Berlin Lichtenberg, Rockhaus an der Buchberger Straße. (Quelle: imago)
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Audio: Inforadio | 19.03.2019 | Annette Miersch | Bild: imago

Ohne Absprache mit Senat und Eigentümer - Betreiber stellt Dreistufenplan für Berliner Rockhaus vor

Im Streit um das Berliner Rockhaus hat der Betreiber Dirk Kümmele einen Dreistufenplan vorgestellt, der den Weiterbetrieb der Musikübungsräume vorerst ermöglichen soll. Kümmele hatte sich nach jahrelangen Streitigkeiten mit dem Eigentümer auf ein Ende des Rockhauses zum 30. Juni 2019 geeinigt und daraufhin den Musikern zu Ende Mai gekündigt.

Nun schlägt Kümmele einen sogenannten Dreistufenplan vor, "der allen Beteiligten mehr Handlungsspielraum ermöglicht, um eine faire Lösung für alle Beteiligten zu finden", erklärte der Noch-Betreiber des Rockhauses in einer entsprechenden Mitteilung am Mittwoch.

Der Dreipunkteplan

Die erste Stufe sieht vor, dass der Eigentümer das Haus für weitere sechs, neun oder zwölf Monate an Berlin vermietet. Das Land könne die Proberäume in dem Fall erstmal weiter betreiben.

In der zweiten Stufe sollen sich laut Kümmele, das Land und der Eigentümer während der befristeten Weitervermietung auf eine langfristige Nutzung des Hauses einigen.

Wenn sich die Parteien nicht auf eine langfristige Nutzung als Musikerhaus einigen können, bestimme der Eigentümer, was mit dem Haus geschehe. Das wäre dann die dritte Stufe.

Senat und Eigentümer führen Gespräche - ohne Kümmele

Sowohl die Senatskulturverwaltung als auch der Eigentümer - die Scharfstein Group - verwiesen auf Anfrage von rbb|24 darauf, dass sie zurzeit "intensive" Gespräche über eine mögliche Weiternutzung als Musikerhaus führen - allerdings ohne Dirk Kümmele. Im Grunde "fordert er von uns genau das, was wir seit Wochen tun", sagt Daniel Bartsch, Sprecher von Kultursenator Klaus Lederer.

Es gebe Chancen, dass es klappt, sagt Bartsch vorsichtig zu den Verhandlungen. Und auch die Scharfstein Group antwortet schriftlich: "Wir sind unter akzeptablen wirtschaftlichen Bedingungen interessiert am Erhalt der Nutzung mit einem neuen öffentlichen Betreiber."

Lösung muss bis Ende Mai gefunden werden

Die Kulturverwaltung sieht den Fall des Rockhauses stellvertretend für die "gruselige Situation" der Probenräume in der Hauptstadt, die der "Verwertungsspirale von Immobilien in Berlin geschuldet" sei. Bartsch nennt auch den Bandbunker und Charlottenburg West sowie das Radialsystem V, das die Stadt zurückerworben hatte.

Obwohl alle Parteien betonen, das Rockhaus als Ort für Musik(er) erhalten zu wollen, machten die beteiligten Parteien keine näheren Angaben zum konkreten Stand der Gespräche. Eine Lösung muss aber in absehbarer Zeit - in den nächsten Wochen - her. Denn Ende Mai müssten die Musiker laut ursprünglichem Plan das Rockhaus verlassen.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich sehe diesen "Plan" von Hr. Kümme als typische Verhaltensweise.
    Wo die Musiker und der Senat aktiv seid langem sind, kommt Hr. Kümmele mit solchen Ideen.
    Ich hätte es unter den Umständen begrüßt, Hr. Kümmele geht ohne die Kündigung der Musiker und vieles wäre Einfacher. Hr. Scharfstein schrieb ja, dass er keinen Musiker kündigt.
    Ich gebe eine "Schuh" für Hr. Kümmele ... er kann gehen.

  2. 1.

    Ich bin einer der Musiker im Haus. Wir erhoffen uns Unterstützung in jeglicher Hinsicht vom Senat, speziell Hr. Lederer. Hr. Kümmele ist auch für uns Musiker/Betroffene keiner Diskussion mehr würdig. Wir suchen eine Lösung das Rockhaus für uns zu halten, unter allen Umständen.

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