Sperrgraben am ehemaliger Grenzübergang Dreilinden ist heute ein Teil des Berliner Mauerwegs (Quelle: image/Marius Schwarz)
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Radfahren auf dem ehemaligen Todesstreifen - Berliner Mauerweg soll erneuert und barrierefrei werden

Der historisch wie touristisch bedeutsame Berliner Mauerweg wird erneuert. In den kommenden Jahren soll die gut 160 Kilometer lange Route entlang der früheren Grenze um den Westteil Berlins so ausgebaut werden, dass sie durchgehend auch für Fahrrad- und Rollstuhlfahrer nutzbar ist. Zudem ist eine Verbesserung des Informationssystems an dem historischen Weg geplant, wie Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen) nach einem entsprechenden Senatsbeschluss am Dienstag mitteilte.

Die Kosten bezifferte sie auf 12,4 Millionen Euro. Für das Projekt sind etwa fünf Jahre veranschlagt, erste konkrete Planungen an einigen Abschnitten sollen in diesem Jahr beginnen. Erste Baumaßnahmen sind dann für 2020 angedacht. Für den 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November dieses Jahres kommt das Vorhaben also zu spät. "Besser spät als nie", sagte Günther dazu. Der seit Ende 2016 regierende rot-rot-grüne Senat habe das Vorhaben von Anfang an als Priorität gesehen.

Radfahrer fahren auf dem Berliner Mauerweg zwischen Lübars und Blankenfelde (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Radfahrer fahren auf dem Berliner Mauerweg zwischen Lübars und BlankenfeldeBild: imago stock&people

Informationen zu geglückten Fluchtversuchen

Der Berliner Mauerweg war auf Initiative des Grünen-Politikers Michael Cramer nach einem Beschluss des Abgeordnetenhauses im Jahr 2001 schrittweise eingerichtet worden und gehört heute zu den touristischen Highlights der Stadt. Er verläuft vielfach entlang des früheren Todesstreifens, weicht aber stellenweise auch vom Grenzverlauf zur Zeit der Teilung ab.

Auf dem Weg informieren rund 600 Schautafeln über die Geschichte des jeweiligen Ortes. Dort werden zum Beispiel geglückte Fluchten aus der DDR erläutert. Es wird aber auch an Menschen erinnert, die bei Fluchtversuchen von DDR-Grenzposten erschossen wurden oder anders ums Leben kamen.

Etwa acht Kilometer Mauerweg müssen grundlegend saniert werden

Jüngste Überprüfungen ergaben nach Angaben der Senatsumweltverwaltung, dass etwa 90 Prozent des Weges in einem recht guten Zustand sind. Der Rest gilt als mehr oder weniger stark ausbau- oder erneuerungsbedürftig. Diverse, zusammen acht Kilometer lange Abschnitte müssen Günther zufolge grundlegend saniert werden.

Der Senat wolle dabei eng mit den Bezirken sowie dem Land Brandenburg zusammenarbeiten, betonte Günther. Verhandlungen über eine finanzielle Beteiligung Brandenburgs gebe es derzeit nicht. Das Land Berlin wolle vom Bund Fördermittel beantragen.

Sendung: Abendschau, 08.01.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich bin absoluter Fan des Mauerwegs und freue mich über diese Auskunft.
    Er ist für mich wunderbare Naherholung wie auch grüner Radschnellweg und das ganzjährig. Man erlebt dort tolle Augenblicke und Stimmungen, ob es ein Fasan ist, der den Weg quert oder Sandstürme.
    Gerne dürfte durchaus auch noch hier die eine oder andere geschichtliche Aufklärungstafel mehr dort stehen, allerdings bitte an den Knoten-, bzw. Infopunkten, damit man sich nicht schon wieder wie in einem Freilufttourizoo vorkommt. Meinetwegen auch gernen noch Erweiterung des Mauerwegs um Netzwerkwege zwischen den Feldern entlang ins Brandenburgische!

  2. 4.

    Berlin investiert in viele notwendige und wichtige Projekte!
    Da kann es auch nicht schaden den Mauerweg zu sanieren, denn er ist einzigartig, interessant, lehrreich und in Teilen sehr idyllisch.

  3. 3.

    „Der historisch wie touristisch bedeutsame Berliner Mauerweg...“ Die Instandhaltung und Verbesserung dieser Orte der Geschichte ist extrem wichtig. Touristen, Schulkinder, geschichtlich Interessierte Berliner schätzen diese Orte und das nützt der Allgemeinbildng und dem Image der Stadt. Auf der einen Seite mag Berlin viele zu bewältigende Probleme haben, auf der anderen Seite hat unsere Stadt auch viel zu bieten. Ich habe von Ihnen noch nie etwas Positives gelesen. Natürlich müssen Schulen und Kitas gebaut und saniert werden, trotzdem ist es doch aber gut und richtig, Dokumente unserer Berliner Geschichte zu pflegen und zu bewahren! Zumal das ja aus verschiedenen „Pötten“ finanziert wird. Was gibt es denn daran jetzt wieder zu mosern? ;-)

  4. 2.

    Als ob Berlin nicht das Geld zur Zeit nicht woanders besser investieren könnte, sage nur Schulen und Kitas.

  5. 1.

    Danke nochmals Michael Cramer und lieben Gruss, war früher viele Jahre bei den Mauerstreifzügen dabei!

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