Cheryl und Collin, Touristen aus England, lassen sich am 06.12.2018 am Checkpoint Charlie gemeinsam mit einem Darsteller, der eine US-Uniform trägt, fotografieren (Quelle: dpa/Clara Margais)
Video: Abendschau | 08.05.2019 | Agnes Taegener | Bild: dpa/Clara Margais

Neugestaltung in Berlin-Mitte - Früherer Grenzübergang Checkpoint Charlie wird umgestaltet

Lange wurde gestritten, wie der Platz am früheren Checkpoint Charlie neu gestaltet werden kann. Wurstbuden und Billig-Souvenirs seien keine würdige Kulisse, hieß es immer wieder. Am Mittwoch nun hat Bausenatorin Lompscher ihre Pläne vorgestellt.

Der frühere Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin soll umgestaltet werden. Wie
Stadtentwicklungssenatorin Kathrin Lompscher (Linke) dem rbb am Mittwoch sagte, soll der Platz am Übergang zwischen Kreuzberg und Mitte, also an der früheren Grenze zwischen dem amerikanischen und dem russischen Sektor, künftig ein Ort für alle werden.

Wie der Platz genau aussehen werde, könne man jetzt noch nicht wissen, sagte Lompscher im rbb-Inforadio; in der Sitzung des Bauausschusses sei am Mittwoch zunächst nur über den Bebauungsplan gesprochen worden. Dieser solle bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.

Plätze zum Verweilen, ein Museum, Wohnungen und Gewerbe

Über die Neugestaltung des Checkpoint-Areals würden Architekturwettbewerbe entscheiden. Künftig solle das Checkpoint-Areal jedenfalls ein "lebendiger, städtischer Ort" werden, sagte Lompscher.

Links und rechts des ehemaligen Grenzübergangs seien öffentliche Räume geplant, sagte Lompscher. Auf der einen Seite solle ein großer öffentlicher Platz zum Verweilen einladen, auf der anderen das geplante Museum zum Kalten Krieg entstehen. Ringsum sollen innenstadttypische Baublöcke mit Wohnungen und Gewerbe entstehen.

Senat hatte seine Pläne im Dezember stark verändert

Der Checkpoint Charlie solle als Erinnerungsort attraktiver gestaltet werden, sagte Lompscher, für Touristen, aber auch für Menschen, die dort wohnen und arbeiten. Sie hoffe, dass dann auch Berlinerinnen und Berliner an den Ort zurückkehren.

Erst im Dezember hatte der Berliner Senat die Pläne für die Bebauung am Checkpoint Charlie noch einmal wesentlich überarbeitet -  nach Kritik innerhalb der rot-rot-grünen Koalition. Da das Museum, das an die Geschichte des Ortes und den Kalten Krieg erinnern soll, nun größer werden soll, hatte sich der Investor Trockland wieder zurückgezogen. Er wollte auf der einen Seite des Platzes ein "Hardrock Hotel" errichten. Trockland habe nun kein Vorkaufsrecht mehr, gehöre aber weiter zu den Interessenten.

Wie Lompscher im Dezember gesagt hatte, soll die Nutzfläche für Wohn-und Bürogebäude um insgesamt rund 6.000 Quadratmeter verringert werden. Stattdessen solle es mehr Raum für das Museum geben. Auch der große öffentliche Platz vor dem Museum gehört seitdem zu den Vorgaben. Ein Investor und künftiger Eigentümer müsse diese Planungsziele des Landes berücksichtigen, so Lompscher.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das Grundproblem in der Ignoranz des Checkpoint Charlie liegt schon im Namen. 99 % der Touristen, auf die es Berlin ja immer abgesehen hat, kann mit dem Zusammenhang nichts anfangen. Für die ist das eine blllige effekthaschende PR-Bezeichnung.

    Dabei hatte die Bezeichnung entlang eines lautmalerischen US-Alphabets ihren Sinn: Alpha, Helmstedt/Marienborn, Bravo, Drewitz/Dreilinden, Charlie, US-Amerikanischer Sektor/Sowjet-Russischer Sektor.

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