Blick auf den Techno-Club Berghain (Quelle: dpa/Carstensen)
Bild: dpa/Carstensen

Stahl, Beton und Techno - Im Berghain gibt’s Abflüsse wie beim Fleischer

Der Berliner Technoklub Berghain gilt nicht nur als die härteste Tür Deutschlands, auch im Innenleben des früheren Heizkraftwerkes haben die Architekten bewusst auf Stahl und andere extrem stabile Materialien gesetzt. "Für die Toiletten hat sich Edelstahl bewährt. Im Berghain sind selbst die Einläufe am Boden daraus, durch die das Putzwasser und die Reste der Nacht abfließen, Scherben und so weiter", sagte Architekt Thomas Karsten dem "SZ-Magazin". "Wir haben sie von einem Händler, der sonst nur die fleischverarbeitende Industrie beliefert."

Kunstleder, Stahl und Gummi

Karsten gestaltete 2003 den Innenraum der berüchtigten Diskothek neu und musste dabei in Bezug auf die Materialien Einiges beachten: "Es gibt kaum etwas, was so intensiv genutzt wird wie ein Klub", sagte er. Daher seien beispielsweise die Sitzmöbel mit Kunstleder überzogen. "Die müssen abwischbar sein, vor allem in den Darkrooms, und preisgünstig, weil wir sie öfter mal ersetzen müssen", so der Architekt weiter. Darkrooms sind dunkle Räume, in denen Menschen miteinander intim werden können.

Auch die Toilettentüren seien massiv. "Manche Stahltüren haben wir mit Gummi füllen lassen, weil die Leute, die davor warten, mit der Faust dagegen hämmern, um endlich reinzukommen, während in der Kabine schon vier Leute sind", erzählt Karsten. Der Andrang auf den Toiletten hängt mit dem dort praktizierten Drogenkonsum zusammen. Dabei hätten die Betreiber eine klare Haltung zu dem Thema, sagte Karsten: "Die Toiletten sollen nicht zum Drogenkonsum einladen. Deshalb gibt es keine Spülkästen und generell keine horizontalen Flächen." In vielen Klubs werden gerade Flächen - etwa auf Toiletten - für den Kokainkonsum genutzt.

Das Berghain von innen (Quelle:imago/Pemax)
Bild: imago/Pemax

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren