Der Künstler Post Malone bei einem Konzert in Birmingham im Februar 2019 (Quelle: Imago/ Ogrin)
Audio: Inforadio | 05.03.2019 | David Krause | Bild: Imago/ Ogrin

Konzertkritik | Post Malone in Berlin - Zugedröhnt in Bestform

Er ist einer der populärsten Hip-Hop-Künstler: Austin Richard Post alias Post Malone. In Berlin hat es der 23-Jährige am Montag geschafft, unterschiedlichste popkulturelle Strömungen zusammenzubringen. David Krause hat sich seinen Auftritt angesehen.

 

Die Geschichte von Post Malone beginnt mit der klassischen Künstler-Krise. Keine Kohle, schlecht in der Schule und ein Umfeld, das ihm immer wieder sagt: Aus dir wird nichts. Ein paar Freunde hat der gebürtige New Yorker dann doch, sie bringen ihn nach Los Angeles. Die Freunde stammen aus dem Gaming-Kosmos auf Youtube. Malone wohnt bei ihnen, fängt an, Gitarre zu spielen, lädt mit 22 seinen Song White Iverson bei Soundcloud hoch. Ein Label wird auf ihn aufmerksam, nimmt ihn unter Vertrag, bringt den Track als Single heraus. Das Ergebnis: 5x Platin in den USA, Millionen von Klicks, die wohl seine wichtigste Währung sind.

Stacheldraht auf die Stirn tättowiert

Gaming trifft Hip Hop, trifft auf die unendliche Suche nach Aufmerksamkeit im Netz. Post Malone hat sie gefunden. Seine Fans in der Berliner Mercedes Benz Arena sind größtenteils jünger als er. Die Halle ist voll. Die eine Hälfte findet ihn süß bis hot, die andere würde gerne mit ihm abhängen.

Malone steht alleine auf dem Steg der das Publikum trennt. Hinter ihm zwei große Leinwände, auf denen er zu sehen ist: Einen Stacheldraht auf die Stirn tättowiert, dünnes lockiges Haar und ein zugedröhnter Blick.

Ein Geheimnis macht er daraus nicht. Malone greift tief in seine Tasche, ein Joint findet den Weg, erst zum Mund, dann zum Feuerzeug. Ja, da ist sie: Die Frage nach Vorbildern in der Popkultur und deren Verknüpfung mit Drogen. Was LSD für die 70er oder Kokain für die 80er war, ist an diesem Abend immerhin eine weiche Droge.

Seine Inspiratoren stammen interessanter Weise aus diesen Jahrzehnten. Die Talking Heads laufen im Tourbus, mit Aerosmith hat Post Malone bereits zusammen auf der Bühne gestanden.

Bombastischer Bass und Flammen

Sein Set macht mit intensiven Bässen aus der Arena einen Club. Rote Pyrotechnik schießt über die Bühne, riesige Flammen werden hinter ihm gezündet. Das ist bombastisch, macht Spaß und ist kurzweilig. Eine ruhigere Phase gibt es auch. Die, in der Malone nur mit seiner Gitarre da sitzt und singt. Viel bleibt von der aber nicht übrig. Er zertrümmert sie im Finale bei seinem Über-Hit "Rockstah", der gut 1,5 Milliarden Klicks im Netz hat.

 

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