Archivbild - Besucher gehen durch den Sizilianischen Garten im Park von Schloss Sanssouci. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
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Audio: Inforadio | 11.03.2019 | Torsten Sydow | Bild: dpa/Patrick Pleul

Bilanz für 2018 - Schlösserstiftung beklagt Vandalismus in Gärten

Die Preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg kämpfen mit Besucherschwund und Vandalismus. Diese Bilanz zog die Stiftung Preussische Schlösser am Montag.

In den vergangenen zehn Jahren mussten die zum Weltkulturerbe zählenden Einrichtungen einen Rückgang der Besucherzahlen von etwa 20 Prozent verkraften. 2018 konnte die zuständige Stiftung knapp 1,66 Millionen Gäste in Berlin und Potsdam begrüßen. Damit ging die Zahl gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht zurück: 2017 waren es fast 1,69 Millionen Besucher.

Ein leichter Anstieg bei den Berliner Einrichtungen rund um das Schloss Charlottenburg, die fast 548.000 Menschen sehen wollten (2017: knapp 518.000), geht laut Stiftung auf saisonale Effekte zurück. Der neue Leiter der Stiftung, Christoph Martin Vogtherr, kündigte neue Konzepte an, um langfristig wieder attraktiver zu werden.

"Geändertes Verhalten" im Umgang mit der Natur

Gleichzeitig verhielten sich laut Vogtherr die Besucher in Gärten und Schlössern anders als früher. Er spricht von weniger Respekt gegenüber den Bauten und Gärten, die zum Weltkulturterbe zählen. Für die Beseitigung von Müll seien die Kosten angestiegen. "Geändertes Verhalten" im Umgang mit der Natur mache zudem viele Nachpflanzungen erforderlich. Ein bildungsbürgerliches Publikum könne nicht mehr vorausgesetzt werden, so der Chef der Schlösser-Stiftung. "Wir müssen eine zeitgenössische Sprache der Vermittlung finden."

Zur Stiftung zählen unter anderem Schloss und Park Sanssouci, das Neue Palais und Schloss Cecilienhof in Potsdam sowie das Schloss Charlottenburg in Berlin.

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6 Kommentare

  1. 6.

    Es wird von "König Kunde" gesprochen, wenn es darum geht, Verbrauchern dasjenige aufzuschwatzen, an was diese niemals zu vor gedacht haben.

    Hier, in den zuvor Königen und Prinzen gewidmeten Schlössern und Gärten, kann jeder nachempfinden, im Sinne eigener Zeitgestaltung "königlich" zu sein. Dazu gehört allerdings das entsprechende Zeitmaß. Dieses scheint abhanden gekommen. Trampelpfade und Fahrspuren über Grasnarben, teilweise gar durch Blumenbeete, zeugen von Missachtung sorgsamer Gestaltung. Auch, dass Gradlinigkeit nur Machtgehabe war, gekrümmte Wege aber wirkliche Anschauung bieten.

    Die Halb-Tages-Touristen, die zehn Schlösser in drei Stunden abklappern, verhalten sich noch zivilisiert, da betrifft das Unheil eher die Parkplätze. Die mit Audi-TT einfallende Klientel im Neuen Garten empfindet die übrig gebliebenen Verpackungen als schwerer als das Mitgebrachte und Aufgezehrte selbst.

  2. 5.

    "zeitgenössische Sprache der Vermittlung" Ohjee :-/.
    Naja, wenn man das Bildungsbürgertum abschafft und statt dessen nur noch Geld die Welt regieren lässt, muss man sich nicht wundern. Dazu der Globalisierungshype.

    Verganenen Sommer beobachtete ich "Weinblatternte" am Schloss-Weinberg von unseren bekopfttuchten Freunden aus dem nahen Osten. Ich meldete das dem friderizianischen Eingangshüter, der daraufhin meinte, es wäre schon jemand unterwegs, aber die wären bereits bekannt. Da käme immer ein Mann, der sich dann dezent in der Botanik versteckt und seiner Frauen zur Ernte schickt. Die Blätter würden dann an Restaurants verkauft.

    Soweit zum Respekt vor Kultur und Geschichte eines (Gast-)Landes.
    Und zu "Bildungsbürgertum".
    Der Aufwand, die Anlagen zu schützen, muss enorm sein.

  3. 4.

    Es gab im Februar bereits schöne sonnige Wochenenden mit Temperaturen im zweistelligen Bereich. Diese warmen Tage waren kein Zufallsprodukt, sondern schon durch diverse Wetterberichte angekündigt. Auch wir nutzten eines dieser Wochenenden zum Parkspaziergang in Potsdam. Es waren dort bereits sehr viele Touristen unterwegs. Leider auch viele Radfahrer auf Wegen, welche gekenntzeichnet sind und nicht von Fahrrädern benutzt werden sollen. Zudem konnten wir "Rasenlatscher" beobachten. Einfach traurig. Wir haben aber auch die ganze Zeit keine "Parkstreife" entdecken können. Vorm Schloss Sanssouci (unten am Becken,)war von ca. 10 Mülleimern nur einer angebracht und konnte benutzt werden. Dieser natürlich übervoll und der Unrat lag bereits auf dem Parboden herum. Und das an einem Samstag. Wahrscheinlich wird es Sonntag nicht besser ausgesehen haben...

    Für uns hausgemachte Probleme der Schlösserstiftung.

  4. 3.

    Ich beobachte immer wieder, dass Leute, nur um ein Foto von sich vor einer schönen Kulisse machen zu könne, in Blumenbeete trampeln, auf Skulpturen klettern und sich sogar von Schildern und Absprerrungen nicht davon abhalten lassen. Dieser Selfie-Wahnsinn treibt unschöne Blüten. Und viele Kinder werden überhaupt nicht mehr erzogen. wenn ein Kind Blumen abreißt, wird es nicht etwa ermahnt, sondern die Eltern ignorieren sowas häufig. Wenn man dann etwas sagt, dass Beete nicht betreten und Blumen nicht abgerissen werden dürfen, grenzt das in deren Augen schon an Majestätsbeleidigung. Traurig.

  5. 2.

    Die Vandalen mache heutzutage vor nix mehr halt.
    Schade.

  6. 1.

    "zeitgenössische Sprache der Vermittlung" sollten Parkwacht, Bußgelder und Anzeigen bei der Polizei wegen Sachbeschädigung sein. Das versteht der Zeitgenosse.

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