Der «Älteste» Taharakau Stewart (M, mit Stab) steht im Rahmen der feierlichen Übergabe von Gebeinen von Angehörigen der Maori und Moriori an das Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in der Hörsaalruine der Charité. Vorne links und rechts stehen Frauen aus dem Volk der Maori. (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Maori und Moriori - Berliner Charité gibt Gebeine an indigene Völker zurück

Die Berliner Universitätsklinik Charité hat Gebeine von 109 Vorfahren der neuseeländischen Maori und Moriori zurückgegeben. Bei einer Zeremonie am Montag in Berlin nahmen Abgesandte der indigenen Gemeinschaften, der neuseeländische Botschafter Rupert Holborow sowie Vertreter des Museums of New Zealand Te Papa Tongarewa die sterblichen Überreste entgegen. Die Schädel und Skelettteile waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Berlin gelangt.  

"Ethisch nicht tragbar"

Charité-Dekan Axel Radlach Pries erklärte, die sogenannten Human Remains seien seinerzeit in vermeintlich wissenschaftlicher Absicht vor dem Hintergrund rassisch-wertender Weltanschauung gesammelt worden: "Das war und ist ethisch nicht tragbar und missachtet die Menschenwürde der indigenen Ahnen entschieden."

Der Maori Co-Direktor des Te Papa Museums, Arapata Hakiwai, sagte, durch die Repatriierung der sterblichen Überreste indigener Einwohner sei es jetzt möglich, "ein sehr düsteres Kapitel unserer Geschichte zu bewältigen".

Sendung: Abendschau, 29.04.2019, 19.30 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Indem ich Aberglauben entmystifiziere zeige ich Emotionalität?
    Hopsa!
    Und ich habe Kulturen und Religionen (Merket auf: Kritik daran bezeichnen Sie als Rassismus) konstruiert?
    Mann, Sie trauen mir aber eine Menge zu!
    Zudem habe ich auf Unterschiede hingewiesen (ich weiß: Linke sehen bereits darin eine Herabwürdigung), selbst aber gar keine Hierarchie erstellt.
    Und nö: Biologisiert habe ich auch nichts.
    Der Versand von Leichenteilen mag für Anthropologen (Gehört dieser Berufsstand übrigens nicht verboten? Immerhin ernähren die sich von nicht vorhandenen Unterschieden und klassifizieren diese sogar!) und religiöse Eiferer von Bedeutung sein, für den Rest der Menschheit (so er sich mehr der Vernunft verpflichtet fühlt) ist das eher Eiskaffee.
    Und nun seien Sie bitte ein konsequenter Linker:
    Wenn man die deutsche Wirtschaft für sekundär hält, sollte das auch für den Export von Opium fürs Volk gelten!
    War das stammtischlich genug?

  2. 6.

    Ihre emotionalisierten Stammtischparolen zeichnen eine deutliche Sprache: Sie haben etwas gegen transparente Thematisierung von Rassismus und Kolonialismus. Sie homogenisieren, hierarchisieren und biologisieren von Ihnen konstruierte Gruppen. Das nennt man auch: Rassismus. Womöglich der Grund für Ihre zutiefst ablehnende Haltung?

    Es ist ein wichtiger Beitrag, nicht etwa geraubte Kunst, sondern menschliche Überreste an diejenigen Regionen zurückzugeben, aus denen sie geraubt wurden. Der wissenschaftliche, kritische Umgang damit ist umso wichtiger. Erst vor wenigen Jahren wurde unter einem von einer Berliner Uni (vermutl. FU) neu erworbenen Grundstück menschliche Gebeine entdeckt, die dem "Kaiser-Wilhelm-institut für Anthropologie, Erblehre und Eugenik" und auch KZ-Opfern - u.a. Mengeles - zuzuordnen waren.

    Rassismus und Eugenik hätte der Bericht klarer benennen u. deren begriffl. Fortsetzung in "Indigenität" vermeiden müssen. Aber gut, immerhin wird berichtet.

  3. 5.

    Oder aus Griechenland. Da begann die Demokratisierung der zivilisierten Welt.
    Oder aus der Ursuppe (nicht im Handel erhältlich). Da ging es mit der Leben los.
    Oder aus dem Weltall. Da startete die Entstehung der Erde und alles anderen.
    In der rechten Ecke landet man heutzutage blitzgeschwind und ohne Mühen.
    Westlicher Patriotismus oder ein Hinweis auf qualitative Unterschiede zwischen Kulturen oder Religionen genügt da bereits (es sei denn, ein solcher erfolgt im Büßergewand).

  4. 4.

    Schöner Akt. Was ich immer schwierig finde, ist die Beurteilung wer "indigen" ist. Würde man von "indigenen Deutschen" sprechen, würde man vermutlich sofort in die Rechte Ecke gestellt. Am Ende des Tages kommt die Menschheit aus Afrika, dort startete die Kolonisierung der Erde.

  5. 3.

    Nur das?
    Also dann mache ich mir echt Sorgen.
    Und Ihre Einschätzung was mich betrifft, ist eine falsche:
    Ich betrachte Rituale aller Art mit sarkastischer Herablassung - Gefühlswallungen hab ich da keine.
    Und es gibt sicher Unterschiede zwischen Respekt (gegen den ich generell nichts habe) und Verehrung, wenn sie über ein stilles Angedenken, ein wenig Grabpflege und freundliche Worte hinausgeht.
    Uralte Knochen tausende von Kilometern weit zu transportieren, finde ich da dann doch etwas überzogen.

  6. 2.

    Der "Hokuspokus" bringt Tremor aber gewaltig in Stimmung.

    Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass ausschließlich Menschen über alle Kulturen und Religionen hinweg Bestattungsrituale kennen. Schon in der Urzeit ist Mensch mit seinen Toten respektvoll umgegangen. Das unterscheidet uns von Hamster, Zecke und Löwe.

  7. 1.

    Ich werde dieses Gewese um Bräuche und Traditionen niemals begreifen.
    Da werden Religionen (die ich samt und sonders für Mumpitz halte) immer und immer wieder aufs Neue zelebriert und zementiert, da werden die Überreste irgendwelcher Personen mit geradezu grotesker Ehrerbietung behandelt (He Leute: Die sind tot! Es ist ihnen egal, was Ihr mit ihren Knochen macht!) und man hält jedweden Hokuspokus für bewahrenswert, nur weils halt ALTER Hokuspokus ist.
    Nicht Menschen sollten verehrt werden, sondern deren Ideen, Erfindungen, Entdeckungen, Schlussfolgerungen, Weisheiten und gute Absichten.
    Alte Knochen sind alte Knochen - weiter nichts.

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