Zahlreiche Menschen schauen sich das Video zur Singe "Radio" der Band Rammstein an der Ecke Torstraße/Prenzlauer Allee an. Quelle: dpa/Christoph Soeder
Video: rbb24 | 25.04.2019 | Bild: dpa

Aktion mit Radioeins - 1.000 Fans feiern neuen Rammstein-Song "Radio" in Berlin

Noch ist der Titel des neuen Rammstein-Albums, das am 17. Mai erscheinen soll, nicht bekannt, doch am Donnerstagabend hat die Band bereits die zweite Single daraus vorgestellt: Auf der Straßenkreuzung Torstraße/Ecke Prenzlauer Allee in Berlin-Mitte zeigte die für ihren Brachialrock bekannte Band das Video "Radio".

Radiohören als subversiver Akt

Parallel zu den Bildern, die auf eine Brandmauer gegenüber dem "Soho"-Club projiziert wurden, strahlte die rbb-Welle Radioeins den Song im Radio aus. Rund 1.000 Fans waren zu der Rammstein-Weltpremiere gekommen. Viele spielten den Song um 20.55 Uhr gleichzeitig mit Handys und Transistorradios ab. Am Freitag soll er offiziell veröffentlicht werden.

Der Text des neuen Rammstein-Songs erinnert an Zeiten, in denen Radiohören noch ein subversiver Akt und eine Form des Widerstands sein konnte. Viele Menschen in der früheren DDR hörten westliche Radiosender, um sich unabhängig über das Weltgeschehen zu informieren. Auch die Band-Mitglieder von Rammstein stammen aus der DDR.

Bei den meisten Fans kam der neue Song gut an. "Das ist ein unglaublicher Ohrwurm", sagte eine junge Frau am Donnerstagabend rbb|24 - noch zumal auf dem Platz ein großes "Zusammengehörigkeitsgefühl" geherrscht habe.

Hommage an Kraftwerk

Mit dem Video würdigte Rammstein zudem eine andere erfolgreiche deutsche Band: Videosequenzen und Teile der Musik können auch als Hommage an "Radioaktivität" von Kraftwerk aus dem Jahr 1975 verstanden werden.

Mit dem ersten Video "Deutschland" des neuen Albums hatten Rammstein Ende März für viel Wirbel gesorgt. Vor allem wegen des Trailers gab es anhaltende Kritik: Gut 30 Sekunden lang sind darin vier Band-Musiker zu sehen, die mit ihrer Kleidung an KZ-Häftlinge erinnern.

Sendung: Radioeins, 25.04.2019, 20:55 Uhr

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Künstler und Bands sind ebenso Schauspieler, sonst wären sie nicht individuell. Rammstein sind mehr, sie sind international gesehen Metallica-Niveau, sie füllen weltweit Stadien, da braucht es keine gesonderte Werbung...

  2. 8.

    Ich will mich ja nicht aus dem Fenster lehnen aber das war doch so von Rammstein gewollt , so kurzfristig und nur auf einem Sender angesagt so wie damals als das Radio noch spontaner / geheimer war ( hört sich komisch an :p ).

    Rundfunkstaatsvertrag hin oder her, gewisse Freiheiten darf der Sender doch trotzdem haben ??

    Von mir gibts jedenfalls ein dickes Plus an Radio 1 , leider nur so eine Aktion von Rammstein die man in Deutschland ja nur mit sehr viel Glück bei Ticketverkauf sehen darf.

  3. 7.

    Ich geben Ihnen Recht.
    Entspannung, Belustigung, Zerstreuung Ablenkung in einer Zeit, wo es um unsere Umwelt geht - das geht nun gar nicht. Nachdem die Freitags-Demos unserer Kinder abebbten (Ferienzeit, die man im Urlaub mit den zahlenden Eltern verbringt)hätten sich die zurückgebliebenen Erwachsenen sich eher für die Umwelt einsetzen sollen.
    Ich frage mich: wenn da an bez. uber tausend Bürger auf einem Platz, eine extra gesperrte Kreuzung mitten in Berlin, standen, wie fiel wo da die CO2-Bilanz aus?
    Ich fand es gut - ich war dabei.
    Danke dem RBB, radioeins, der Polizei und, nicht zuletzt, Rammstein für den kurzen Moment mal nicht bevormundet und mit politisch korrekten Verboten überzogen geworden zu sein.

  4. 6.

    Ich geben Ihnen Recht.
    Entspannung, Belustigung, Zerstreuung Ablenkung in einer Zeit, wo es um unsere Umwelt geht - das geht nun gar nicht. Nachdem die Freitags-Demos unserer Kinder abebbten (Ferienzeit, die man im Urlaub mit den zahlenden Eltern verbringt)hätten sich die zurückgebliebenen Erwachsenen sich eher für die Umwelt einsetzen sollen.
    Ich frage mich: wenn da an bez. uber tausend Bürger auf einem Platz, eine extra gesperrte Kreuzung mitten in Berlin, standen, wie fiel wo da die CO2-Bilanz aus?
    Ich fand es gut - ich war dabei.
    Danke dem RBB, radioeins, der Polizei und, nicht zuletzt, Rammstein für den kurzen Moment mal nicht bevormundet und mit politisch korrekten Verboten überzogen geworden zu sein.

