Pergamon auf der Museumsinsel im Umbau (Bild: imago/Peter Meissner)
Video: Abendschau | 30.04.2019 | Jörn Kersten | Bild: imago/Peter Meissner

Mögliche Verzögerung um 19 Monate - Pergamonmuseum könnte erst 2025 fertig werden

Hiobsbotschaft von der Baustelle Pergamonmuseum: Die Sanierung könnte länger dauern, als zunächst geplant. Derzeit ist eine Wiedereröffnung für 2023 anvisiert. Eine Verzögerung um 19 Monate sei jedoch nicht ausgeschlossen, heißt es vom Bauherrn.

Die Bauarbeiten im Berliner Pergamonmuseum könnten möglicherweise später fertig werden als bisher gedacht. Bislang war von Mitte 2023 ausgegangen worden. Eine Verlängerung der Bauzeit bis 2025 sei aber nicht auszuschließen, hieß es am Dienstag vom zuständigen Bundesamt für Bauwesen.

Grund für die Verzögerungen sind demnach hohe Anforderungen des Denkmalschutzes. Die im Inneren des Gebäudes verbliebenen Kunstwerke, darunter der Große Fries des Pergamonaltars, müssten geschützt werden, was mit erheblichen Risiken verbunden sei. Hinzu komme, dass neben dem Baubetrieb auch der Museumsbetrieb weiter laufe und die beteiligten Baufirmen "extrem hoch" ausgelastet seien. "Somit ist eine Verlängerung der Bauzeit um bis zu 19 Monate (bis spätestens 2025) nicht auszuschließen."

Wesseler: alles im Zeitplan

Die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, sagte im rbb, wegen der vielen Risiken und Unwegbarkeiten in dem Haus sei von Anfang an klar gewesen, dass man 19 Monate Puffer mitdenken müsse. Die Renovierung des Pergamonmuseums liege sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan.

Nach ihren Angaben gibt es noch keinen konkreten Zeitpunkt für die Wiedereröffnung von Nordflügel und Mittelteil des Gebäudes. Das werde zwischen Mitte 2023 und Anfang 2025 der Fall sein.

Kosten sind enorm gestiegen

Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel wird unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen von Grund auf saniert und um neue Gebäudeteile ergänzt. Im Jahr 2013 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Der Pergamonsaal ist seit Herbst 2014 nicht mehr für das Publikum zugänglich.

Aktuell wird im Nordflügel und im Mitteltrakt des weltberühmten Museums gearbeitet. Am Freitag wird Richtfest für den ersten der beiden Bauabschnitte gefeiert, das ganze Wochenende über gibt es Baustellenführungen. Die Kosten des ersten Bauabschnittes liegen aktuell bei 477 Millionen Euro - ursprünglich war von 261 Millionen Euro ausgegangen worden.

Sendung: Inforadio, 30.04.2019, 13:55 Uhr

Das Pergamonmuseum gestern, heute und morgen

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9 Kommentare

  1. 9.

    "Hiobsbotschaft von der Baustelle Pergamonmuseum: Die Sanierung könnte länger dauern, als zunächst geplant."

    So eine Überraschung aber auch! Und die vermutlich nächste: Am Ende wird es mindestens doppelt soviel gekostet haben wie am Anfang schöngerechnet.

  2. 8.

    Könnte man das Museum nicht verkaufen? Besser als ständig die paar Steuerzahler die es in Berlin noch gibt zu enttäuschen?

  3. 6.

    Ist eigentlich schon mal irgendwas Größeres in Berlin pünktlich und ohne Kostenexplosion fertig geworden?

  4. 5.

    Gibt es heute noch Projekte, die in der ursprünglich veranschlagten Zeit und zu den geplanten Kosten fertig werden? Nicht nur in Berlin. Ich hege mittlerweile den Verdacht, dass die wahre Bauzeit und die Kosten zuerst niedriger angesetzt werden, weil es sonst vllt keine Brwilligung gibt.

  5. 4.

    Niemand hat die Absicht, jemals die Abgabenlast für Normalverdiener zu senken, solange ist Geld ohne Ende da...

  6. 3.

    Natürlich habe ich es nicht anders erwartet, es ärgert mich aber trotzdem. In unserer Stadt gibt es keine solide Planung mehr, Kosten und Termine geraten überall außer Kontrolle. Als unbedingte Notwendigkeit sind klare Prioritäten zu setzen, neue Baustellen werden erst genehmigt, wenn Projekte richtig abgeschlossen sind. Scheinbar abgeschlossene Bauprojekte wie z.B der Hauptbahnhof (ohne Verkleidung im Untergeschoss, Dach nie in voller Länge realisiert), Ostkreuz eine ewige Baustelle, Karlshorst, Warschauer Straße einschließlich Einkaufscenter ein tägliches Ärgernis, diese Liste ist endlos. Berlin wird durch das Unvermögen der Verantwortlichen (wenn denn welche zu finden sind) zu einer Stadt die im totalen Chaos versinkt. Feierlichkeiten sind da deplatziert!

  7. 2.

    Sei Berlin, sei Verzögerung, sei Verschwendung, sei mir nicht egal.

  8. 1.

    Ja, ja, hierzulande könnte vieles...

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