs Jahren nicht die Notbremse gezogen und mit den Drogen und dem Suff aufgehört, wäre er wohl schon nicht mehr am Leben. Nach der Auflösung seiner Kultband Black Sabbath ist Ozzy jetzt auch als Solomusiker auf Abschiedstour in Europa und kommt am 19. Februar in die Mercedes Benz Arena. Aber mit Abschiedstouren ist das ja so eine Sache: Für Ozzy Osbourne ist es schon die zweite.

Der Sänger Herbert Grönemeyer steht am 08.11.2018 in Berlin auf der Bühne. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
| Bild: dpa/Jens Kalaene

Drei Grönemeyer-Konzerte in einem Jahr

Ein paar Tage später, am 7. März, beehrt dann Herbert Grönemeyer mit seiner aktuellen Platte "Tumult" ebenfalls die Arena am Ostbahnhof. Und im Sommer kommt er noch zwei Mal in die Hauptstadt. Am 3. und 4. September spielt Grönemeyer in der Waldbühne. Drei Mal Berlin in einem Jahr, die Leute können sich nicht sattsehen an Herbert und das zu recht. Wer in der Vergangenheit erlebt hat, wie Grönemeyer zwei Stunden lang eine Halle mitreißt, berührt und verzaubert, wie er schwitzend und gestikulierend die Bühne auf und ab tigert, alte und neue Songs mit gleicher Energie spielt, der kann vor dem (zumindest kommerziell) erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Musiker nur den Hut ziehen.

Schlager oder Persiflage?

Viel unbekannter, aber auch viel lustiger als Grönemeyer ist der Sänger Christian Steiffen aus Osnabrück. Ein Typ, der es schafft die komplette Schlagerszene mit seiner Performance auf die Schippe zu nehmen und dabei trotzdem gute Schlager schreibt, die immer auch einen doppelten Boden haben, rein textlich. Einige kennen ihn vielleicht aus dem Film "Ich fühl mich Disco", für den er den Soundtrack geschrieben hat und in dem er sich selbst spielt. Ein abgefahrener Typ, live zu erleben am 28. März im Huxleys.

Im April kommt außerdem Bob Dylan. Für manche ist das Konzert ein Weltereignis, auch wenn er sein Publikum eigentlich selten wirklich bewegen kann. Es reicht, dass er da ist. Im Mai folgen dann drei Konzerte von Element of Crime im Tempodrom, das genau der richtige Ort ist für die Band um Sven Regener, aber vorher kommt noch die fantastisch lockere Amy Macdonald in den Admiralspalast. Mit 15 stand sie das erste Mal auf der Bühne, mittlerweile ist sie 31 und musikalisch erwachsen geworden, ohne ihre Natürlichkeit zu verlieren. Am 2. April spielt die Schottin ein leider schon ausverkauftes Konzert in Berlin. Aber mit etwas Glück ergattern Sie bis dahin vielleicht noch eine zurückgegebene Karte.

Auf einen Blick: Erste Konzert-Highlights 2019 von Hendrik Schröder

 Wer? Wann? Wo?
Laing 31. Januar Astra Kulturhaus (Berlin-Friedrichshain)
Ozzy Osbourne 19. Februar Mercedes-Banz-Arena (Berlin-Friedrichshain)
Herbert Grönemeyer 7. März Mercedes-Banz-Arena (Berlin-Friedrichshain)
  3. und 4. September Waldbühne (Berlin-Spandau)
Amy Macdonald 2. April Admiralspalast (Berlin-Mitte)
Christian Steiffen 28. März Huxley's Neue Welt (Berlin-Neukölln)
Bob Dylan 4. April Mercedes-Banz-Arena (Berlin-Friedrichshain)
Element of Crime 23., 24. und 25. Mai Tempodrom (Berlin-Kreuzberg)

Sendung: Inforadio, 07.01.2019, 11:55 Uhr

Beitrag von Hendrik Schröder

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Antwort auf [Hendrik Schröder] vom 08.01.2019 um 15:41
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4 Kommentare

  1. 4.

    Gröhlemeyer zusammen mit Ozzy in einen Satz zu packen... zt, zt, zt...
    Was für eine geschmackliche Fehlleistung :)

  2. 3.

    Lieber Leser, wie kann eine "objektive" Auswahl von 5-6 Konzerten aus mehreren hundert Shows alleine von Jan-Mai in Berlin objektiv sein? Musikvorlieben sind so unterschiedlich und ausgefächert, wie soll man in einem 2.5 Minuten langen Beitrag dem auch nur annähernd gerecht werden? Ich bitte Sie das zu bedenken. Herzlichen Dank und freundliche Grüße.

  3. 2.

    Auch, wer seinen moralischen Kompass verloren hat, hat bei einem Konzert von Grönemeyer diesen wieder zu finden.
    Und wer einen wahren Literaturnobelpreisträger (?) sehen will, kann sich diesen in der Mercedes-Benz-Halle für Teuer ansehen.
    Hat eben alles seinen Preis.

  4. 1.

    Eine sehr subjektive Auswahl an „Highlights“. Was ist zum Beispiel mit Snow Patrol am 16.01 und den Fantastischen Vier am 13.01.? Ein wenig mehr Objektivität wäre wünschenswert.

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