  5. 5.

    Ich geben Ihnen Recht.
    Entspannung, Belustigung, Zerstreuung Ablenkung in einer Zeit, wo es um unsere Umwelt geht - das geht nun gar nicht. Nachdem die Freitags-Demos unserer Kinder abebbten (Ferienzeit, die man im Urlaub mit den zahlenden Eltern verbringt)hätten sich die zurückgebliebenen Erwachsenen sich eher für die Umwelt einsetzen sollen.
    Ich frage mich: wenn da an bez. uber tausend Bürger auf einem Platz, eine extra gesperrte Kreuzung mitten in Berlin, standen, wie fiel wo da die CO2-Bilanz aus?
    Ich fand es gut - ich war dabei.
    Danke dem RBB, radioeins, der Polizei und, nicht zuletzt, Rammstein für den kurzen Moment mal nicht bevormundet und mit politisch korrekten Verboten überzogen geworden zu sein.

  6. 4.

    Bin kein Fan dieser Band, jedoch finde ich solch eine Werbeaktion bei weitem nicht schlecht gemacht. Kommt die Gruppe nicht aus Berlin? Niemand wurde gezwungen dabei mitzumachen. Radio Eins ist zudem der innovativste( meiner Meinung nach geilste) Sender in der Stadt und hat nun mal die Nase vorne gehabt bei dieser Veranstaltung. Auch das ist voll akzeptabel. Wenn Sie sich schon derart echauffieren, demnach dürfte dieser Radiosender auch keine Werbung( vor den Nachrichten) und Konzerte mehr organisieren, anpreisen. Ebenso die öffentlich rechtlichen TV Programme mit Ihrer unnützen Werbung im Vorabendprogramm für die Pharmaindustrien. Letzteres empfinde ich sehr viel fragwürdiger und enervierend, als eine einmalige Werbung für ein Musikalbum.

  7. 3.

    Dass Bands Geld verdienen wollen, habe ich doch gar nicht in Frage gestellt oder kritisiert. Ich habe die Frage gestellt, warum man sich als Medium so distanzlos verhält und mulitmedial diese Werbeveranstaltung einer Band mitorganisiert.

    Es ging mir nicht um bloße Berichterstattung, sondern darum, dass sich der rbb und radioeins mit dieser konkreten Aktion gemein gemacht haben. Genau das widerspricht aber dem Journalismus, zumindest solange es nicht um den Einsatz für Demokratie oder Menschenrechte geht.

    Auch um Geschmacksfragen ging es nicht, sondern um die undistanzierte Förderung und Öffentlichkeitsarbeit einer Gruppe, die sich mehr als ein Mal mit fragwürdiger bis eindeutiger Sprache geschichtsrevisionistisch geäußert hat. Wie viel mehr um Inhalte könnte es denn bei meinem Kommentar noch gehen? Muss sich ein öffentlich-rechtlicher Sender daran beteiligen? Es bleibt dabei: Es ist substanziell unkritisch und distanzlos.

  8. 2.

    Also 1.: Kann man das jeder Band vorwerfen. Es mag sie verstimmen, aber die meisten Musiker wollen mit ihrer Musik tatsächlich Geld machen. Ehrlich!
    2.: Der RBB informiert hier lediglichüber ein Geschehenis in der Stadt. Wusste nicht, das dass so schlimm ist
    3. Man muss die Musik von Rammstein nicht mögen aber ihnen fehlenden Inhalt vorzuwerfen zeugt davon, das sie sich mit der Band so überhaupt nicht auseinander gesetzt haben.
    Aber hauptsache meckern.

  9. 1.

    Wieso macht man sich als öffentlich-rechtlicher Sender eigentlich zum distanzlosen Erfüllungsgehilfen der Vermarktungsstrategien einzelner Bands? Will man verzweifelt versuchen, Zielgruppen hinzuzugewinnen? Es war absolut unnötig und entspricht auch nicht dem Rundfunkstaatsvertrag, eine derartige Werbeveranstaltung zu ermöglichen.

    Was die Band angeht, ist das seit Jahrzehnten das Gleiche: Provokation, gerade ausdrücklich mit politisch illegitimen Andeutungen damals wie heute, als blankes Kalkül zur Vermarktung. Es ist also die Verpackung, die zählt, die Inhalte interessieren nicht - Ziel erreicht. Sollen sich Andere aufregen, solange man über die Band redet und sie kostenlose Öffentlichkeitsarbeit erfährt. Und denjenigen, die hier die Salonfähigkeit und Normalisierung von Pronazismus in Andeutungen bewirken, spielt man genauso in die Hände, wie denjenigen, die sich ideologisch angesprochen fühlen. Distanzierter Journalismus geht anders.

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