Der Film- und Fernsehkomponist Martin Böttcher sitzt am 05.06.2017 in seinem Haus in Westerrönfeld bei Rendsburg (Schleswig-Holstein) am Keyboard. (Quelle: dpa / Carsten Rehder)
Bild: dpa / Carsten Rehder

Gebürtiger Berliner - "Winnetou"-Komponist Martin Böttcher gestorben

Der Filmkomponist Martin Böttcher ist tot. Er starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 91 Jahren, wie seine Tochter Betsy Schlüter am Montag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte der Bayrische Rundfunk über den Tod des zuletzt in der Nähe von Rendsburg (Schleswig-Holstein) lebenden Künstlers berichtet.

Der gebürtige Berliner wurde vor allem durch die Melodien zu den "Winnetou"-Filmen bekannt. Das "Old-Shatterhand"-Thema stand 1962 17 Wochen an der Spitze der Charts und wurde mehr als 100.000 Mal verkauft. 

Pilot, Gitarrist, Komponist

Sein Debüt als Komponist bei einer Spielfilm-Produktion gab Böttcher 1955 in "Der Hauptmann und sein Held". Schon der zweite Film wurde ein großer Erfolg: "Die Halbstarken" (1956) mit Horst Buchholz. Danach vertonte Böttcher immer neue Geschichten zunächst für das Kino, später vor allem für das Fernsehen. "13 kleine Esel" mit Hans Albers und Heinz Rühmanns "Pater Brown"-Filme gehörten ebenso dazu wie Edgar-Wallace-Filme, "Forsthaus Falkenau" und zuletzt "Pfarrer Braun" (bis 2013). Insgesamt komponierte er die Musik zu mehr als 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen.

Böttcher, der seit einem Sturz als Kind auf einem Ohr nichts mehr hörte, hatte sich während des Zweiten Weltkriegs in der Gefangenschaft das Gitarrenspiel selbst beigebracht. Nach dem Krieg führte ihn der Weg nach Hamburg, wo er im Tanz- und Unterhaltungsorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks anfing. 1954 entschied sich Böttcher, der eigentlich Pilot war,  endgültig fürs Komponieren.

Sendung: Inforadio, 22.04.2019, 10:00 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Na schau einer an. Was habe ich diese Filme genossen als Knirps. Damals war ich noch im Kinderheim. Die Nonnen ließen uns ziehen und wir älteren durften dann ins Kino. Die Eingangsmelodie zum Film klingt immernoch im Ohr mit. R.I.P.

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