Prof. Dr. Werner Knopp (Quelle: rbb)
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Langjähriger Präsident mit 87 Jahren verstorben - Stiftung Preußischer Kulturbesitz trauert um Werner Knopp

Der langjährige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Werner Knopp, ist tot. Er verstarb am Freitag im Alter von 87 Jahren, wie die Stiftung am Montag mitteilte. Der gebürtige Braunschweiger hatte demnach mehr als 20 Jahre an der Spitze der größten deutschen Kulturinstitution in Berlin gestanden.

"Werner Knopp war ein eleganter und politisch versierter Kulturdiplomat, ein engagierter Macher und gleichzeitig ein Brückenbauer nach innen und außen", sagte der Präsident der Stiftung, Hermann Parzinger laut einer Mitteilung. "Sein Wirken ist bis heute unser Fundament." 

Gesamtdeutsche Stiftung geschaffen

Werner Knopp war demnach von 1977 bis 1998 Präsident der Institution. Da in seine Amtszeit die deutsche Wiedervereinigung fiel, war er zuständig für die Zusammenführung der jahrzehntelang geteilten ehemals preußischen Sammlungen. Knopp habe aus der Stiftung eine gesamtdeutsche gemacht, so Parzinger. "Es ist sein Verdienst, dass die Zusammenführung der Sammlungsteile in Berlin so eindeutig und umfassend im Einigungsvertrag geregelt werden konnte."

Zu seinen Verdiensten gehöre auch, dass er den Mitarbeitern "leidige Abwicklungsdebatten" ersparte. Auch der Bau der Gemäldegalerie am Kulturforum und die Wiederherstellung des Neuen Museums durch David Chipperfield verdanke man Knopp. 

In der Februar-Ausgabe des Stiftungsmagazins aus dem Jahr 2015 [preussischer-kulturbesitz.de] blickte Werner Knopp aus Anlass des 25. Jubiläums der Wiedervereinigung der Sammlungen des preußischen Kulturbesitzes zurück. 

Müller: "Berlin wird dankbar bleiben"

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), erklärte aus Anlass des Todes von Werner Knopp, dieser sei mit 21 Jahren außergewöhnlich lange SPK-Präsident gewesen. In der Zeit des Mauerfalls sei dem Juristen die "großartige und große Aufgabe" zugekommen, "das in West und Ost aufbewahrte einzigartige museale Erbe Preußens wieder zusammenzuführen", so Müller. "Er hat dafür die Grundlagen gelegt, dass die Kulturmetropole Berlin heute und in Zukunft von diesem wertvollen Schatz profitieren kann, der zu ihren weltweit bekannten Anziehungspunkten gehört." Berlin werde "diesen sensiblen und geschickten Kulturmanager nie vergessen und ihm für sein Schaffen in historischer Epoche stets dankbar bleiben". 

Werner Knopp war der zweite Präsident in der Geschichte der 1957 in der Bundesrepublik gegründeten SPK. Nachfolger von Werner Knopp war Klaus Lehmann. Er war bis 2008 ihr Präsident. Auf ihn folgte der aktuelle Präsident, Hermann Parzinger. 

Sendung: rbb UM6, 07.01.2019, 18 Uhr

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