Gaia Gaudi (Quelle: Gardi Hutter)
Video: zibb | 06.02.2019 | Britta Wulf, Andreas Jacob | Bild: Gardi Hutter

Berlin-Premiere von "Gaia Gaudi" - Wäre doch gelacht!

Seit knapp 40 Jahren steht Gardi Hutter auf der Bühne und nicht nur in der Schweiz hat sie mit ihren gesellschaftskritischen Stücken eine ganze Generation geprägt. Am Mittwoch Abend war sie in der Ufa-Fabrik zu sehen. Gardi Hutter alias Hanna kämpfte als Jeanne d’Arc mit einem Wäscheberg, richtete es sich als Maus gemütlich in einer mit einem fetten Schweizer Käse ausgestatteten Mausefalle ein oder mimte die Souffleuse, die unter der Bühne auf ihren großen Tag wartet.

Gardi Hutters Hanna stirbt meist am Ende ihrer Stücke. Nun ist sie von Beginn an tot, aber Hanna will absolut nicht in die Kiste. Sie trickst, weicht den Todesengeln in dieser ihr fremden Welt aus und blickt zurück: Die Mutter begibt sich auf die Stationen ihres Lebens. Hutters Tochter und Sohn, Neda und Juri Cainero, beide Musiker sowie Schwiegertochter Beatriz Navarro, Tänzerin, begleiten Hanna auf archaisch-magische Weise. Auch Kritik bleibt in dieser Konstellation nicht aus - aber Hannas Antwort ist klar: "Rien, rien de rien, non, je ne regrette riiien!"

Und dann sind sie wieder da, die Papierfiguren, der Waschtrog, die Wäscheleine samt tapferer Hanna! Und langsam wird klar, dass sie das Zepter an die nachfolgende Generation abgeben muss. Die versucht dabei stets, ihr die Rückkehr zu Mutter Erde doch noch schmackhaft zu machen. Und tatsächlich, über die ersten Würmer freut sie sich dann auch und zerfällt schließlich zu Staub.

Die Berlin-Premiere im Varieté-Salon der Ufa-Fabrik war ausverkauft. Gaia Gaudi ist dort noch bis Sonntag zu sehen.

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