Modell des "Drei-Religionen-Hauses" in Berlin-Mitte (Bild: imago/epd)
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House of One in Berlin-Mitte - Senat überträgt Grundstück für Drei-Religionen-Haus

Seit Jahren wird gefeilt am künftigen Drei-Religionen-Haus "House of One", jetzt hat das Projekt die nächste wichtige Hürde genommen: Am Dienstag hat der Senat das dafür vorgesehene Grundstück in Berlin-Mitte an die Stiftung übertragen, die hinter dem "House of One" steht - für einen symbolischen Erbbauzins von einem Euro.

Müller übernimmt Vorsitz des Kuratoriums

Übergeben wurde das Grundstück am Petriplatz per Erbbaurechtsvertrag für 99 Jahre. Das "House of One" soll unter einem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen. Mitte Januar hatten die Bauvorbereitungen begonnen. Die Grundsteinlegung für das weltweit beachtete Projekt ist für den 14. April 2020 geplant.

Wie der Senat in seiner Sitzung am Dienstag weiter beschloss, übernimmt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Vorsitz des Stiftungs-Kuratoriums. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht in der Unterstützung durch den Senat ein Zeichen der Wertschätzung. Das "House of One" werde ein "weltweites Vorbild für Toleranz, Offenheit, erfolgreichen Dialog und konstruktives Miteinander der Religionen in einer pluralen Stadt" sein. Schon heute leiste die Stiftung wichtige Verständigungsarbeit.

Noch fehlen fünf Millionen Euro

Das Drei-Religionen-Haus soll auf den Fundamenten der einstigen St. Petri-Kirche  entstehen. Die DDR-Regierung hatte die Ruine der im Krieg schwer zerstörten Kirche sprengen lassen. Das Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi hat für das Projekt einen neuartigen Gebäudetyp in zeitgenössischer Architektur entworfen. Im Untergeschoss soll eine acht Meter hohe Halle die archäologischen Funde der ehemaligen Petrikirche - entstanden im 13. Jahrhundert und damit Berlins älteste Kirche - sichtbar machen.

Für die Errichtung des "House of One" werden den Angaben zufolge eine Bauzeit von drei Jahren sowie insgesamt 43,5 Millionen Euro veranschlagt. Weltweit seien bislang rund 8,5 Millionen Euro Spenden eingegangen. Weitere zehn Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, wenn das Land den gleichen Betrag zahlt. Die verbleibende Lücke von fünf Millionen Euro solle mit Crowdfunding und Spendenaktionen geschlossen werden.

Sendung: Abendschau, 05.03.2019, 19:30 Uhr  

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